Michael Falkenhahn in seinem Amtszimmer
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Otterfings Rathauschef Michael Falkenhahn hat sich im Amtszimmer einen Stehpult-Arbeitsplatz eingerichtet.

Ein Jahr im Amt

Bürgermeister Falkenhahn: „Gemeinderat war bereit, neue Wege zu gehen“

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Ein Jahr im Amt: Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) setzt auf Klausur, um Großprojekte neu zu priorisieren.

Herr Falkenhahn, was war Ihr schönster Termin in diesem ungewöhnlichen ersten Jahr als Bürgermeister?

Hm, gute Frage. Ich glaube, es war tatsächlich die erste Gemeinderatssitzung. Da habe ich gespürt, dass alle entschlossen waren, auf sachlicher Ebene zusammenzuarbeiten, und bereit waren, auch mal neue Wege zu gehen. Diese Aufbruchstimmung hat sich zu einer sehr angenehmen Arbeitsatmosphäre entwickelt.

Was hat Sie in Ihrer bisherigen Amtszeit am meisten überrascht?

Dass es so schwer wird, in Pandemie-Zeiten ein Mindestmaß an gesellschaftlichem Leben am Laufen zu halten. Viele haben gesagt, Corona geht irgendwann vorbei, dann geht’s wieder los. Aber das dauert und dauert. Und es ist kaum möglich, was „Gemeinsames“ zu organisieren. Mir wäre sehr wichtig, den Bürgern endlich mal wieder so etwas wie eine Veranstaltung anbieten zu können. Fast alle Otterfinger haben sich in Corona-Zeiten sehr diszipliniert verhalten, ich würde gerne etwas zurückgeben.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich eingelebt hatten?

Das ging flott, nach ein bis zwei Monaten war ich ganz gut drin. Coronabedingt hatte die Verwaltung weniger Parteiverkehr zu bewältigen, da blieb mehr Zeit, um mich beim Einstieg zu unterstützen. Einen groben Überblick hatte ich sehr schnell, das verfeinert sich jetzt.

Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit dreht sich um die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen?

Direkt mit Corona und den Pandemie-Maßnahmen hatte ich weniger zu tun. Aber ich würde sagen, dass 80 oder 90 Prozent aller Abläufe mehr oder weniger von der Pandemie beeinflusst sind. Das ist ungewohnt, man braucht Geduld. Andererseits eröffnet das die Chance, gewohnte Abläufe zu hinterfragen und genau hinzuschauen, ob die Systeme noch passen.

Welches Einzelprojekt haben Sie am meisten vorangebracht?

Den neuen Trinkwasserbrunnen. Da steckt viel Arbeit dahinter, aber es ging gut was vorwärts. Heuer steht die Bohrung an. Das Projekt Teufelsgraben-Radweg, das ja nun in die nächste Phase geht, war durch meinen Vorgänger und den Gemeinderat bereits gut auf den Weg gebracht.

Bei den Dauerbrenner-Themen Sportzentrum und Mehrgenerationen-Wohnen gab es im vergangenen Jahr kaum Fortschritte. Wo wollen Sie bei diesen beiden Themen in einem Jahr stehen?

Ich sehe das ganzheitlich, es geht um das Zusammenspiel solcher Großprojekte. Unsere Gemeinderatsklausur mussten wir coronabedingt auf Juli verschieben, dort wollen wir über die großen Linien und diese Projekte sprechen. Wir sind an allen Themen dran, in der Verwaltung bereiten wir die Klausur vor. In einem Jahr sollte der Gemeinderat die Projekte durchdiskutiert und Prioritäten gesetzt haben, was kommt wann, wo und wie. Miteinander muss der Gemeinderat ein Programm aufstellen. Für mich ist klar: Finanziell werden wir nicht alles gleichzeitig stemmen können.

Zu dieser Serie

Ein Jahr sind die sieben neugewählten Bürgermeister im Landkreis Miesbach nun im Amt. In unserer Interviewserie berichten sie, wie sie ihren Start während der Corona-Krise erlebt haben.

Klicken Sie hier:

Landkreis: Landrat Olaf von Löwis

Bad Wiessee: Robert Kühn

Fischbachau: Johannes Lohwasser

Holzkirchen: Christoph Schmid

Miesbach: Gerhard Braunmiller

Otterfing: Michael Falkenhahn

Valley: Bernhard Schäfer

Waakirchen: Norbert Kerkel

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