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Blumenladen am „Platzl“: Jeden Abend liegen Sandsäcke vor der Tür

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Von: Andreas Höger

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Hochwasssergefahr mitten in Otterfing: Am „Platzl“ (St.-Georg-Platz) stand der Blumenladen schon dreimal unter Wasser, weil die Gullis der benachbarten Kreuzung das Wasser nicht mehr aufnahmen.
Hochwasssergefahr mitten in Otterfing: Am „Platzl“ (St.-Georg-Platz) stand der Blumenladen schon dreimal unter Wasser, weil die Gullis der benachbarten Kreuzung das Wasser nicht mehr aufnahmen. © Thomas Plettenberg

Wenn ein Wolkenbruch niedergeht über Otterfing, sind die Gullis der großen Kreuzung in der Ortsmitte zuweilen überfordert. Die Folge: Das Regenwasser drückt in den Blumenladen am „Platzl“ und richtet dort Schaden an. Die Gemeinde will helfen und hat Straßenbauamt und Landratsamt zu einem Ortstermin eingeladen.

Otterfing – Die Sandsäcke liegen stets griffbereit. Wenn Joanna Vatter (49) abends ihren Blumen- und Deko-Laden am Otterfinger St. Georg-Platz zusperrt, sichert sie nicht nur die Blumen vor Dieben, sondern auch die Eingangstür vor Sturzbächen. Die Sandsäcke sollen verhindern, dass der Laden geflutet wird – so wie jüngst schon das dritte Mal innerhalb eines Jahres. Dass das Wasser ins Haus drückt, liegt mutmaßlich an den Gullis der benachbarten Straßenkreuzung, die zu schnell voll laufen. Die Gemeinde will Abhilfe schaffen, ist dabei aber auf die Unterstützung von Landratsamt und Straßenbauamt angewiesen.

„Die Gefahr ist allgegenwärtig“, sagt Ladenbesitzerin Vatter. Sobald ein Starkregen niedergeht, schwappt das Wasser vom Kreuzungsbereich der Ortsdurchfahrt (Staatsstraße 2573) mit der Dietramszeller Straße (MB 5) über das Kopfsteinpflaster in Richtung Ladentür. „Voriges Jahr standen wir hier drin knietief im Wasser“, berichtet die 49-Jährige. Der Schaden summierte sich auf rund 15 000 Euro. Auch heuer waren die Fluten zweimal nicht zu stoppen. Bis zum Knöchel watete Vatter jeweils im Nass, wieder waren 2500 Euro fällig. „Es wird langsam schwierig, dass Versicherungen das noch übernehmen“, sagt die Geschäftsfrau, die seit 15 Jahren den Laden am St.-Georg-Platz betreibt.

Das Hochwasser-Problem an der großen Kreuzung habe es früher nicht gegeben, sagt Vatter. „Problematisch ist es erst, seitdem sie die Straße neu gemacht haben.“ Vor mittlerweile sieben Jahren war die Kreuzung umgebaut worden, mit zusätzlicher Rechtsabbiegespur und Verkehrsinsel; gleichzeitig bekam die Ortsdurchfahrt einen neuen Belag. Ist die Entwässerung damals zu klein dimensioniert worden? Vatter würde es nicht wundern. „Das Wetter hat sich verändert.“ Starkregen-Ereignisse häufen sich und fallen heftiger aus.

Auf Wunsch der Anlieger hat sich die Gemeinde eingeschaltet. „Die Gullis im Kreuzungsbereich machen zu schnell zu, wenn es stark regnet“, bestätigt Bauamtsleiter Hubert Zellner, der jüngst den Bauausschuss über die Problematik ins Bild setzte. Dann sei die Gefahr groß, dass das Regenwasser nur ein paar Meter weiter ins Tiefparterre des Ladens drücke. Man müsse prüfen, ob die Entwässerungsschächte nachgerüstet werden können.

Darum kann sich die Gemeinde nicht auf eigene Faust kümmern. Für die Kreuzung sind als Baulastträger das Straßenbauamt Rosenheim (Staatsstraße) und das Landratsamt (Kreisstraße) zuständig. Wie Zellner auf Anfrage erklärte, ist für August ein Termin mit Vertretern der beiden Straßenbehörden geplant, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Unter Umständen muss auch der Hochbord erhöht werden, der die Kreuzung vom kleinen „Platzl“ trennt.

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