Hier wird ein Platz frei: Bürgermeisterbüro in Otterfing.
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Hier wird ein Platz frei: Bürgermeisterbüro in Otterfing.

Dreikampf um den Chefsessel

Bürgermeisterwahl in Otterfing: Alle Infos zu Gemeinde und Kandidaten

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Drei Kandidaten wollen Jakob Eglseder als Bürgermeister in Otterfing nachfolgen. Das Renne ist völlig offen. Alle Infos zur Wahl in Otterfing und den Kandidaten.

  • Bürgermeisterwahl in Otterfing: Um die Nachfolge Jakob Eglseders, der übrigens vor seiner Wahl 2002 den Bürgermeister-Schreibtisch schreinerte, bewerben sich Robert Schüßlbauer, Josef Killer und Michael Falkenhahn.
  • Nachfolgend Eckdaten zur Gemeinde Otterfing, zur politischen Lage, schließlich stellen sich die Kandidaten selbst vor.
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Otterfing – Das war knapp: Gerade noch blieb Otterfing heuer unter einer kommunalpolitisch wichtigen Zahl. 4845 Einwohner zählt die Gemeinde im Landkreis-Norden. Wären es über 5000 gewesen, hätte sich die Zahl der zu wählenden Gemeinderäte von 16 auf 20 erhöht. So bleibt alles beim alten, erst bei der Wahl 2026 muss die Gemeinde den Ratstisch wohl vergrößern.

Wie schnell und wo sich was in Otterfing entwickelt, das wird Aufgabe eines neuen Bürgermeisters sein. Nach 18 Jahren endet die Ära von Jakob Eglseder (CSU). Um seien Nachfolge bewerben sich zwei amtierende und ein ehemaliger Gemeinderat.

Robert Schüßlbauer (44) tritt für die CSU an; der Bankkaufmann sitzt seit 2002 im Gremium, seit 2005 fungiert er als Sprecher der größten Fraktion im Rat. Michael Falkenhahn (52) will das Rathaus für die SPD erobern; der leidenschaftliche Hobbykoch wirkt seit 2014 im Gemeinderat mit.

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Ein Comeback versucht Josef Killer (FWG). Der 65-Jährige sammelte von 1978 bis 1996 Erfahrungen als Gemeinderat. Nachdem die „alten“ Freien Wähler keine Bereitschaft zeigten, ihn auf den Schild zu heben, gründete Killer eine neue FWG-Gruppe und ließ diese als Verein eintragen; diese FWG sieht sich im Schulterschluss mit der Freie-Wähler-Partei, die im Landtag vertreten ist. 

Die „alten“ Freien Wähler Otterfing (FWO) verzichteten auf einen Bürgermeister-Kandidaten, treten aber, angeführt von Stefan Burgmayr, mit Gemeinderats-Bewerbern an. Damit gibt es, ein Kuriosum, zwei Freie-Wähler-Gemeinschaft-Listen in Otterfing.

Komplettiert wird die Kandidaten-Landschaft von den Grünen. An der Spitze ihrer Liste steht die neue Ortsvorsitzende Hildegard Huil. Erfahrung als Gemeinderäte bringen Thomas Hogger und Hubert Baldauf mit. Für die aktuelle Bürgermeisterwahl stellen die Grünen keinen Bewerber.

Auf den neuen Rathauschef und den neuen Gemeinderat kommen große Aufgaben zu. Viele Bürger erwarten, dass endlich das Thema Sportzentrum gelöst und ein Wohnprojekt angepackt wird, das Senioren und jungen Otterfingern zugutekommen soll.

Die Gemeinde Otterfing in Zahlen

Einwohnerzahl: 4845.

Wahlberechtigte: 3709 (davon 291 EU-Ausländer).

Gemeindefläche: 2116 Hektar; Ortsteile: Bergham, Holzham, Palnkam, Heigenkam, Wettlkam.

Derzeitige Sitzverteilung: CSU 6, SPD 4, FWG 3, Grüne 3. Kandidatenlisten 2020: CSU, FWG, SPD, Grüne, FWO.

Robert Schüßlbauer (44): Kandidat der CSU - „Gemeinsam könnenwir viel erreichen“

Robert Schüßlbauer (44): Kandidat der CSU

Wohnraum in Otterfing ist knapp und teuer. Was kann die Gemeinde tun, damit bezahlbarer Wohnraum für Einheimische entsteht?

Schlüßlbauer: Mein Ziel ist die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen für einheimische junge Bürger, Familien und Senioren, etwa auf der Thomawiese. Dieses Projekt wurde von uns angestoßen und wird von mir klar verfolgt. Die Stärkung der eigenen vier Wände durch Einheimischen-Modelle, die auch günstigere Eigentumswohnungen beinhalten, möchte ich unterstützen.

Stichwort Sportstätten und Vereinsräume: Welche Lösungen favorisieren Sie und wie würden Sie das finanzieren?

Schlüßlbauer: Die Planung einer Sporthalle am Skaterplatz, unter Erhalt der Skateranlage, halte ich für eine mögliche Lösung. Sie spart uns teure Lärmschutzmaßnahmen am Altstandort Nordring. Gleichzeitig müssen wir den Otterfinger Hof als Versammlungs- und Veranstaltungszentrum für unsere Ortsvereine erhalten. Die Finanzierung dieser Maßnahmen wird ein großer Kraftakt werden. Eine rein auf Kreditbasis ausgerichtete Finanzierung halte ich für gefährlich.

Welche Infrastruktur-Projekte muss die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren unbedingt anpacken?

