Der Ortsvorsitzende im Interview

„Ihre Zeit kommt noch“: Das denkt Otterfings CSU-Chef von Aigner und Söder

  • schließen

Otterfings CSU-Ortsvorsitzender Dominik Ullmann verrät, was „seine“ Ilse Aigner von Markus Söder unterscheidet und welche Chancen sie auf den Ministerpräsidenten posten hat. 

Otterfing – Dominik Ullmann (26), Ortsvorsitzender in Otterfing, zählt zur jungen Garde der CSU. Hilfreich ist da sicher, wenn man die Chefin der mächtigen Oberbayern-CSU in den eigenen Reihen weiß. Ilse Aigner hat in Otterfing vor über 30 Jahren eine politische Heimat gefunden. Aber nicht sie, sondern ihr Rivale Markus Söder wird heute zum Ministerpräsident gekürt. Wie konnte das passieren? Ein Anruf beim Ortsvorsitzenden, den wir im Büro erwischen. Sein Job: Autos verkaufen.

-Herr Ullmann, wie kam’s, dass Ilse Aigner bei der Otterfinger CSU anheuerte?

Das war 1985, da war ich höchstens ein warmer Gedanke meiner Mutter, ich wurde erst 1991 geboren. Der Otterfinger Anderl Stockmeier war in München Bezirksgeschäftsstellenleiter für die Oberbayern-CSU, es gab freundschaftliche Verbindungen. Da hat sich die Ilse für uns entschieden. Und sind wir mal ehrlich: Otterfing zählt ja auch zu den schönsten Flecken dieser Erde.

-Wäre Ilse Aigner nicht die bessere Ministerpräsidentin gewesen?

Sie macht ihre Arbeit fachlich hervorragend, ist empathisch und... kleiner Moment, da kommen Kunden mit ihrem neuen Mercedes, ich hoffe, die hatten keinen Unfall.

-Kein Problem.

(Gespräch im Hintergrund) ...war nur die Motorhaube nicht ganz zu... Ja also, sie ist halt keine, die sich in den Vordergrund spielt.

-Gehört dazu, wenn frau was werden will.

Das wäre aber nicht die Ilse Aigner, die so gut ankommt bei den Leuten. Da hätte sie sich verbiegen müssen und vor sich selber etwas aufgeben, was ihr wichtig ist.

-Und das wäre?

Ich kenne sie als Politikerin, die Themen vorwärts bringen will. Ihr geht’s nicht um Macht, das ist ihr Vorteil. Manchmal aber vielleicht auch ein Nachteil.

-Welchen Job soll sie denn übernehmen im Kabinett Söder?

Wirtschaftsministerin passt gut zu ihr, sie kann’s gut mit unseren Mittelständlern. Ich kenne keinen, der sie nicht schätzt.

-Was könnte Aigner für Bayern bewirken, das Söder nicht kann?

Söder gibt sich konservativ, das ist okay. Ilse Aigner bringt mehr Demut mit.

-Ilse Aigner ist 53 Jahre jung. Wird sie irgendwann doch noch die erste Ministerpräsidentin Bayerns?

Verdient hätte sie es ganz sicher, fachlich kann sie es. Ilse Aigner an der Spitze, das würde Bayern gut tun. Sie steckt voller Energie, ihre Zeit kommt noch.

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Gebert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lieferwagen biegt vor Biker ab - schwer Unfall
Ein Valleyer war am Mittwoch mit seinem Motorrad in Oberlaindern auf der Miesbacher Straße unterwegs. Ein Lieferwagen kam ihm entgegen und bog plötzlich links ab.
Lieferwagen biegt vor Biker ab - schwer Unfall
Holzkirchen will mit MVG-Leihräder zum Radl-Pionier werden - ist aber gar nicht so einfach
Holzkirchen will das Münchner Leihradmodell übernehmen. Davon erhofft man sich viel, doch es gibt einige offene Fragen. Denn dem Markt droht ein Minusgeschäft.
Holzkirchen will mit MVG-Leihräder zum Radl-Pionier werden - ist aber gar nicht so einfach
Sponsoring-Affäre:  Disziplinarverfahren gegen Kreidl und Rzehak eingeleitet
Nachdem die Staatsanwaltschaft in der Causa Kreidl Anklage erhoben hat, leitet die oberste Beamten-Aufsicht Bayerns ein Disziplinarverfahren ein - gegen den ehemaligen …
Sponsoring-Affäre:  Disziplinarverfahren gegen Kreidl und Rzehak eingeleitet
Großbrand in Weyarn: Polizei nennt mögliche Brandursache - 200.000 Euro Schaden
Ein Großbrand rief in der Nacht auf Mittwoch mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis auf dem Plan. Ein Wohnhaus aus Holz stand in Weyarn (Stürzlham) in Flammen.
Großbrand in Weyarn: Polizei nennt mögliche Brandursache - 200.000 Euro Schaden

Kommentare