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Sanierung tut Not: Mesnerin Barbara Riblinger und Kirchenpfleger Karl Enzinger hoffen, dass das Ordinariat heuer die nötigen Gelder freigibt. 

Berghamer Kirche

St. Valentin wird trocken gelegt

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St. Valentin kämpft gegen die Nässe – und droht zu verlieren: Die Berghamer Filialkirche muss saniert werden, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit ins Mauerwerk dringt. Rund 100 000 Euro wird’s wohl kosten.

Otterfing Zwischen Kopf und Schulter, da liegt der Schmerz. Wo der markante, spätgotische Spitzturm ans die Kirchenhalle anschließt, sickert seit Jahren Nässe ins alte Mauerwerk. „Wir befürchten, dass die Feuchtigkeit bald bis ins Gewölbe vordringt“, sagt Kirchenpfleger Karl Enzinger, „dann hätten wir ein wirklich großes Problem.“ 

Deshalb will man heuer Abhilfe schaffen: Der Turm, angebaut anno 1623 mitten im 30-jährigen Krieg, wird eingerüstet, trocken gelegt und nachhaltig gegen Nässe geschützt.

Die Schwachstelle ist schon länger bekannt. Vor drei Jahren beschloss die Kirchenverwaltung, das Leck am Turm zu schließen. Angewiesen sind die Berghamer dabei jedoch auf die finanzielle Hilfe des Ordinariats. „Über 400 solcher Renovierungen sind in der Erzdiözese aufgelaufen“, sagt Enzinger, „die Projekte stauen sich.“

St. Valentin musste sich hinten in die Warteschleife einreihen, da das Ordinariat bei seinen Renovierungszusagen die Kirchen bevorzugt, in denen viele Gottesdienste stattfinden. In Bergham wird nur jeden ersten Mittwoch im Monat eine Messe gelesen. „Die Kirche ist immer voll“, berichtet Mesnerin Barbara Riblinger. Mehr Pastoral findet aber nicht mehr statt, abgesehen vom Patrozinium (gefeiert am 7. Januar) und einzelnen Trauungen. „Bei der Bewertung sind wir deswegen etwas runtergefallen“, seufzt der Kirchenpfleger.

Um schlimmere Schäden zu verhindern, ließ die Kirchenverwaltung im Spätherbst 2017 eine provisorische Verblechung am Turm anbringen. Kosten: etwa 3000 Euro.

Jetzt aber gibt es Signale, dass das Ordinariat das Geld freigibt. Ende Februar, so hofft Enzinger, entscheidet der Vergabeausschuss über die heuer geförderten Renovierungsprojekte. „Wir sind guter Hoffnung“, sagt der Kirchenpfleger. 30 Prozent der Gesamtkosten, also rund 30 000 Euro, wird die Pfarrei selbst zu stemmen haben. Hilfe bekommt sie dabei von der Gemeinde, die einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro zusagte.

Dass der Turm Feuchtigkeit zieht, ist unübersehbar. Speziell an der Nordseite ist der Putz abgeplatzt, in der Sakristei blüht der Schimmel. Auch im Kirchenraum selber bröckelt das Mauerwerk. 20 000 Euro, so schätzt Enzinger, würde die Innensanierung kosten. „Wichtig ist, die Kirche erst einmal trocken zu bekommen.“ Die Außensanierung umfasst außerdem Putzausbesserungen, die Reparatur der Turmjalousien und erweiterten Blitzschutz.

Dass die Schwachstelle zwischen Turm und Kirchenbau liegt, lässt sich historisch erklären. Das Kirchlein war anno 1523 als Tuffsteinbau noch ohne Turm, nur als Halle gebaut worden. Erst zur 100-Jahr-Feier 1623 gesellte sich der Turm dazu. Eine wasserdichte Verbindung gelang damals offenbar nicht.

Kulturhistorisch bemerkenswert sind in St. Valentin die Flachkerbschnitzereien an der Empore und am südlichen Gestühlsblock sowie die beschlagene Eingangstür, die im Original erhalten sind, also schon seit dem Bau 1523 die Kirche schmücken. Die Jahreszahl haben mache Berghamer schon im Kopf, sagt Mesnerin Barbara Riblinger: „In fünf Jahren feiern wir 500 Jahre, da soll unsere Kirche außen und innen glänzen.“

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