+

Alpenvereinssektion Otterfing  

Gamshütte ist so beliebt wie nie - und doch bereitet sie Sorgen 

  • schließen
  • Bettina Stuhlweißenburg
    Bettina Stuhlweißenburg
    schließen

Die Gamshütte der DAV-Sektion Otterfing ist ein beliebtes Ausflugsziel in den Zillertaler Alpen. Allerdings ist sie in die Jahre gekommen. Eine Sanierung würde mindestens eine halbe Million Euro kosten. Können die OtterfingerAlpinisten eine so hoheSumme stemmen?

Otterfing Blumenreiche Almwiesen, Wasserfälle und 3000 Meter hohe Gletschergipfel charakterisieren die Zillertaler Alpen. Oberhalb von Finkenberg, auf 1921 Metern Höhe, liegt die Gamshütte, der nördlichste Stützpunkt im Tuxer Hauptkamm. Nicht zuletzt wegen ihrer sonnigen Panoramalage ist sie bei Bergsteigern beliebt: Der Blick reicht über den Floitengrund zu Ahornspitze, Rastkogel und ins Tal nach Ginzling und Mayrhofen.

Vor einem Jahr hat Hüttenwirtin Corina Epp das Kleinod übernommen – seither genießt die Gamshütte auch kulinarisch einen guten Ruf. Im vergangenen Jahr, zu verdanken wohl auch dem Traumsommer, setzte es bei den Übernachtungen einen neuen Rekord: 2112 Besucher verbrachten mindestens eine Nacht auf der Hütte, so viele wie noch nie.

Trotzdem bereitet das 1928 erbaute Häuschen seinem Eigentümer, dem Otterfinger Alpenverein, einige Sorgen. „Sie wird irgendwann nicht mehr den behördlichen Anforderungen entsprechen“, fürchtet Vorsitzender Robert Blümke.

Auch wenn die Schutzhütte der Kategorie I Bestandsschutz genießt: Die Vorschriften sehen Sozialräume für das Personal sowie getrennte Sanitärbereiche vor. Dafür wäre ein vier Meter breiter Anbau nötig. Auch die Küche bedarf einer Renovierung, das Energiekonzept ist veraltet. Zwar verfügt die Hütte über Solarzellen, zu Spitzenzeiten kommt sie aber nicht ohne Strom aus dem Dieselaggregat aus.

Vor diesem Hintergrund beauftragte der Vorstand einen Architekten. Der schätzt die Baukosten auf mindestens 500 000 Euro. „Kein Pappenstiel“, sagt Blümke. Zumal man erst vor drei Jahren einen sechsstelligen Betrag in eine biologische Kläranlage investiert hat. 

Vor allem die Höhenlage treibt den Preis in die Höhe. Laut Blümke müsste ein Hubschrauber das Material auf den Berg fliegen. Die Materialseilbahn kann höchstens 200 Kilo tragen, obendrein wurde sie jetzt im Winter wohl von Lawinen beschädigt. Auch diese Reparatur werden die Otterfinger zu stemmen haben.

Zwar kann die Sektion mit Zuschüssen rechnen, aber 40 Prozent der Erweiterungs- und Modernisierungskosten muss sie selbst tragen. „Das wären immerhin 200 000 Euro“, sagt Blümke, „dafür müssten wir Schulden aufnehmen.“ Trotz guter Auslastung sei die Gamshütte ein Zuschussbetrieb, ein Schuldenabbau über die Bewirtschaftung funktioniere nicht. Trotz aller Zuschüsse: Das finanzielle Risiko trägt die Sektion. „Was passiert, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen?“, fragt sich Blümke. Schließlich höre man überall von explodierenden Baukosten. Theoretisch denkbar wäre, nach einer Satzungsänderung eine Sonderumlage in Höhe des bis zu Sechsfachen des Jahresbeitrags zu erheben, um etwaige Mehrkosten abzufedern. Dann aber drohen Austritte.

In der Jahreshauptversammlung am Freitag (22. März) stellte der Vorsitzende die Lage dar. 57 der rund 2500 Mitglieder waren erschienen.

Wie Schriftführer Thomas Rychly berichtet, zeichnete sich in der Versammlung ein erstes Stimmungsbild ab. „Die überwiegende Mehrheit sprach sich für Bestandswahrung aus.“ Tatsächlich genießt die Hütte bis auf Weiteres Bestandsschutz, sodass der Vorstand nicht unter akutem Zugzwang steht. 

„Die Hütte kann aktuell unverändert betrieben werden“, sagt Rychly, „aber viele Aspekte entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und den Erwartungen der Gäste.“ Einige Mitglieder unterstützten den Anbau, nach einer Ansparphase. Zwei Anwesende konnten sich auch vorstellen, die Hütte zu verkaufen oder einer anderen Sektion zu übergeben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tendenz: Kein FW-Kandidat für den Chefposten im Rathaus
Schicken die Freien Wähler (FW) Otterfing einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen? Nach der Jahreshauptversammlung ist das noch unklar. Tendenz: Eher nicht. 
Tendenz: Kein FW-Kandidat für den Chefposten im Rathaus
57-Jähriger nach Unfall im Krankenhaus
Weil der Fahrer hinter ihm nicht aufgepasst hat, musste ein Kreuther nach einem Unfall auf der B472 ins Krankenhaus gebracht werden.
57-Jähriger nach Unfall im Krankenhaus
Vorfahrt übersehen: SUV gegen SUV
Bei einem Unfall in Holzkirchen sind zwei SUV zusammengestoßen. Einer der Fahrer hatte die Vorfahrt des anderen missachtet.
Vorfahrt übersehen: SUV gegen SUV
Abbiegen auf die Autobahn kracht‘s
Fiat gegen Fiat hieß es bei einem Unfall am Freitagabend bei Weyarn. Beim Abbiegen auf die Autobahn hat es gekracht.
Abbiegen auf die Autobahn kracht‘s

Kommentare