Bei Unfall auf der A8: Polizisten durchsuchen Lastwagen - und staunen nicht schlecht

  • schließen

Der Unfall auf der A8 am Dienstag sorgte für kilometerlangen Stau. Wie nun bekannt wurde, entdeckte die Polizei zwei blinde Passagiere, als sie einen der beteiligten Lkw untersuchte.

Otterfing - Sperrung, Stau und verstopfte Ausweichrouten: Der Lkw-Unfall auf der A8 bei Otterfing sorgte für schwere Verkehrsbehinderungen. In all dem Chaos machten Beamte der Autobahnpolizei eine überraschende Entdeckung: zwei blinde Passagiere. Als die Polizisten bei der Unfallaufnahme einen der beteiligten Lastwagen, einen Sattelzug mit bosnischer Zulassung, untersuchten, bemerkten sie ein aufgebrochenes Schloss am Auflieger. Keine Unfallfolge, befanden die Polizisten. Sie öffneten den Laderaum und staunten nicht schlecht. 

Inmitten der Ladung versteckten sich nach Angaben der Polizei zwei Männer im Alter von rund 20 Jahren, die trotz des Unfalls unverletzt waren. Beide führten lediglich einen kleinen Rucksack und etwas zu trinken mit sich - aber keine Ausweisdokumente. „Der deutschen Sprache waren sie nicht mächtig“, heißt es im Pressebericht der Polizei. Da offensichtlich gewesen sei, dass es sich bei den Männern um illegal eingereiste Migranten handelte, wurden  sie der Grenzpolizeiinspektion Raubling übergeben. 

Ein angeforderter Dolmetscher klärte die Umstände demnach auch schnell auf: Demnach handelte es sich bei den Männern um Afghanen, die eigenen Angaben zufolge vor einem Jahr aus ihrer Heimat in Richtung Deutschland flüchteten. Die Familien bezahlten hierfür nach Polizeiangaben pro Person 8500 Euro an eine Schleuserorganisationen. Über die Türkei, sagten die Afghanen aus, gelangten sie nach Kroatien, wo sie ein Schleuser und Landsmann offenbar ohne Wissen des bosnischen Lkw-Fahrers auf dessen Sattelauflieger versteckte - dort, wo sie die Polizisten fanden. 

Wie die Männer gegenüber der Polizei angaben, hätten sie, wäre der Lkw nicht in den Unfall geraten, die Entladung in Norddeutschland abgewartet und sich dann den deutschen Behörden gestellt. So endete ihre Reise frühzeitig vor den Toren Münchens. Nach Äußerung eines Asylbegehrens wurden die beiden jungen Männer dem Ankunftszentrum der Regierung von Oberbayern in München zugeführt.

Rubriklistenbild: © dpa / Carsten Rehder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mannhardt (45) soll neuer Miesbacher Dekan werden - so kam es dazu
Die Priester und kirchlichen Bediensteten haben ihre Wahl getroffen. Neuer Dekan soll der Haushamer Pfarrer Michael Mannhardt sein. Walter Waldschütz scheidet nach …
Mannhardt (45) soll neuer Miesbacher Dekan werden - so kam es dazu
Er hat einen brutalen Schläger festgehalten: Nun wurde Philipp Becker ausgezeichnet
Zivilcourage hat Philipp Becker aus Oberlaindern bewiesen, als er versuchte, einen brutalen Schläger aufzuhalten. Nun wurde er für Verdienste um die innere Sicherheit …
Er hat einen brutalen Schläger festgehalten: Nun wurde Philipp Becker ausgezeichnet
Flotten-Wechsel bei der Bob: Der Quantensprung ist besiegelt
In einem der neuen Lint-Züge hat Verkehrsministerin Ilse Aigner gestern einen Vertrag unterzeichnet, der den Austausch der Flotte der BOB ermöglicht. Ein Zwischenschritt …
Flotten-Wechsel bei der Bob: Der Quantensprung ist besiegelt
Wie Phönix aus der Asche
Ein Feuer hat den Stall am Schnitzenbaumer Hof in Sonderdilching komplett zerstört. Nun will die Familie den Hof wieder aufbauen. Und zwar so wie vor dem verheerenden …
Wie Phönix aus der Asche

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion