Gute Aussichten: Seit 2015 laufen die vier Anlagen der Bürgerwind Berg GmbH am Ostufer des Starnberger Sees und erwirtschaften Rendite. Der Windertrag dort floss in die Wirtschaftlichkeits-Berechnung für die vier Anlagen ein, die im Hofoldinger Forst geplant sind.
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Gute Aussichten: Seit 2015 laufen die vier Anlagen der Bürgerwind Berg GmbH am Ostufer des Starnberger Sees und erwirtschaften Rendite. Der Windertrag dort floss in die Wirtschaftlichkeits-Berechnung für die vier Anlagen ein, die im Hofoldinger Forst geplant sind.

Windenergie Hofoldinger Forst

Bürger-Dialog: Otterfinger wollen in Wind investieren

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Geht es um die geplanten Windräder im Hofoldinger Forst, interessiert viele Otterfinger vor allem: Wie kann ich mich beteiligen? „Die Bürgerbeteiligung an diesem Projekt ist das heiße Thema“, bestätigte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) jetzt beim Bürgerdialog Windenergie Hofoldinger Forst.

Otterfing – Bis zu 110 Interessierte hatten sich eingeloggt. Etliche nutzten die Chance, Fragen zu stellen, nachdem Experten den Projektstand erläutert hatten. Ein Schwerpunkt lag darauf, wie sich die Windräder, die von der Arge Hofoldinger Forst auf Otterfinger, Sauerlacher und Ayinger Flur angedacht sind, mit der Schutzwürdigkeit des Waldes vertragen.

Das millionenschwere Projekt steht an einer entscheidenden Wegmarke. Brunnthal hat zwar die Allianz verlassen, sodass statt vier nur noch drei Windräder zur Debatte stehen; doch die anderen Partner spannen sich für den Sprung: Bis Ende Juni wollen die Gemeinderäte und Kreistage in den Landkreisen Miesbach und München entscheiden, ob im Herbst das Genehmigungs-Verfahren anläuft. Dann soll auch feststehen, welche Betriebsgesellschaft sie gründen. „Auf jeden Fall werden sich Bürger beteiligen können“, verspricht Falkenhahn.

Windräder im Hofoldinger Forst: Bauanträge schon im Herbst?

Ob andere Gemeinden einsteigen können und ob ein viertes Windrad doch noch gebaut werden kann – das wird wohl Thema sein bei der nächsten Arge-Sitzung am Dienstag, 20. April. Dort dürfte auch zur Sprache kommen, wie der zehnprozentige Beteiligungs- und Finanzierungsanteil der ausgeschiedenen Brunnthaler verteilt wird. Bisher halten die Gemeinden je zehn Prozent, der Landkreis München 45 Prozent und der aktuell den Arge-Vorsitz führende Landkreis Miesbach 15 Prozent. Ihre bisher erbrachte Vorfinanzierung soll die zu gründende Gesellschaft übernehmen. Auf jeden Fall muss der Standortsicherungsvertrag der Arge mit den Staatsforsten angepasst werden, nachdem Brunnthal als Vertragspartner ausscheidet.

Kleinanleger sollen profitieren

In der Online-Info machte Robert Sing vom gleichnamigen Planungsbüro noch einmal deutlich, dass die drei verbliebenen Windkraftanlagen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wirtschaftlich zu betreiben sind: „Wir gehen von einer Rendite im oberen einstelligen Bereich aus.“ Profitieren sollen davon Kleinanleger vor allem aus Otterfing. 30 Prozent der Baukosten – rund sechs Millionen Euro je Windrad – sollen Einlagen beisteuern, den Rest finanzieren Darlehen.

Schon für die „Bankfähigkeit“ brauche es eine zweite Wirtschaftlichkeits-Berechnung, betonte Sing. Derzeit überprüft zudem die höhere Naturschutzbehörde, ob die bisherigen Gutachten plausibel sind, nach denen aus artenschutzrechtlichen Gründen keine entscheidenden Belange gegen die Windräder sprechen. „Man kann guten Gewissens weiterplanen“, empfahl Sing.

Das Otterfinger Windrad soll etwa 500 Meter westlich der Markwegbrücke aufgerichtet werden, unweit der Ecke Peißer-Geräumt/Groll- Geräumt. Der Wind strömt überwiegend aus West-Südwest an, der größte Ertrag ist im Winterhalbjahr zu erwarten. Um Fledermäuse zu schützen, sind laut Sing regelmäßige Abschaltungen eingeplant: „In der Wirtschaftlichkeitsberechnung ist das aber schon eingepreist.“

Für den Bau von Windrädern in den Staatsforsten rund um München stehen die Zeichen derzeit offenbar günstig, dank attraktiver EEG-Vergütung und stabiler Baukosten. Neben den drei Anlagen im Hofoldinger Forst sind drei Windräder im Höhenkirchner und sogar fünf Anlagen im Ebersberger Forst geplant; auch südwestlich von München, im Forstenrieder Park, zeichnen sich Windenergie-Projekte ab.

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avh

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