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Wasser, Wind und eine neue Straße: „Aber 2022 wird in Otterfing kein Jahr des Beginnens“

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Von: Andreas Höger

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Damit Otterfing flüssig bleibt: Unweit der beiden bisherigen Trinkwasser-Brunnen wird derzeit westlich von Palnkam ein dritter Förderschacht gegraben. Nächstes Jahr soll der Brunnen ans Netz.
Damit Otterfing flüssig bleibt: Unweit der beiden bisherigen Trinkwasser-Brunnen wird derzeit westlich von Palnkam ein dritter Förderschacht gegraben. Nächstes Jahr soll der Brunnen ans Netz. © Gemeinde otterfing

Wasser, Wind und eine Straßensanierung werden die Otterfinger Gemeindepolitik nächstes Jahr maßgeblich prägen. Kaum zu erwarten sind Durchbrüche bei zwei Dauerbrennern – der Zukunft der Sportstätten und dem Bau eines Mehrgenerationenhauses. Ein Ausblick auf gemeindliche Projekte, die 2022 wichtig werden.

Otterfing – Die Pandemie hat im Otterfinger Gemeindefinanzen einige Zuflüsse verstopft. „Wir hatten deutliche Einbußen bei den Steuereinnahmen“, sagt Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD). Und noch ist das Tal nicht durchschritten. Auch im neuen Jahr fürchtet der Rathauschef Corona-Effekte, die ins Kontor schlagen. Finanziell erwartet Falkenhahn ein sehr straffes Jahr, was dem Investitionsspielraum Grenzen setzt: „2022 wird ein Jahr des Vollendens und Umsetzens, kein Jahr des Beginnens.“

Windkraft-Anlage

Ihr spektakulärstes Projekt der vergangenen Jahre hofft die Gemeinde 2022 ins Ziel zu bringen: Für den Windpark im Hofoldinger Forst werden die Bauanträge gestellt. Die drei „Bürgerwind-Anlagen“ – je ein Windrad steht auf Otterfinger, Sauerlacher und Ayinger Flur – könnten dann 2023 gebaut werden. Geschätzte Kosten: 18 Millionen Euro. Die drei Gemeinden bündeln derzeit ihr Engagement in einer Windkraft Hofoldinger Forst GmbH. „Parallel zum Genehmigungsverfahren werden wir nächstes Jahr schon Angebote von Windrad-Herstellern einholen“, kündigt Falkenhahn an, „so ein Windrad ist keine Stangenware.“ Im Lauf des Jahres soll auch feststehen, wie sich die Otterfinger am Windrad beteiligen können.

Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Neuer Brunnen

In einem anderen Wald wird aktuell daran gearbeitet, dass Otterfing flüssig bleibt. Westlich von Palnkam gräbt eine Spezialfirma einen dritten Trinkwasser-Brunnen. Im kommenden Jahr wird dort, aus 110 Metern Tiefe, der erste Kubikmeter nach oben quellen. „Eine ganz wesentliche Verbesserung der Versorgungs-Sicherheit“, sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig soll sich der Hochdruck-Ring im gemeindlichen Wassernetz schließen.

Noch nicht ganz fertig ist die neue Wasserleitung von Bergham nach Wettlkam. Das günstige Spülbohrverfahren, das die Gemeinde an den Endpassagen einsetzte, funktionierte zwar grundsätzlich, blieb in Bergham aber teilweise im kieslastigen Untergrund hängen. „Jetzt müssen wir leider doch ein paar Meter Straße aufreißen“, sagt Falkenhahn. Insgesamt investiert die Gemeinde in den Ausbau der Wasserversorgung bis zu drei Millionen Euro. Allein die Bohrung kostet fast 540 000 Euro.

Straße nach Wettlkam

Seit Jahrzehnten steht die Sanierung der Gemeindestraße Bergham-Wettlkam (1,66 Kilometer) auf der To-Do-Liste der Gemeinde. Bisher hatte es Probleme gegeben, die dafür nötigen Grundstücksstreifen zu erwerben. Das sei jetzt geglückt, sagt Falkenhahn. Geplant ist eine Fahrbahnbreite von 4,75 Meter; zwei Ausweichstellen erleichtern den Begegnungsverkehr. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von rund einer Million Euro – wartet aber noch auf den Förderbescheid der Regierung von Oberbayern. „Wir müssen wissen, was genau bezuschusst wird. Erst dann können wir die Arbeiten ausschreiben“, sagt der Rathauschef. Gebaut werden soll 2022 auf jeden Fall.

Sportstätten

Ruhig geworden ist es zuletzt um ein Aufreger-Thema der vergangenen Jahre: Was wird aus dem alten Sportzentrum? Ein Beschluss noch des alten Gemeinderats sieht vor, auf dem Areal des Skaterplatzes eine Turnhalle zu bauen. „Das Thema ist nicht ad acta gelegt“, sagt Falkenhahn, „aber es ist da ein gewisser Stillstand eingetreten ist, das gebe ich zu.“ Für das kommende Jahr sei es „vorsichtig optimistisch“, dass man planerisch ein Stück weiterkomme. Für den Bau der Turnhalle fehle derzeit das Geld. „Die Wasserversorgung genießt Priorität“, betont Falkenhahn, „nebenher können wir nicht noch ein anderes Großprojekt stemmen.“

Mehrgenerationen-Bau

Einen ungewöhnlichen Weg geht das Projekt Mehrgenerationen-Wohnen. Während noch unklar ist, was genau und wo genau die Gemeinde bauen will, wird dafür schon Personal eingestellt: Im Januar nimmt ein(e) Quartiers-Manager(in) die Arbeit auf. „Er oder sie soll Veranstaltungen organisieren und uns helfen zu klären, wie viele Senioren und wie viele junge Menschen an solchen Wohnformen interessiert sind“, sagt Falkenhahn. Finanziert wird die Teilzeitstelle für vier Jahre weitgehend aus dem staatlichen Förderprogramm „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“. Als Bauort des kommunalen Wohnprojekts kommt die gemeindeeigene Thomawiese in Frage. „Endgültig festgelegt sind wir aber nicht“, sagt Falkenhahn.

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