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Ist enttäusch von der älteren Generation Briten: Max Ruf, Otterfinger in London.

Interview: "Alle in meinem Freundeskreis sind entsetzt"

Brexit: Otterfinger Student berichtet aus London

Otterfing - Großbritannien hat für den Brexit gestimmt. Maximilian Ruf aus Otterfing studiert in London und schildert seine Eindrücke und die Stimmung in seinem Freundeskreis.

Maximilian Ruf aus Otterfing macht zur Zeit seinen Master im Fachgebiet Terrorism, Security & Society am King’s College in London. Der 24-Jährige hat die Debatten um den Brexit hautnah miterlebt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt Ruf von den Reaktionen in seinem britischen Freundeskreis. 

Herr Ruf, Sie waren in London vermutlich hauptsächlich mit Gleichaltrigen unterwegs. Wie sieht die junge Generation in England den Brexit? 

Ruf: Die Leute, mit denen ich zuletzt Kontakt hatte, sind alle zwischen 18 und 30 Jahre alt. Und alle – egal ob links oder konservativ eingestellt – waren geschlossen gegen einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Lediglich einer, den ich aber auch nur flüchtig kenne, war noch unentschlossen. Ich habe das in den letzten Monaten miterlebt, die Stimmung ist extrem aufgeheizt.

Letztendlich hat sich eine knappe Mehrheit für den Brexit ausgesprochen. Wie hat Ihr Freundeskreis vor Ort reagiert? 

Ruf: Sie fühlen sich verraten, von den Älteren und ihrer fremdenfeindlichen Mentalität. Gerade die Generation 65+ hat laut einer Statistik wohl vermehrt für den Brexit gestimmt. Die Jungen sagen, dass sie jetzt diejenigen sind, die das ausbaden und mit den Konsequenzen leben müssen. Ich hab’ gleich nach Bekanntgabe des Ergebnis versucht, die Stimmung in unserer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe aufzubessern, aber alle sind einfach nur entsetzt. Sie sprechen von einem schwarzen Tag für Großbritannien und Europa. 

Welche Auswirkungen wird der Brexit Ihrer Meinung nach auf die Gesellschaft haben? 

Ruf: Ich bin mir sicher, dass es zu einer Spaltung zwischen Alt und Jung kommen wird. Jetzt, da Premierminister David Cameron seinen Rücktritt angekündigt hat, wird es Aufgabe der neuen Regierung sein, diese Zweiteilung zu überwinden. 

In den Medien war die Rede unter anderem von Ressentiments gegen Deutschland. Können Sie das bestätigen? 

Ruf: Von solchen Ressentiments habe ich nichts mitbekommen. Ich war aber auch ausschließlich in liberalen Verbleib-Kreisen unterwegs.

Das Gespräch führte Bastian Huber

Und das sagt Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan über den Brexit.

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