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„Miserable Zustände“ attestiert Bürgermeister Eglseder dem Bahnhof, speziell der Unterführung.

Gemeinde drängt auf Modernisierung

Bahnhof bleibt ein Sorgenkind

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Glassplitter, Grünschnitt und ein penetranter Geruch: Die Gemeinde Otterfing ärgert sich über die schleichende Verwahrlosung des Bahnhofs. Sie drängt auf eine Modernisierung, doch die Deutsche Bahn blockt.

Otterfing– Viele Otterfinger nutzen den Bahnhof jeden Tag, für die Gemeinde ist er ein wichtiges ÖPNV-Drehkreuz und ein „Eingangstor“. Besonders einladend präsentiert sich der Bahnhof allerdings selten, eher im Gegenteil. Glasscherben bleiben wochenlang liegen, ebenso Grünschnitt.

Untragbare Zustände, findet Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Besserung jedoch ist kaum in Sicht, ebenso wenig wie die von der Gemeinde seit Jahren eingeforderte Sanierung samt behindertengerechtem Umbau des Bahnhofsbereichs. Die für den Bahnhof zuständige DB Station & Service schickte zuletzt wieder eine entsprechend ernüchternden Brief ins Rathaus, wie Eglseder jüngst im Gemeinderat erklärte. „Die Verwaltung wird trotzdem wieder den Antrag stellen, den Bahnhof endlich zu modernisieren“, sagte Eglseder.

Seit 1970 sei nichts Wesentliches mehr passiert. Der Bürgermeister wünscht sich insbesondere Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen, sowohl in der Unterführung als auch beim Zusteigen auf dem Bahnsteig.

Die Bahn begründet ihre Investitions-Zurückhaltung laut Eglseder damit, dass in Otterfing vergleichsweise wenig Fahrgäste zu- oder aussteigen. „Dann sollen die mal bitte in der Früh vorbeischauen“, sagte Andreas Eichhorn (SPD) „Da ist ordentlich was los auf den Bahnsteigen.“ Die Gemeinde hatte zuletzt bei der DB nachgehakt, weil Glasscherben und Staudenschnitt wochenlang nicht beseitigt wurden. Der Sog eines schnell durchfahrenden Zuges hatte laut Eglseder die Verglasung der Unterführung beschädigt.

Ein ständiges Ärgernis ist laut Bürgermeister die mangelnde Sauberkeit. „Miserable Zustände sind das“, schimpfte er. Ein Durchputzen alle drei Monate, wie von der Bahn bisher gehandhabt, sei zu wenig, um den Bahnhof vor schleichender Verwahrlosung zu bewahren. Da öffentliche Toiletten fehlen, stinkt es in der Unterführung öfter nach Urin und Exkrementen. Bekanntlich überlegt die Gemeinde, auf eigene Kosten ein Toilettenhäuschen zu bauen. Ein Projekt, das im Gemeinderat aber umstritten ist.

Michael Falkenhahn (SPD) verwies in dem Zusammenhang auf die „sinnfreie Platzierung“ von Wartehäuschen auf dem Bahnsteig. „Die Wetterseite ist offen, die bringen fast gar nichts.“ Die Gemeinde habe darauf bereits hingewiesen, sagte Eglseder: „Die Bahn sagt, die haben keine anderen Unterstände.“

Mehr als über nutzlose Unterstände am Bahnhof ärgert sich Max Ruf (SPD) über die Tarifpolitik des MVV. Er zahle 13 Euro für eine Fahrt nach München und zurück, bekomme dafür aber nur alle 40 Minuten eine Verbindung. „In München selber ist Bahnfahren deutlich günstiger – und sie haben den 10-Minuten-Takt.“ Diese Ungerechtigkeit müsse man beenden. „Wir hier draußen zahlen denen da drinnen den guten Takt, von dem wir nichts haben“, sagte Ruf.

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