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Genehmigung läuft aus: Die Firma Rohrdorfer würde die Brecheranlage in ihrer Grube nördlich von Otterfing gerne weiter betreiben. 

Die entsprechende Satzung steht kurz davor

Kiesabbau in Otterfing: Die Brecheranlage soll verschwinden

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Der Kiesabbau im Norden Otterfings bekommt Grenzen aufgezeigt: Geht es nach der Gemeinde, muss der größte Grubenbetreiber seine mobile Brecheranlage demontieren.

Otterfing – 32 Hektar, mehr nicht. Zwischen den Gruben Rohrdorfer und Fasching hat die Gemeinde ein zusammenhängendes Areal als „Konzentrationszone Kies“ definiert. Ein aufwendiges Verfahren, das der Gemeinderat jüngst in dritter Lesung erörterte, soll die Gemeinde in die Lage versetzen, Kiesabbau außerhalb dieser 32 Hektar zu verhindern. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung diese Änderung des Flächennutzungsplans. Der Entwurf bedarf noch der Genehmigung des Landratsamts.

Wenig glücklich mit dieser Beschränkung ist die Rohrdorfer AG. Das Unternehmen sieht sich unzulässig ausgebremst und kündigte eine Normenkontrollklage an. Ihr Vorwurf: Das Areal ist mit 32 Hektar zu knapp bemessen. Mindestens die Fläche, für die sich Rohrdorfer bereits Abbaurechte gesichert hat, müsse zusätzlich in die Konzentrationszone aufgenommen werden. Der Betrieb brauche mittelfristig Rechtssicherheit.

Der Gemeinderat erteilte dieser Bitte eine Absage. Würde man die von Rohrdorfer gewünschte Fläche dazunehmen, so argumentiert Bauamtsleiter Heinz Hirz, weite sich die Abbauzone auf 89 Hektar. „Das liegt deutlich über der Größenordnung, die einer Gemeinde wie Otterfing zumutbar ist“, sagte Hirz in der Sitzung. Theoretisch wären rund 305 Hektar Gemeindegebiet für den Kiesabbau geeignet. Zehn Prozent davon, eben die besagten 32 Hektar, seien ausreichend – so sieht es die Gemeinde. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Besitzer dieser Flächen einem Kiesabbau auch zustimmen.

Wie schon in den ersten beiden Erörterungsrunden gab es Kritik, dass die Gemeinde Waldgebiete vom Kiesabbau ausschließt. Der Industrieverband Sand, Steine und Erden wies darauf hin, dass eine Kiesgrube „nur eine vorübergehende Nutzungsänderung des Waldes“ darstelle und eine Wiederaufforstung durchaus denkbar sei. „Eine vermessene Aussage“, findet Hirz, „rodet man Wald und tauscht den Boden aus, wächst dort nie mehr ein Wald wie vorher.“ Solange noch Offenlandbereiche zur Verfügung stehen, will die Gemeinde Waldflächen unangetastet lassen.

Unabhängig von der geplanten Konzentrationszone läuft Ende 2017 die im Jahr 2009 erteilte Genehmigung für die mobile Brecheranlage der Firma Rohrdorfer aus. Der Gemeinderat signalisierte per einstimmigem Beschluss, dass er der beantragten Verlängerung nicht zustimmt. Formal stellte das Gremium die Behandlung des Rohrdorfer-Antrags zurück, was laut Hirz rechtlich möglich ist, um auf die Rechtskraft der Konzentrationszone zu warten. Die Brecheranlage befindet sich dann außerhalb dieser Zone, was es dem Unternehmen erschweren dürfte, den Weiterbetrieb genehmigt zu bekommen. „Da es sich um eine mobile Anlage handelt, sollte sie problemlos zu verlagern sein“, sagte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU).

Die Firma Fasching, der kleinere und schon lange ortsansässige Kiesgrubenbetreiber, sieht durch die Konzentrationszone keine unmittelbare Behinderung auf sich zukommen. Man habe Erweiterungswünsche, sagt Geschäftsführer Peter Fasching auf Anfrage, „aber die wären durch die Konzentrationszone abgedeckt“. Er sieht eher die Gefahr, dass die Ausweisung weitere Anbieter von auswärts anlocke. „Ich weiß, dass es da konkrete Anfragen gibt.“ Womöglich bewirke die Gemeinde also sogar das Gegenteil dessen, was sie durch die Konzentrationszone erreichen wolle.

Grundsätzlich missfällt Fasching, wenn Grubenbetreiber als „böse Buben“ hingestellt würden. „Alle wollen bauen, wir bekommen den Kies kaum her dafür“, sagt Fasching, „ohne Kies kein Bau – das darf man bitte nicht vergessen.“

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