Unübersehbar und landschaftsprägend: So wie hier in Brandenburg könnten auch im Hofoldinger Forst bald vier große Windräder „grünen“ Strom erzeugen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Anlagen entlang der A 8 würden eine Höhe von 240 Metern erreichen.
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Unübersehbar und landschaftsprägend: So wie hier in Brandenburg könnten auch im Hofoldinger Forst bald vier große Windräder „grünen“ Strom erzeugen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Anlagen entlang der A 8 würden eine Höhe von 240 Metern erreichen.

Arge Hofoldinger Forst

Windrad-Entscheidungen stehen an: Landrat empfiehlt „mutigen Schritt

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Den Bau von vier Windrädern hat sich die Arge Hofoldinger zum Ziel gesetzt – und die Chancen wachsen. Zwei entscheidende Gutachten zum Naturschutz und zur Wirtschaftlichkeit liegen vor, die für das ambitionierte Projekt sprechen. Jetzt ist es unter anderem an der Gemeinde Otterfing und am Landkreis Miesbach, die nächste Stufe zu zünden.

Otterfing – Die Arge Hofoldinger Forst hält es wie die EU. Die „Ratspräsidentschaft“ wechselt alle sechs Monate. Am 20. Januar übernahm der Landkreis Miesbach den Arge-Vorsitz und koordiniert das gemeinsame Vorgehen der Allianz, zu der die Gemeinden Sauerlach, Aying, Brunnthal und Otterfing sowie die Landkreise München und Miesbach zählen.

Das Halbjahr könnte das bisher spannendste des Bündnisses werden. Denn alle Zahlen und vor allem die artenschutzrechtliche Prüfung, die gerne zum Stolperstein für Großprojekte wird, geben dem Großprojekt Rückenwind. Im Lichte der Wirtschaftlichkeits-Prognose und des Artenschutz-Gutachtens entscheiden die jeweiligen Gemeinderäte und die zuständigen Kreisgremien ( Umweltausschuss und Kreistag), ob der Bau der Windräder konkret angepackt wird.

Landkreis Miesbach hat den Vorsitz der Arge übernommen

Aus Otterfing und dem Landkreis waren bisher keine grundsätzlich kritischen Stimmen zu hören. Proteste gegen die Arge-Pläne gab es jedoch im Bereich Hofolding (Gemeinde Brunnthal). Im Dezember kam auch in Otterfing Unruhe auf, als dem Gemeindeblatt, ohne Wissen des Rathauses, das Faltblatt einer windkraft-kritischen Initiative aus Ottobrunn beilag (wir berichteten).

Einen prominenten Befürworter hat das Projekt an der Landkreis-Spitze. Landrat Olaf von Löwis (CSU), der amtierende Arge-Vorsitzende, wünscht sich, dass die Würfel bald fallen: „Durch die Holzkirchner Geothermie habe ich Erfahrung mit Großprojekten zum Klimaschutz“, sagt der Landrat, „ich kann nur alle bestärken, den mutigen Schritt zu wagen. Je mehr ich mich mit Windenergie beschäftige, desto mehr begeistert es mich.“

Schon im Herbst hatten die Gutachter signalisiert, dass die aufwendige artenschutzrechtliche Prüfung keine K.o.-Wirkung zeitigen dürfte. „Laut gutachterlicher Einschätzung stehen dem Projekt aus natur- und artenschutzfachlicher Sicht keine entscheidenden Belange entgegen“, bestätigt jetzt auch Veronika Halmbacher, Klimaschutzmanagerin des Landratsamts. Das letzte Wort haben die Naturschutzbehörden in den Landratsämtern und der Regierung von Oberbayern. Einer der vier angedachten Windrad-Standorte – in jeder Gemeinde ist eine Anlage geplant – muss laut Landratsamt aus Naturschutzgründen geringfügig verschoben werden, betroffne ist die Gemeinde Aying. „Auf die Wirtschaftlichkeit hat das keinen Einfluss“, betont Halmbacher.

Baukosten werden auf 25 Millionen Euro geschätzt

Verfestigt hat sich auch die Hoffnung, dass sich die vier Windräder, die als lockerer Cluster entlang der Autobahn platziert werden sollen, profitabel betreiben lassen. „Windmessungen und Wirtschaftlichkeitsberechnung führten zu einem positiven Ergebnis“, sagt Halmbacher. Was die Stromvergütung anbelangt, müsste sich die Arge an der EEG-Ausschreibung für Windkraft beteiligen. „Deswegen ist die Berechnung nur eine Momentaufnahme“, betont Halmbacher.

Die Baukosten der vier Windräder werden auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Die Kommunen wollen sie als „Bürgerwind-Anlagen“ konzipieren: Mit bis zu 30 Prozent des Investments sollen sich Bürger und Gemeinden beteiligen, um dann auf Rendite hoffen zu können.

Jetzt sind die Gremien der Arge-Kommunen am Zug. Wenn die Gemeinderäte und Kreisgremien die Fortführung beschließen, werden die Genehmigungsunterlagen erstellt und eingereicht. Parallel dazu muss über die Form einer Betreibergesellschaft beraten werden. Laut Halmbacher sind im Frühjahr Informationsveranstaltungen geplant – coronabedingt wohl als Online-Präsentation.

Fachlich beraten wird die Arge vom Planungsbüro Sing (Landsberg), das bereits mehrere Windkraft-Projekte in der Region betreute, darunter die vier Windräder am Ostufer des Starnberger Sees.

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