Pferdehof aussiedeln Pfandzelt Holzham Otterfing
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Auf dieser Hofstätte wird es für die Pferde von Thomas Pfandzelt zu eng. Der Landwirt will seinen Grund verkaufen und den Hof auf die dahinterliegende Wiese aussiedeln.

Pferdehof Holzham

„Aussiedlung auf gutem Weg“ - Landwirt berichtet über seine Pläne in Otterfing

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Aussiedeln wollte der Otterfinger Landwirt seinen Hof schon länger. Nach einem sich anbahnenden Nachbarschaftsstreit hegt Thomas Pfandzelt keinen Groll, sondern packt den Umzug an.

Otterfing – Thomas Pfandzelt will seinen Pensionspferdebetrieb in Holzham auf eine angrenzende Wiese in den Außenbereich Otterfings aussiedeln (wir berichteten). Auf Nachfrage erklärt der Landwirt seine Beweggründe und beurteilt die Chancen seines Projekts.

Misthaufen-Streit war Auslöser für die Umsiedlung - geplant war diese aber schon vorher

„Ausschlaggebend war ein Misthaufen an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn“, erzählt Pfandzelt. Früher sei dieser gemeinschaftlich genutzt worden – inzwischen wohne auf dem Nachbargrundstück aber kein Landwirt mehr, sondern ein Zahnarzt. „Und der wollte den Misthaufen nicht mehr direkt vor dem Haus haben“, sagt Pfandzelt. Um den Immissionsschutz einhalten zu können, hätte er den Haufen um zehn Meter weg von der Grundstücksgrenze verlegen müssen – „das geht aber platztechnisch nicht“. Über das Aussiedeln habe er ohnehin schon länger nachgedacht, um den Pferden mehr Fläche bieten zu können. „Und um keinen Nachbarschaftsstreit anzufangen, habe ich den Misthaufen einfach als willkommenen Anlass genommen, das Projekt endlich anzupacken.“

Nachbarn stehen hinter dem Landwirt

Auf der angrenzenden Wiese zwischen Bahngleisen und seinem jetzigem Grund plant der Landwirt jetzt einen größeren Betrieb mit einem neuen Stall, Bergehalle, Reithalle, Führanlage, Reitplatz und ein Austragshaus inklusive Ferienwohnungen. Anders als berichtet kommen die Ferienwohnungen aber nicht in den Keller. Pfandzelt: „Im Souterrain sind lediglich Betriebswohnungen für saisonale Mitarbeiter angedacht.“ Das seien aber Detailfragen, die noch nicht mit der Gemeinde besprochen wurden. „Zumindest die Nachbarn stehen aber bereits voll hinter mir“, sagt der Pferdebetriebsleiter. Die nötigen Unterschriften für den Antrag im Bauausschuss habe er an einem Tag sammeln können.

Landwirtschaftliche Privilegierung wohl schon zugesichert

Den bisherigen Grund in Holzham wird er voraussichtlich verkaufen, um die neue Hofstätte finanzieren zu können. „Das ist ein toll geschnittenes Areal, ich habe bereits Interessenten dafür.“ Die Chancen auf Realisierung des Projekts stehen aus Sicht des Hofbesitzers gut. „Im Frühjahr waren bereits Vertreter des Fachzentrums Pferde vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) aus Fürstenfeldbruck da“, sagt Pfandzelt. Gemeinsam mit den Kollegen vom AELF Holzkirchen hätten sich die Beamten umgesehen und ihm sogar dringend zur Aussiedlung geraten. „Auf der jetzigen Hofstätte ist einfach zu wenig Platz, auch für die Tiere“, meint der Otterfinger. Das hätten die AELF-Vertreter beim Ortstermin genauso gesehen und ihm die landwirtschaftliche Privilegierung bereits mündlich zugesagt. „Auf die schriftliche Bestätigung warte ich noch, das sollte aber reine Formsache sein.“

Danach wird sich der Bauausschuss des Otterfinger Gemeinderats (wie zuletzt im Dezember geschehen) erneut mit dem Thema beschäftigen. Der Architekt von Pfandzelt, Gerhard Zach, betont: „Die Aussiedlung befindet sich auf einem guten Weg.“ Die Finanzierung sei durch den Erlös des Verkaufs der jetzigen Hofstätte gesichert. nap

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