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Wohnraum im Ortskern: Das Sparkassen-Gebäude kaufte die Gemeinde im Jahr 2015.

Vergabe gestoppt

Enormer Andrang für Gemeindewohnung - doch keiner kriegt sie

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Otterfing – Als die Gemeinde jüngst eine gut 60 Quadratmeter große Wohnung im Sparkassengebäude ausschrieb, war der Andrang enorm. Nur bekommen wird sie vorerst niemand. Die Gründe.

„30 Otterfinger haben sich gemeldet und wollten die Wohnung haben“, erklärte Bürgermeister Jakob Eglseder auf Nachfrage. Bekommen wird sie aber vorerst niemand. Die Gemeinde stoppte die Vergabe und reservierte die attraktive Unterkunft für eine Erzieherin, die spätestens im Juni das Team im Haus für Kinder verstärken soll.

Die Wohnung dient damit als „Trumpf“ der Gemeinde, um eine der allerorten begehrten Erzieherinnen verpflichten zu können. „Der Markt ist heiß umkämpft“, weiß Eglseder, „es ist nicht leicht, gutes Personal für Kitas zu bekommen.“ Die Neueinstellung ist nötig, weil eine Erzieherin im gemeindlichen Haus für Kinder in Mutterschutz geht. „Spätestens im Juni brauchen wir eine neue Erzieherin“, sagt Eglseder.

Möglicherweise muss sich die Gemeinde auch nach einer zusätzlichen Kinderpflegerin für die gemeindliche Krippe umsehen. Anfang März findet der Tag der offenen Tür statt; die dabei zu erstellende Anmeldeliste wird zeigen, ob die Gemeinde eine dritte Krippengruppe aufmachen muss.

Dass die Wohnung im Sparkassen-Gebäude trotzdem im Gemeindeblatt allgemein ausgeschrieben wurde, sei unglücklich gelaufen, sagt der Bürgermeister. „Der Gemeinderat hat die Vergabe gestoppt, als das Gemeindeblatt bereits in Druck war.“ Die große Nachfrage zeige, dass es selbst für Otterfinger derzeit schwer sei, im Heimatort eine Wohnung zu finden.

Das Sparkassengebäude am zentralen Maibaumplatz hatte die Gemeinde im April 2015 von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee erworben. Kaufpreis: 2,9 Millionen Euro. Im Parterre sind Geschäfte untergebracht, unter anderem die Sparkassen-Filiale. Darüber gibt es zwölf Wohnungen. Die fragliche Drei-Zimmer-Wohnung (63,6 Quadratmeter) im zweiten Stock war für 716,50 Euro (Warmmiete) ausgeschrieben.

Wie Eglseder betont, sind nicht nur Mietwohnungen Mangelware in der Gemeinde. „Wir haben auch 60 Bewerber aus Otterfing, die sich für Baugrund interessieren.“ Hier zeichnet sich allerdings nicht ab, dass die Gemeinde in absehbarer Zeit ein neues Einheimischenprojekt auflegen kann.

Denkbar ist laut Eglseder, Teile des bisherigen Sportzentrums am Nordring in Bauparzellen umzuwandeln. 20 bis 30 Wohneinheiten sind auf der Fläche darstellbar, wie eine Voruntersuchung zeigte. Voraussetzung dafür wäre, dass man für das Sportzentrum einen neuen Standort findet. Die Debatte darüber hält an. Über andere Optionen, an Bauland für ein Einheimischen-Modell heranzukommen, verfüge die Gemeinde derzeit nicht, sagt der Bürgermeister.  

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