Energieernte über den Wipfeln: Die ArGe Hofoldinger Forst will noch in diesem Jahr die drei Windräder ins Genehmigungsverfahren schicken. Die Otterfinger Anlage wäre das erste große Windrad im Landkreis Miesbach.
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Energieernte über den Wipfeln: Die ArGe Hofoldinger Forst will noch in diesem Jahr die drei Windräder ins Genehmigungsverfahren schicken. Die Otterfinger Anlage wäre das erste große Windrad im Landkreis Miesbach.

Otterfing bereitet sich vor

Hofoldinger Forst: Windkraft-Allianz stellt sich neu auf

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Die ArGe Windenergie Hofoldinger Forst hat sich neu sortiert. Nachdem Brunnthal die Allianz verlassen hat, tragen die verbliebenen Gemeinden Otterfing, Aying und Sauerlach sowie der Landkreis Miesbach einen höheren Anteil der Vorfinanzierung. Derzeit wird die Gründung von Betreiberfirmen vorbereitet, um im Herbst das Antragsverfahren für die drei Rotoren starten zu können.

Otterfing – Das erste große Windrad im Landkreis Miesbach rückt näher. Die Gemeinde Otterfing und der Landkreis stehen auch nach dem Austritt der Gemeinde Brunnthal zu den Plänen einer interkommunalen Allianz, im Hofoldinger Forst drei Windkraftanlagen zu errichten. Dafür waren der Otterfinger Gemeinderat und der Kreisausschuss bereit, für mehr Kosten in der Vorlaufphase aufzukommen.

Neuer ArGe-Schlüssel

Auf Vorschlag der ArGe erhöhen die drei Gemeinden ihre Anteile von zehn auf 16,67 Prozent. Der Beschluss des Otterfinger Gremiums in der jüngsten Sitzung fiel einstimmig. Nur leicht, von 15 auf ebenfalls 16,67 Prozent steigert sich der Anteil des Landkreises Miesbach. Der Landkreis München, der in der ArGe statt vier nur noch drei Gemeinden unterstützen kann, drosselt seine Beteiligung entsprechend von 45 auf 33,33 Prozent.

Trotz neuer Aufstellung bleibt es beim alten Zeitplan. Im Herbst sollen die letzten Überprüfungen der naturschutzfachlichen Gutachten und Wirtschaftlichkeits-Berechnungen abgeschlossen sein. Spätestens zum Jahresende ist geplant, bei den Landratsämtern die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren zu beantragen, um möglichst 2022 Baurecht zu erwirken. Die Windräder erreichen eine Gesamthöhe von 240 Metern, die Investitionskosten werden auf rund sechs Millionen Euro pro Anlage geschätzt.

Die Vorfinanzierung

Die Vorfinanzierung tragen die ArGe-Kommunen. Für die Windmessung, die Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie für den Standortsicherungsvertrag mit den Staatsforsten kommen die beiden Landkreise auf. Wie die Miesbacher Behörde auf Anfrage mitteilt, wandte der Landkreis bisher knapp 30 000 Euro auf. Sollten weitere Gutachten fällig werden, erhöht sich der Miesbacher Anteil, da nach dem Ausstieg Brunnthals die Kostenteilung der Landkreise nicht mehr 1:3, sondern 1:2 erfolgt, analog der beteiligten Gemeinden; das betrifft ab 2022 auch das jährliche Entgelt für den Standortsicherungsvertrag.

Bei der Bezahlung der naturschutzfachlichen Gutachten und weiterer Planungen sind auch die Gemeinden gefordert. „Wir haben im Haushalt vorsorglich 100 000 Euro eingestellt“, sagt Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD). Die eine Hälfte deckt zusätzliche Gutachten ab, falls die wider Erwarten nötig sind. „Derzeit sieht’s nicht danach aus“, sagt Falkenhahn. Die anderen 50 000 Euro sollen ins Genehmigungsverfahren fließen.

Gründung einer GmbH

Die Vorfinanzierung stellen die ArGe-Kommunen der künftigen Betreibergesellschaft in Rechnung. „Oder der Aufwand wird gleich in gemeindliche Anteile umgewandelt“, sagt Falkenhahn. Derzeit werde mit Fachanwälten besprochen, welche Gesellschaftsformen für die drei „Bürgerwind“-Projekte sinnvoll wären. „Das wird ein Lehrstück interkommunaler Zusammenarbeit“, glaubt Falkenhahn.

Denkbar ist, eine Dach-GmbH zu gründen, in der die Gemeinden und womöglich auch die Landkreise als Gesellschafter fungieren. Ihren Anteil könnte die Gemeinde als Genossenschaft organisieren. „Für eine breite Akzeptanz der Windräder wäre wichtig, dass sich viele Bürger auch mit kleineren Beträgen beteiligen können“, sagt Falkenhahn. Derzeitige Berechnungen gehen von einer Rendite von drei bis fünf Prozent aus. Nach der Sommerpause, rechtzeitig vor Start des Genehmigungsverfahrens, soll der Gemeinderat über das Gesellschaftskonstrukt abstimmen.

Bürger-Dialog: Otterfinger wollen in Wind investieren

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avh

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