Komplett verboten wird das Parken auf der Kiesfläche oberhalb des Rathauses nicht. Die Gemeinde plant eine Parkscheiben-Regelung, um gegen Dauerparker vorgehen zu können.
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Komplett verboten wird das Parken auf der Kiesfläche oberhalb des Rathauses nicht. Die Gemeinde plant eine Parkscheiben-Regelung, um gegen Dauerparker vorgehen zu können.

Gemeinderat will Dauerparker in den Griff bekommen

In der Otterfinger Ortsmitte: Parkscheibenpflicht wird eingeführt

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Der „wilde“ Parkplatz in der Otterfinger Ortsmitte, gleich südlich vom Rathaus, bekommt Zügel angelegt. Die Gemeinde will Dauerparker verbannen – ohne Geld in die Hand zu nehmen. Pfosten und Balken sollen eine grobe Parkstruktur definieren. Damit ist möglich, eine Parkscheiben-Pflicht einzuführen.

Otterfing – 1500 Quadratmeter befestigter Kies mitten im Ort: Die Freifläche oberhalb des Rathauses an der Münchner Straße lädt zum Parken ein – auch zum Dauerparken. „Wir bemerken häufiger, dass dort sogar Busse und Anhänger abgestellt werden“, sagte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) in der jüngsten Bauausschusssitzung. Wer in fußläufiger Entfernung wohnt, nutzt den kostenlosen Stellplatz auch gerne als Garagen-Ersatz.

Die „wilde“ Struktur der Fläche, auf der einst das Leitner-Anwesen stand, beschränkt jedoch die Möglichkeiten der Gemeinde, gegen Dauerparker vorzugehen. „Derzeit ist es schwierig, dort etwas zu regeln“, erklärte Bauamtsleiter Hubert Zellner in der Sitzung. „Uns fehlt eine Handhabe“, ergänzte Falkenhahn. Die aber soll es bald geben: Der Bauhof werde Rundstangen so platzieren, dass insgesamt 16 Stellplätze angedeutet sind. „Ohne Markierungen auf dem Boden“, erklärte der Bürgermeister, „die ganze Maßnahme erfolgt minimal-invasiv.“

Ist die Fläche als Parkplatz erkennbar, können Schilder folgen, die eine Parkscheibenpflicht vorschreiben, Schwerlastverkehr ausschließen –und Kontrolle ermöglichen. Falkenhahn kann sich zwei oder drei Stunden Höchstparkdauer vorstellen. Für den Stand eines Fischhändlers, der wöchentlich vorbeischaut, müssen donnerstags vier Plätze frei bleiben.

„Insgesamt ein sehr guter Vorschlag“, fand Georg Schlickenrieder (CSU). Dauerparker hätten auf dem Areal nichts zu suchen. „Vermieter müssen schon selber für ausreichend Parkraum sorgen“, fand Schlickenrieder. Roberto Sottanelli (SPD) schlug vor, den neuen, dann offiziellen Parkplatz bei Eltern von Grundschülern zu bewerben. „Dann parken die fürs Bringen und Holen der Kinder nicht mehr vor der Feuerwehr, wo die Plätze eigentlich für Einsatzkräfte reserviert sind.“ Auf Anregung von Ulrike Stockmeier (FWO) sagte Falkenhahn zu, einen kleinen Weg vom Parkplatz hinunter zum Schulhof aufkiesen zu lassen.

Gerhard Heimerer (CSU) fragte nach, ob die Aufwertung zu einem erkennbaren Parkplatz auch wirklich kostenfrei möglich sei – wohl auch eingedenk der knapp 100 000 Euro, mit denen das Rathaus voriges Jahr den Parkplatz weiter südlich an der Tegernseer Straße baute. „Wenn das hier ohne viel Geld geht, ist das in Ordnung“, sagte Heimerer. Denn um dauerhaft als Parkplatz zu dienen, sei diese zentrale Gemeindefläche viel zu wertvoll.

Das alte Leitner-Anwesen, zuletzt als Obdachlosen-Unterkunft genutzt, hatte die Gemeinde bereits 2010 abreißen lassen. Falkenhahns Vorgänger Jakob Eglseder (CSU) sah in dem Areal eine Reservefläche, sollte eine Vergrößerung der Gemeindeverwaltung nötig werden.

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avh

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