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Der Bauplatz: Auf diese Wiese neben dem Scheck-Gebäude will Bergzeit seinen Neubau stellen. Im Herbst sollen die Bagger rollen. 

Gewerbegebiet Otterfing

Bergzeit baut Lärmschutzwand

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Otterfing - Harte Bandagen hat Nachbar Stefan Weitl ausgepackt, um den Neubau des Sportartikel-Händlers Bergzeit in Otterfing zu torpedieren. Jetzt ist ein Kompromiss gefunden: Direkt auf der Grenze wird eine mächtige Lärmschutzwand gebaut – und nicht nur die.

Bergzeit hat Großes vor. Der Sportartikel-Händler wächst stetig, über 100 Mitarbeiter sind im Otterfinger Gewerbegebiet beschäftigt. Der Firma sind die angemieteten Räume im Scheck-Gebäude längst zu klein geworden. Auf einem Nachbargrundstück, für rund zwei Millionen Euro von der Gemeinde erworben, soll ein Firmensitz mit großem Versandlager entstehen (wir berichteten). 100 000 Produkte finden dort Platz, die Pakete gehen in die ganze Welt. Geschäftsführer Maximilian Hofbauer drückt aufs Tempo. Im September sollen die Bagger rollen. 

Der ehrgeizige Zeitplan wäre kaum zu halten, wenn Stefan Weitl an seinem Widerstand festhält. Bisher feuerte der Nachbar, dem nördlich angrenzend ein Büro- und Wohngebäude gehört, aus allen Rohren. Im Genehmigungsverfahren – konkret geht es um eine Bebauungsplanänderung – formulierte er einen ganzen Katalog voller Einwände. Seine Hauptvorwürfe: Das Projekt ziehe mehr Verkehr nach Otterfing, und der Lärmschutz sei nicht ausreichend berücksichtigt. 

Umso überraschender klang die Wendung, die Bauamtsleiter Heinz Hirz am Dienstag im Gemeinderat verkündete. Weitl und Hofbauer haben sich demnach auf einen nachbarschaftlichen „Vergleich“ geeinigt – im Beisein von Gemeinde und Landratsamt. Bergzeit erklärt sich bereit, entlang der ganzen Grundstücksgrenze eine etwa 80 Meter lange und bis zu 3,75 Meter hohe Lärmschutzwand zu bauen, um die künftige Ladestraße von Weitls Grundstück abzuschirmen. Kosten: rund 60 000 Euro.

Dafür verzichtet Weitl auf weitere Rechtsmittel und zieht seine Petition an den Landtag zurück. Und an besagter Grenze will er sogar selber bauen: Etwa 20 Garagen sollen dort entstehen. 

Der Gemeinderat segnete Wand und Garagen ab. Die Wand wird in den Bebauungsplan aufgenommen (einstimmiger Beschluss), die Garagen fanden eine 10:3-Mehrheit. Ulrike Stockmeier (FW) fiel ihre Zustimmung schwer: „Ich muss einen Purzelbaum rückwärts schlagen und eine dicke Kröte schlucken.“

Michael Falkenhahn (SPD) wies darauf hin, dass die Mauer laut Landratsamt nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Max Ruf (SPD) interessierte, welche Art von Gewerbe hinter den Garagen stecke. „Es ist positiv, dass sich die Nachbarn geeinigt haben“, fand Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Hirz betonte, dass der Kompromiss der Gemeinde helfe – auch die Garagen. „Da stehen immer Autos auf der Straße, die verschwinden jetzt vielleicht.“

Noch ist die Wand aber nicht gebaut, weswegen Weitl seine Einwände offiziell weiter aufrecht hält. 90 Minuten lang wurde in der Sitzung sein Klagekatalog abgearbeitet. Er wirft der Gemeinde „rücksichtslose Wunscherfüllung“ für Bergzeit vor, scheute sich auch nicht, eine ehemalige Beschäftigung von Eglseders Frau bei Bergzeit ins Feld zu führen, was der Bürgermeister unkommentiert ließ.

Auch Hirz ging auf persönliche Anwürfe nicht ein. Nur einmal schimmerte der Kleinkrieg zwischen Weitl und Bauamt deutlich durch, als es darum ging, dass Weitl Einsicht in die Pläne hatte nehmen wollen, aber offenbar eine halbe Stunde zu früh kam, weil er die Öffnungszeiten nicht richtig erfasst hatte. „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, ließ Hirz in der Sitzung wissen. Die sachlichen Einwände wies er alle zurück und berief sich dabei auch auf das Landratsamt. (avh)

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