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Vom Schrotthandel zum Wohngebiet: Dem ehemaligen Preimesser-Gelände in Otterfing steht ein eklatanter Wandel bevor. 28 Häuser wollen die Bauträger dort errichten, die bei der Gemeinde vorstellig wurden.

Gemeinde hält  Trümpfe in der Hand

Ehemaliges Preimesser-Gelände: Zwei Bauträger haben Planung vorgestellt

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Das ehemalige Preimesser-Gelände in Otterfing soll zum Wohnquartier werden. Die Gemeinde hat zwei Planungen von zwei Interessenten unter die Lupe genommen und für realisierbar befunden.

Otterfing – Namen sind bislang keine bekannt. Über den Verkauf wird andernorts hinter verschlossenen Türen verhandelt. Zwei Bauträger, die sich für das alte Schrottplatzgelände interessieren, sind allerdings bereits mit ihren Konzepten im Rathaus in Otterfing vorstellig geworden, um abzuklären, ob sie grundsätzlich realisierbar wären. Denn die Gemeinde stellt die baurechtlichen Weichen. Sowohl im März als auch in der Gemeinderatssitzung im April wurden die Planungen nun präsentiert. Der Tenor im Gremium: Mit beiden Konzeptionen könne man gut leben.

Im großen und ganzen unterscheiden sich die Varianten kaum. In beiden Fällen würde die im Bebauungsplan vorgeschriebene Obergrenze an Wohneinheiten überschritten werden. Statt 23 Häuser planen die Bauträger 28, zusammengesetzt aus Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Reihenmittelhäusern, jeweils etwas anders ausgerichtet. Eine Überschreitung im verträglichen Maß, befindet Bauamtsleiter Heinz Hirz, solange die Baugrenzen eingehalten werden. So weit, so ähnlich.

Der zentrale Unterschied besteht in der Lösung der Parkplatz-Problematik. Während der März-Investor eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen eingeplant hat zuzüglich weiterer 24 oberirdischer Stellplätze, bringt der April-Investor alle Parkplätze über der Erde unter. Wie? „Er hat den Raum besser genutzt“, erklärt Hirz.

Demnach ist das Gros der Stellplätze und Garagen zwischen den geplanten Häusern angeordnet. Weitere Parkplätze sollen vor dem Lärmschutzwall entlang der Einbahnstraße entstehen, die nach dem Bau parallel zur Bahnlinie von der Kreuzstraße in Richtung Pitzarweg verläuft. Das Fazit des Bauamtsleiters: „Die Stellplatzlösung ist gut durchdacht.“

Vorstellbar wären dennoch beide Varianten. Weitere kommen nicht mehr dazu. Zwar seien deutlich mehr Investoren an dem 10 000-Quadratmeter Grundstück interessiert, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). „Wir haben den Eigentümer aber gebeten, uns nur die zu schicken, die tatsächlich infrage kommen.“ Mit den zwei potenziellen Bauträgern, die dem Rathaus ihr Konzept präsentiert haben, sei das geschehen. „Für uns ist jetzt Schluss“, sagt Eglseder. „Wir wollen keine zehn anderen Bewerber.“

Die Gemeinde befindet sich so oder so in einer komfortablen Situation. Beeinflussen, wer den Zuschlag bekommt, kann sie nicht. Derjenige, der das Grundstück kauft, muss sich aber an den vorliegenden Planungen orientieren, verrät Bauamtsleiter Hirz. Für das Grundstück gelte nämlich ein rechtskräftiger Bebauungsplan. „Ändern müssen wir den nicht“, sagt Hirz.

Für die vorgestellten Konzepte sei man jedoch durchaus bereit, ein Stück weit davon abzuweichen. Das haben beide Investoren mit einer formlosen Voranfrage bereits abgeklopft. Der Gemeinderat gab jeweils sein Okay, stellte eine Zustimmung in Aussicht. Also: „Wenn wir am B-Plan was ändern, dann innerhalb dieser Konzepte“, verdeutlicht Hirz.

Bis wann die Entscheidung für einen der Interessenten fallen soll, steht offiziell noch nicht fest. Der Preimesser GmbH, die das Grundstück gepachtet hat, sei kein Zeitrahmen bekannt, teilt Unternehmenssprecherin Martina Zimmermann auf Anfrage mit. Wie unsere Redaktion jedoch erfahren hat, soll der Verkauf angeblich bis Mitte Mai ausgehandelt sein.

Im Otterfinger Rathaus hat sich inzwischen ein Favorit herauskristallisiert: der April-Investor. „Da steckt eine Konzeption dahinter, die mit dem Ort verträglich ist“, erklärt Bürgermeister Eglseder. „Da wird die Fläche nicht einfach mit Häusern zugepumpt.“

In die Häuser, die letztlich entstehen, könnten dann auch Otterfinger Bürger einziehen. Die beiden Bauträger hätten eine Vorreservierungsfrist für Einheimische zugesagt, ähnlich dem Modell am Klosteranger in Weyarn, verrät Eglseder. „Diesen Wunsch der Gemeinde haben beide erfüllt.“

Hier finden Sie alle Nachrichten aus Otterfing.

fp

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