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„Die Plätzchen schmecken auch“: Michael Falkenhahn (v.r.) backt mit 14 anderen Männern in seinem Hobbykeller in Otterfing Spitzbuben, Haselnusskugeln und Co. Neben ihm sitzt sein zweitältester Sohn Severin.

Aus unserem Adventskalender: Hier ist Backen Männersache!

Ein Besuch bei Hobby-Bäckern der etwas anderen Art

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Otterfing - Jedes Jahr im Advent produziert Michael Falkenhahn (49) aus Otterfing mit seinen Söhnen und Freunden gut 21 Kilo Plätzchen. Warum nur? Ein Besuch.

Im Advent steht die gute alte Ordnung Kopf. Im Advent ziehen im Hause Falkenhahn die Männer die Backschürzen an. Dann geht es ab in den Hobbykeller. Dort sitzen 15 Männer an Biertischen herum, es ist knalleheiß. Sie trinken Bier, schauen Fußball, hören Musik. Aber das ist eigentlich nur Nebensache. Eigentlich geht es hier um etwas ganz anderes: Sie backen Weihnachtsplätzchen. „Das ist eine riesen Gaudi“, sagt Michael Falkenhahn. „Für uns ist das zugleich eine Vorweihnachtsfeier.“

Jedes Jahr veranstaltet Falkenhahn (49), der für die SPD im Otterfinger Gemeinderat sitzt, in seinem Haus ein Männerbacken. Es machen Freunde und Bekannte mit. Seine drei Söhne Jakob (21), Severin (19) und Quirin (18) beteiligen sich schon, seit sie klein sind, sie sind in der Männerbackstube groß geworden. „Die Plätzchen schmecken auch“, beteuert Falkenhahn.

Vor 27 Jahren hat alles in einer Zwei-Zimmer-Wohnung begonnen. Falkenhahns damalige Freundin und heutige Frau Susanne hatte keine Zeit zum Plätzchenbacken. „Sie musste fürs Staatsexamen lernen“, erzählt er. „Aber Weihnachten ohne Plätzchen wäre ja fad gewesen.“ Also rief er zwei Kumpels an. Und sie backten mit. Geklappt hat’s von Anfang an gut, behauptet Falkenhahn. „Ich bin in einer Gastronomie aufgewachsen“, sagt er. Da gab’s Berührungspunkte in der Küche. „Es ist nicht so, dass da ständig was angebrannt ist“, versichert er. „Wir haben Spaß dran gehabt.“ Und aus einer Notlösung wurde bald eine Tradition. Immer mehr Männer aus dem Bekanntenkreis wollten mitmachen. Inzwischen muss Falkenhahn schauen, dass es nicht zu viel werden. „Sonst kriegen wir die Menge nicht mehr hin.“

Jeder Mitbäcker darf gut ein Kilo Plätzchen mit nach Hause nehmen. Und so entstehen jedes Jahr rund 15 bis 21 Kilo Plätzchen und 13 bis 19 Sorten. Wenn Männer backen, wird wie am Fließband produziert. In der männlichen Backstube herrscht eine strenge Arbeitsteilung. Einer steht am Ofen, zwei kümmern sich um die Teigvorbereitung, zwei kontrollieren, ob die Plätzchen gleich groß sind. „Es ist kein Larifari“, betont Falkenhahn. Einer ist sogar für den Spüldienst eingeteilt.

Die Männer backen also sehr ökonomisch. „Die Frauen backen detailverliebter“, meint Falkenhahn. „Da müssen die Plätzchen noch schöner aussehen.“ Frauen haben in dieser Backstube aber nichts zu suchen, nur abends dürfen sie vorbeischauen. „Da herrscht eine klare Übereinkunft“, scherzt Falkenhahn. Und bislang hätte auch keine wirklich Interesse angemeldet. Am Anfang seien einige Gattinnen schon skeptisch gewesen. „Ja, ja, ihr geht da ja nur zum Saufen hin“, lautete der Vorwurf. Doch inzwischen sind alle Gerüchte begraben. „Manche Frauen schicken ihre Männer extra hin.“ Damit sie selber nicht oder weniger backen müssen. „Meine Frau macht dann vielleicht noch zwei drei Sorten, die sie gerne mag, dazu“, sagt Falkenhahn. Den Rest erledigen die Männer.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im von Männern bewachten Ofen entstehen unter anderem Spitzbuben, Lebkuchen, Vanillekipferl und Haselnusskugeln. „Wir machen einfache Sorten und aufwendige.“ Zu letztgenannten zählt zum Beispiel das falsche Butterbrot, ein auf Lebkuchenteig basierendes Gebäck mit Pistazienkernen. Oder Falkenhahns Lieblinge, die sogenannten Hausfreunde: Mürbteigplätzchen mit Marmelade, Marzipan und halbseitigem Schokoguss.

Inzwischen zeichnet sich schon der Generationswechsel im Hobbykeller ab. „Fünf Männer in meinem Alter waren dieses Mal dabei“, sagt Falkenhahn. Der Rest waren Freunde seiner drei Söhne. Männerbacken ist in.

Das Allerschönste kommt immer zum Schluss: „Das heiß ersehnte saure Essen am Abend“, sagt Falkenhahn. Es gibt Essiggurken, Wurst, Käse und Salat, um den Magen zu neutralisieren. Süßes Zeug kann dann kein Mann mehr sehen.

Unser Adventskalender

In unserer Serie „Mein Advent“ öffnen wir bis Heiligabend jeden Tag ein Türchen und stellen einen besonderen Menschen und sein Engagement für die Gemeinschaft und eine stimmungsvolle Adventszeit vor.

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