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Junger Otterfinger (19) fliegt „weltwärts“ und arbeitet ein Jahr in der Karibik

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Von: Andreas Höger

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Abheben in eine neue Welt: Der Otterfinger Tom Hartmann (19) wird ein Jahr in der Dominikanischen Republik leben und arbeiten.
Abheben in eine neue Welt: Der Otterfinger Tom Hartmann (19) wird ein Jahr in der Dominikanischen Republik leben und arbeiten. © privat

Nach der Schule hinaus in die weite Welt, Freiheit atmen und sich auf einer Insel weit weg von zuhause auf ein ganz anderes Leben einlassen: Tom Hartmann (19) wird ein Jahr lang in der Dominikanischen Republik leben und arbeiten. Den Otterfinger erwarten eine fremde Kultur, viel Musik – und Guaguas auf allen Straßen.

Otterfing – Der Wunsch reifte lange. „Ich wollte immer schon ein Jahr weg, wenn ich mit der Schule fertig bin“, sagt Tom Hartmann. Als im Frühsommer das Abitur gebaut war (genauer: die Allgemeine Hochschulreife an der FOS Holzkirchen), ließ der Otterfinger Taten folgen. Er bewarb sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Verein Ecoselva, der sich in Peru, Indien und der Dominikanischen Republik (DomRep) für den Regenwald und Biodiversität einsetzt.

Im Juli trafen sich die 24 für die DomRep bestimmten Freiwilligen zu einem zehntägigen Vorbereitungsseminar in Thüringen. Am 12. September hebt der Flieger ab. Zehn Stunden Flug ab Frankfurt, dann Eintauchen in eine fremde Welt. „Die Aufregung steigt“, bekennt der Otterfinger. Die Zeit in der Karibik sieht er als Orientierungsjahr, um zu entscheiden, was er später machen will. Bisher steht ein Studium „in technischer Richtung“ auf der Agenda. Doch wer weiß? „Ich bin gespannt, wie es ist, auf eigenen Füßen zu stehen.“

Sensibilität wecken für Umweltthemen

Wohnen wird der 19-Jährige in einer Gastfamilie oder in einer WG mit anderen Freiwilligen. Auf einer abgelegenen Ranch soll er sich schwerpunktmäßig dem Thema Öko-Tourismus widmen. „Das Land lebt von Urlaubern“, weiß Hartmann, „man will aber weg vom Party-Tourismus und sich für nachhaltiges Reisen öffnen.“ Er soll Gruppen durchs Land führen, aber auch in der Bevölkerung, gerade bei Kindern und Jugendlichen, die Sensibilität wecken für Umweltthemen. „Müll wird meist in Gruben oder ins Meer entsorgt“, berichtet Hartmann. Zu seinen Aufgaben gehört, für Mülltrennung und bessere Hygiene zu werben.

Sprachlich verlässt sich der 19-Jährige auf sein Englisch. Das dürre Schul-Spanisch soll vor Ort vertieft werden, zumal auf der Insel ein spezieller Dialekt gebräuchlich ist. Gespannt ist der Otterfinger auf die Kultur seines Gastlandes, das Essen, die Tänze. Im Vorbereitungsseminar sei deutlich geworden, dass die Bevölkerung sehr katholisch geprägt ist. „Und überall hört man Musik.“ Die Rhythmen, sie gefallen dem jungen Freiwilligen. „Die Musik habe ich schon für mich entdeckt.“ Neugierig ist der Tennis- und Volleyballspieler, welche Sportarten angesagt sind.

Der 19-Jährige darf nicht selber Autos fahren

Die DomRep ist alles andere als ein Paradies. Zu den Schattenseiten des Karibikstaats zählen eine hohe Kriminalitätsrate sowie große Gefahren im Straßenverkehr. Die Fahrbahnen sind oft aberwitzig schlecht, was nicht alle davon abhält, aufs Gas zu drücken. Die Insel hat überdurchschnittlich viele Verkehrstote zu beklagen. Wenn es darum geht, die Schuldigen zu finden, nimmt die Polizei nicht selten den Erstbesten. „Deswegen darf ich dort trotz Führerscheins nicht selber fahren“, sagt Hartmann.

Wie also vorwärtskommen im Land? Das Quartier des Otterfingers liegt etwa eine Stunde Fahrzeit von der Kapitale Santo Domingo entfernt. Die Lösung heißt: Guagua. „Das sind private Sammeltaxis, die ständig unterwegs sind und Leute für wenig Geld mitnehmen“, sagt Hartmann. Seine 20 Urlaubstage will er nutzen, um jenseits der Ranch das Land zu erkunden. Heimaturlaub ist nicht geplant. „Ich will die Zeit auskosten.“

Internet funktioniert besser als in Deutschland

Die Freundin verstehe das, „sie freut sich für mich und weiß ja, wie unbedingt ich das will“. Die sechsstündige Zeitverschiebung sollte kein Problem sein, den Kontakt zu halten. „Das Internet funktioniert dort besser als bei uns“, hat sich der 19-Jährige sagen lassen. Ob ihn eine der beiden Schwestern oder die Eltern besuchen, ist noch nicht ausgemacht.

Ecoselva, seine Entsende-Organisation, finanziert den Einsatz zu 75 Prozent aus Mitteln des „Weltwärts“-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Freiwilligen werden gebeten, sich mit 2650 Euro selbst zu beteiligen. Laut Ecoselva werden mit diesem Geld auch kleinere Projekte von Partnerorganisationen im Land finanziert. Spender können sich mit einmaligen oder monatlichen Beträgen an einem Förderkreis beteiligen, den Tom Hartmann dafür im Gegenzug regelmäßig mit Berichten aus der DomRep informiert.

Förderkreis: Wer für den Ecoselva-Förderkreis spenden will, überweist an Ecoselva e.V. IBAN: DE 34 3706 9520 5303 8250 12, BIC: GENODED1RST, VR-Bank Rhein-Sieg (Stichwort: Unterstützung weltwärts-Programm und Teilnahme von Tom Hartmann).

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