Schlüßlbauer: Für mich sind Verkehrsberuhigung und Erhalt/Ausbau unserer Verkehrsflächen ein wichtiges Thema. Den Bau des 3. Trinkwasserbrunnens halte ich für notwendig. Kinder und Jugendliche brauchen Freiflächen zum Spielen und als Treffpunkt.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Schlüßlbauer: Die Menschen, die Vereine, der Zusammenhalt im Ort. Gemeinsam können wir viel für unser Otterfing erreichen.

Zur Person

verheiratet, zwei Kinder, Bankkaufmann, Mitglied in zahlreichen Vereinen, seit 13 Jahren Kapellmeister der Blasmusik Otterfing, „Finanzchef“des Otterfinger Dorffestes, seit 25 Jahren Mitglied der CSU. Leitsatz: „Otterfing muss eine lebens- und liebenswerte Heimat für alle Bürger bleiben.“

Josef Killer (65): Kandidat der FWG - „Vollsortimenter schnell umsetzen“

Josef Killer (65): Kandidat der FWG - „Vollsortimenterschnell umsetzen“

Wohnraum in Otterfing ist knapp und teuer. Was kann die Gemeinde tun, damit bezahlbarer Wohnraum für Einheimische entsteht?

Killer: Gemeindegrund soll in Erbpacht vergeben werden. Schaffung von bezahlbarem Wohnraum über Mehrgenerationenprojekte. Hierzu habe ich vor, ein Kommunalunternehmen „Bauen und Wohnen“ zu gründen.

Stichwort Sportstätten und Vereinsräume: Welche Lösungen favorisieren Sie und wie würden Sie das finanzieren?

Killer: Ich halte mich an den Bürgerentscheid. Für eine neue Sporthalle brauchen wir die Beteiligung vom TSV. Unser Otterfinger Hof muss dringend saniert werden, um ihn als „Bürgerhaus“ nutzen zu können; wir brauchen ihn für die Vereine und Veranstaltungen, finanzierbar über einen Stufenplan.

Welche Infrastruktur-Projekte muss die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren unbedingt anpacken?

Killer: Die Sicherstellung der Wasserversorgung mit einem neuen Tiefbrunnen. Ein Vollsortimenter zur Nahversorgung bedarf einer schnellen Umsetzung. Ein Projekt für betreutes Wohnen für ältere Menschen, mit Bereitstellung barrierefreier Wohnungen, ist erforderlich. Es stehen zurückgestellte Straßensanierungen an, nach Wettlkam, oder ab Palnkam zum Kerntal. Eine behutsame Weiterentwicklung vom Gewerbegebiet und die Entwicklung eines Energiekonzepts.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Killer: Möglichkeiten und Maßnahmen, die der Umwelt und der Natur nutzen, sind mir wichtig. Ich wünsche mir eine faire und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bürgerforum und dem Gemeinderat.

Zur Person

verheiratet, eine Tochter, Versicherungsfachmann, acht Jahre Kommandant der Feuerwehr, Mitinitiator des Bürgerbegehrens Sportzentrum 2015 („angemessen und finanzierbar am Altstandort“), Leitsatz: „Es ist mir ein Anliegen, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg, sondern mit den Bürgern zu entscheiden.“

Michael Falkenhahn (52): Kandidat der SPD - „Otterfing brauchtWohnungen“

Michael Falkenhahn (52): Kandidat der SPD

Wohnraum in Otterfing ist knapp und teuer. Was kann die Gemeinde tun, damit bezahlbarer Wohnraum für Einheimische entsteht?

Falkenhahn: In den letzten Jahren wurde nur der Bau von Häusern ermöglicht, in Otterfing werden aber Wohnungen gebraucht. Genossenschaftlicher Wohnungsbau auf Basis von Erbpacht ist die Lösung. Genossenschaften schaffen und erhalten dauerhaft kostengünstigen Wohnraum.

Stichwort Sportstätten und Vereinsräume: Welche Lösungen favorisieren Sie und wie würden Sie das finanzieren?

Falkenhahn: 2018 wurde ein von der SPD initiierter Antrag fraktionsübergreifend verabschiedet. Ich möchte das Angebot an Sportstätten und Vereinsräumen erhalten und erweitern, entsprechend dem Bürgerentscheid. Ein Neubau am Skaterplatz beseitigt das offene Kinder- und Jugendangebot, mit Mehrkosten von fünf Millionen Euro. Beide Vari-anten werden aus Haushaltsüberschüssen, Zuschüssen, Krediten und staatlich finanziert.

Welche Infrastruktur-Projekte muss die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren unbedingt anpacken?

Falkenhahn: Aufgaben: Straßenbau, neuer Brunnen, zukunftsorientierte Maßnahmen, wachstumsbedingte Erweiterung, notwendige Umsetzungen zur Energiewende.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Falkenhahn: Mir liegt ganz Otterfing am Herzen, ob Vereine, Senioren oder Jugendliche, ich will eine lebenswerte Kommune für alle weiterentwickeln. Eine ganzheitliche Sicht, Bürgerbeteiligung, die Umsetzung der Digitalisierung und eine offene Informationspolitik bilden die Grundlage für ein gutes Miteinander.

Zur Person

verheiratet, drei Kinder, IT-Projektleiter, Handball- und Fußballtrainer, engagiert in der Jugendarbeit der Gemeinde, seit 2007 Mitglied der SPD. Leitsatz: „Ich wünsche mir für Otterfing eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit. Ich stehe für sachorientierte Lösungen, die alle Bevölkerungsgruppen im Blick haben.“

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