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Frauenrunde: Auf dem Podium saßen (v.l.) Schauspielerin Senta Auth, CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Julia Klöckner, die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.

Am Archehof

Diskussion mit Klöckner: Politik ist Frauensache

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Unter dem Motto „Mit starken Frauen für eine starke Politik“ diskutieren Julia Klöckner, Vize-Bundesvorsitzende der CDU, Ministerin Ilse Aigner und Schauspielerin Senta Auth.

Otterfing– Zum Einstieg in die Frauenrunde muss erst mal ein Mann anpacken. „Das Mikrofon klickt“, stellt Julia Klöckner fest und: „Wenn jemand Technik kann, dann ist das die Ilse“, sagt sie in Richtung von Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner, die ausgebildete Radio- und Fernsehtechnikerin ist. Doch schon eilt Hausherr Georg Schlickenrieder herbei und wechselt die Batterie aus. Der kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen, schließlich wollten Frauen doch immer alles selber machen, scherzt er. Klöckner kontert: „Nicht, dass Ihr es verlernt.“

Gute Stimmung herrschte jetzt auf dem Archehof in Otterfing, wo der Kreisverband der Frauenunion Miesbach zum Thema „Mit starken Frauen für eine starke Politik“ geladen hatte. Auf dem Podium saßen Juli Klöckner, die Vize-Bundesvorsitzende der CDU, Vorsitzende ihrer Partei in Rheinland-Pfalz und im dortigen Landtag Fraktionsvorsitzende sowie Bayerns Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU) und die Schauspielerin Senta Auth, die in der Serie „Dahoam is Dahoam“ die Lansinger Bürgermeisterin Veronika Brunner spielt. Zwischen den Frauen stand CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan. Den Kontakt zu Klöckner hatte Aigner hergestellt, die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Bundesministerium für Landwirtschaft. „Die Männer dort haben eine neue Kultur mit uns erlebt“, scherzte Aigner.

„Wir haben sehr viel erreicht“, meinte Klöckner. Immerhin durften Frauen früher ohne Zustimmung ihres Mannes kein eigenes Konto eröffnen; wollte eine Frau arbeiten, musste ihr Mann das erlauben. „Wir sind auf Frauen und Talente angewiesen – auch in der Politik“, sagte die 44-Jährige. Wichtiges Thema sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Altersarmut, die oft Frauen betreffe. Es sei richtig gewesen, die Mütterrente anzugehen. Der Kampf der weiblichen Vertreter in CDU und CSU unterscheide sich von dem „rot-grüner Feministinnen“, betonte Klöckner. Letztgenannte würden es mitunter im Namen der Weltoffenheit tolerieren, dass muslimische Frauen vollverschleiert sind. Klöckner aber ist es wichtig, dass auch Lehrerinnen von Buben aus anders geprägten Kulturen akzeptiert werden. Frauen sollten dafür kämpfen, dass alle Frauen gleiche Rechte haben.

Radwan fragte Bezirksvorsitzende Aigner, wie es um die Frauen in der CSU Oberbayern bestellt sei. Laut Aigner ist „Luft nach oben da“. Sie habe sich immer bewusst für Bereiche entschieden, wo Männer dominieren, erklärte die 52-Jährige. Etwa die Landwirtschaftspolitik oder das Wirtschaftsressort. Frauen sollten sich bei der Berufswahl ein breites Spektrum anschauen. Sie würden oft schlechter bezahlte Berufe wählen. Wichtiges Thema seien die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Schauspielerin und CSU-Mitglied Auth, erzählte von ihrer alleinerziehenden Mutter. Heute sei ihre Rente so niedrig, dass sie auf Unterstützung angewiesen sei. „Es ist immer noch viel Nachholbedarf da.“ Auch, was die Bezahlung von Frauen angehe. Um ein Umdenken herbeizuführen, brauche es mehr Frauen in der Politik.

Dann waren die Zuschauer dran. Margarete Steffens, dritte Bürgermeisterin von Benediktbeuern, wollte wissen, wie man Frauen für Kommunalpolitik gewinnen kann. Oft seien sie nicht so bekannt, weil sie keine Zeit hätten, sich in Vereinen zu engagieren. Aigner riet Frauen, sich zu trauen und Türwahlkampf zu betreiben. Die Miesbacher CSU-Stadträtin Verena Assum fand, Frauen müssten das sportlicher sehen und riskieren, nicht gewählt zu werden. Ein Thema, das viele Zuhörer bewegte, war die Pflege. „Wir sind alle zuerst selbst gefragt“, so Klöckner. Tagespflege koste Geld. Man müsse überlegen, „was uns ein gutes Leben im Alter wert ist“.

Dann ist die Zeit um. Klöckner macht ein Selfie mit Auth, beim Rausgehen wollen sich einige Leute mit ihr fotografieren lassen. Aigner und Klöckner müssen auf den nächsten Termin. Frauen in der Politik haben eben viel zu tun.

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