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Fährte aufgenommen: Angeführt von Labrador Charly streift der Suchtrupp durch Otterfing. Dank der Spürhunde konnten die Ermittler einen Bereich eingrenzen.

Mantrailer durchkämmen den Ort

Er hat vergiftete Köder ausgelegt: Spürhunde kreisen Hundehasser ein

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Spürhunde haben die Fährte des Otterfinger Hundehassers aufgenommen und einen Ortsbereich eingrenzen können, in dem die Polizei nun intensiv ermitteln wird.

Otterfing – Die Schlinge zieht sich enger. Auf der Jagd nach dem Hunde-Hasser von Otterfing haben Spürhunde gestern Mittag einen Ortsbereich eingrenzen können, auf den die Polizei nun ihre Ermittlungen konzentrieren will. Die Fährte des Täters, der Mitte Januar wie berichtet 36 Giftköder in der Berghamer Straße verteilt hatte, führte die vierbeinigen „Sonderermittler“ in die Nähe des Bahnhofs.

„Das Ergebnis ist klar“, sagte André Reinwarth von der Polizeiinspektion Holzkirchen. Er leitet die Ermittlungen – und hat nun neue Anhaltspunkte. „Beide Hunde haben die Spur immer wieder aufgenommen und das Gebiet auf zwei Straßenzüge eingegrenzt.“ Konkret geht es dabei um den Bereich östlich der Münchner Straße zwischen Bahnhofstraße und Jahnsteig bis zu den Gleisen.

Vorausgegangen war eine stundenlange Spurensuche, die das Mantrailer-Team unter den neugierigen Blicken der Otterfinger kreuz und quer durch den Ort führte. Angeführt wurde der Suchtrupp im Wechsel von den beiden Labradoren Charly und Kaja. Ihre Namen wurden auf Wunsch der Hundeführer, die ebenfalls anonym bleiben wollen, geändert. „Sonst steht der Hunde-Hasser vor meiner Tür und vergiftet sie“, befürchtet einer der Führer von der Rettungshundestaffel Alpenvorland.

Labrador Charly wurde speziell ausgebildet.

Die Labradore sind speziell trainierte Spürhunde, die eine Fährte – meist Körperzellen wie Schuppen, die jeder Mensch automatisch verliert – auch nach Tagen aufnehmen können. Solche Geruchspartikel konnten die Hundeführer von den Wurst-Ködern abnehmen. Eine der mit den giftigen Körnern gefüllten Wienern haben sie als Geruchsprobe in einem Einmachglas dabei. Der Duft der Wurst oder des Giftes stört die Hunde dabei nicht. „Sie nehmen nur den Menschen wahr“, erklärt der Hundeführer, als er in Bergham steht und das Glas aufschraubt. Dort, vor der Filialkirche St. Valentin, haben Bauhofmitarbeiter die letzten Gift-Köder entdeckt.

Zunächst stromert Hündin Kaja unentschlossen über die Straße. Sobald sie am Glas geschnuppert hat, hetzt sie jedoch los, immer der Duftspur nach. Im Schlepptau hat sie nicht nur ihre Hundeführer. Auch zwei Polizeibeamte begleiten sie, die den Verkehr zurückhalten und Anwohner aufklären, wenn Kaja in einer Garage schnuppert oder in einen Garten einbiegt, genauso wie zwei Kamerateams, die die Suche fürs Fernsehen filmen.

Von der Kirche aus führt Kaja den Suchtrupp über den Weberweg auf die Berghamer Straße. Exakt das etwa 400 Meter lange Stück entlang, an dem die Köder verteilt wurden. Schon Labrador Charly hatte diese Spur zuvor gefunden. Und wie ihr vierbeiniger Kollege zieht auch Kaja in der Nähe des Bahnhofs wenig später das Tempo an. Sie hat eine frische Fährte gewittert. Immer wieder lotst sie die Ermittler die Bahnhofstraße und den Matheisweg entlang – und bestätigt damit eine Spur, die ein anderer Spürhund bereits vorige Woche gefunden hatte. Doch weder Kaja noch Charly setzen sich an diesem Tag vor eine Haustür und bellen sie an. Das tun sie nur, wenn sie den Geruchsträger gefunden haben.

Für André Reinwarth war die Suche dennoch ein Erfolg. Zwar hätten sie vor Gericht keine Beweiskraft, „selbst wenn die Hunde am Täter hochspringen. Ich muss ihm was nachweisen.“ Er kann seine Ermittlung nun jedoch in diesem Gebiet intensivieren. „Die Hunde haben mir den Weg gezeigt“, sagt Reinwarth. „Ich muss hier jetzt weitergraben.“ Sprich: In Akten wühlen, nach Verdächtigen suchen, Anwohner befragen. Vor allem aber will er den Druck auf den Täter und etwaige Mitwisser erhöhen. Sollte sich der Giftleger stellen, bestehe die Möglichkeit auf Strafmilderung.

Im Ort hofft man, dass der Täter zügig gefasst wird. Ein Vierbeiner starb, nachdem er einen Köder gefressen hatte, drei weitere wurden vergiftet. Nicht nur Hundehalter sind daher besorgt. „Hoffentlich“, zischt eine Passantin, als der Suchtrupp an ihr vorbeijagt, „finden sie den Sauhund.“

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