Ludwig Klier (56), Inhaber des Gasthaus‘ Baumann in Otterfing
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Ludwig Klier (56), Inhaber des Gasthaus‘ Baumann in Otterfing

„Man geht schneller pleite als vorher.“

Gastronomen im Raum Holzkirchen kämpfen gegen Verluste

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Zwei Gastronomen aus dem Raum Holzkirchen bewerten den Corona-Neustart: Gewinn macht keiner von beiden. Aber die Auflagen beurteilen sie unterschiedlich.

Landkreis - Geht es so weiter wie bisher, könnte Ludwig Klier (56, Foto r.) sein Gasthaus Baumann in Otterfing im Herbst zusperren. „Wenn sich nicht schnell und drastisch etwas ändert, muss man sich überlegen, ob man noch mehr Schulden aufhäuft“, sagt er. „Die Lage ist dramatisch.“ Klier macht seit der Wiedereröffnung der Gastronomie kaum mehr Umsatz als zuvor mit seinem Abhol-Angebot. In den Biergarten passen wegen der Auflagen nur noch 43 Personen statt 100, drinnen will kaum jemand sitzen. Den To-Go-Dienst konnte Klier aber mit seiner Frau und einer Hilfe stemmen. Jetzt bezahlt er Schankkellner, Koch und zwei Bedienungen. Er sagt: „Man geht schneller pleite als vorher.“

Das sagen die Gastwirte im Tegernseer Tal

Trotzdem: Zusperren will Klier sein Gasthaus nur im Notfall. Aus Angst, Kunden zu verlieren. „Die Leute müssen wissen: Da kann man hergehen.“ Klier bleibt die Hoffnung. Die Gäste seien mit seinen Schutzmaßnahmen zufrieden, sagt er. „Wir bekommen eine positive Resonanz. Wie sich das aber auswirkt, werden wir sehen.“ 

Gastronomen kämpfen gegen Verluste – Getrennte Meinung zu Auflagen

Hans Vogl (43) vom Hotel und Landgasthof Altwirt

In Großhartpenning ist Hans Vogl (43) vom Hotel und Landgasthof Altwirt zufriedener. Zwar macht auch er noch keinen Gewinn. Sein Ziel ist, kostendeckend zu arbeiten. „Es ist noch nicht der Brüller. Wenn ich wieder zusperren müsste, wäre es aber ein größeres Problem.“ Die Maßnahmen der Regierung würden auch die Gastronomen vor Corona schützen. „Das hat sich jemand mit Ahnung überlegt.“ 

Das sagen die Gastronomen im Raum Miesbach

Bei schönem Wetter Vogl mit dem Geschäft zufrieden. Ihm helfen vor allem Stammgäste über die Krise. Bei Ausflüglern merkt er noch Verunsicherung. Auf Dauer brauche er Konferenzen, Hochzeiten und Fluggäste. Er hofft, die kommen bald.

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