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Hofoldinger Forst 

Neues Landschafts-Schutzgebiet bremst Parkplatzbau, lässt aber Luft für Windkraft

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Ein neues Landschafts-Schutzgebiet, mitten im Speckgürtel der Metropolregion München: Der Landkreis hat Ungewöhnliches vor im Hofoldinger Forst. Die Gemeinde Otterfing hofft, damit einen Lkw-Parkplatz an der A 8 ausbremsen zu können. Aber was wird aus den Windkraft-Anlagen, die ebendort angedacht sind?

Otterfing Die Idee, 434 Hektar Wirtschaftswald zu einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) aufzuwerten, wurde nicht von idealistischen Naturschützern geboren, sondern von der Gemeinde Otterfing – in einer Art Notwehr, könnte man sagen. Ob das LSG „Otterfing – Hofoldinger Forst“ tatsächlich kommt, entscheidet der Kreistag in seiner Sitzung am Mittwoch, 17.  Oktober.

Im Otterfinger Rathaus hatte man 2014 zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Autobahndirektion Südbayern lieber auf Otterfinger Flur einen ganz neuen Lkw-Parkplatz bauen will anstatt den bestehenden Parkplatz auf Sauerlacher Flur auszubauen; denn dort im Landkreis München gibt es längst ein LSG, dem die Parkplatzbauer offenbar aus dem Weg gehen wollten.

„Aber bei uns steht doch ganz der gleiche Wald“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Kleiner, aber feiner Unterschied: Der Hofoldinger Forst auf Otterfinger Flur ist nicht von einem LSG geschützt. Noch nicht.

Flugs beantragte die Gemeinde im September 2014 beim Landratsamt die Ausweisung – ein Wunsch, den der Kreistag erfüllte. Schnell aber wurde klar, dass ein „Zielkonflikt“ drohte. Zwei Drittel der für das Schutzgebiet vorgesehenen Waldflächen sind deckungsgleich mit dem „Vorranggebiet für Windkraftnutzung“, das im Regionalplan verankert ist. „Eine fast flächendeckende Windkraftnutzung wäre mit dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes nicht vereinbar“, heißt es in der Beschlussvorlage der Landkreisverwaltung.

Zur Diskussion stehen mithin die einzigen Flächen im Landkreis, auf denen Windkraft wenigstens theoretisch denkbar ist. Die Gemeinde Otterfing und der Landkreis unterstützen die Windkraft-Pläne sogar aktiv als Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Windkraft Hofoldinger Forst.

Die Frage war: Wie lassen sich beide „grünen“ Interessen, LSG und Windkraft, unter einen Hut bringen?

Klar ist mittlerweile: Derzeit sind Windräder im Hofoldinger Forst angesichts politischer Vorgaben und geringer „Windhöffigkeit“ (Windaufkommen) nicht wirtschaftlich zu betreiben. Die Luft ist raus. 

Trotzdem beauftragte die ArGe eine „Standortvorprüfung“, die jetzt endlich vorliegt. Demnach käme auf Otterfinger Flur überhaupt nur ein Standort für ein Windrad in Frage. Diese Fläche (20 Hektar) wurde aus dem geplanten LSG jetzt vorsorglich herausgeschnitten, auf der Karte erkennbar als Einbuchtung im Norden. Sollten wider Erwarten weitere Windräder möglich sein, schlägt die Verwaltung vor, Randbereiche aus dem LSG wieder herauszunehmen.

Das neue LSG soll an das LSG „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ des Landkreises München andocken. „Hauptzweck ist der Erhalt des Hofoldinger Forstes als zusammenhängendes großes und nahezu unzerschnittenes Waldgebiet im Ballungsraum südlich von München“, heißt es in der Sitzungsvorlage. 

Ausdrücklich weist die Vorlage auf den „wertvollen Erholungsraum“ hin. Laut Landesbund für Vogelschutz leben im Gebiet unter anderem seltene Käuze, Eulen und Spechtarten. „Forstwirtschaft wird weiterhin möglich sein“, betont Eglseder. Für betroffene Landwirte fand eine Info-Veranstaltung statt.

Beschließt der Kreistag nächste Woche das LSG, darf die Gemeinde Otterfing hoffen, dass die Regierung von Oberbayern diese neue Sachlage würdigt, wenn zu entscheiden ist, wo die Autobahndirektion ihre Lkw-Parkplätze baut.

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