+
Seit 2009 in Betrieb: Für die Brecheranlage in der Rohrdorfer-Grube läuft die Genehmigung aus. Die Gemeinde verlängerte die Frist jetzt um drei Jahre. 

Kiesabbau

Brecheranlage bekommt Verlängerung

  • schließen

Die große Brecheranlage in der Rohrdorfer-Kiesgrube bekommt doch noch eine Verlängerung. Die Gemeinde gab ihre zuletzt rigide Ablehnung auf. Jetzt gilt: Ende 2020 muss die Grube wieder verfüllt sein.    

Otterfing – Klare Kante zeigte Otterfing zuletzt, um den Kiesabbau im nördlichen Gemeindegebiet einzudämmen. Aufwändig schmiedete der Gemeinderat eine „Konzentrationszone“, die dem Abbau planungsrechtliche Grenzen setzt – und von der sich speziell die Firma Rohrdorfer ausgebremst sieht (wir berichteten).

Auch bezüglich der von Rohrdorfer beantragten Verlängerung für den Betrieb einer Brecheranlage hatte sich das Rathaus lang kompromisslos gezeigt. Jetzt gab der Gemeinderat aber doch etwas nach: In der jüngsten Sitzung gestand das Gremium dem Unternehmen eine letzte Frist zu. Drei Jahre lang darf die Anlage noch laufen.

Wie Bauamtsleiter Heinz Hirz in der Sitzung erklärte, steht die besagte mobile Brecheranlage in einer Grube an der Hienlohestraße, in der Rohrdorfer derzeit Kies gewinnt. Im Jahr 2009 war die Anlage genehmigt worden, Ende 2017 läuft diese Betriebserlaubnis aus. Rohrdorfer hatte eine möglichst unbefristete Verlängerung beantragt, was der Gemeinderat im Sommer per einstimmigem Beschluss ablehnte.

Juristische Grundlage dieser Ablehnung ist die besagte Konzentrationszone; sie umfasst 32 Hektar, eine zusammenhängende Fläche zwischen den Gruben Rohrdorfer und Fasching. Künftiger Kiesabbau hat sich auf dieses Areal zu beschränken.

Sehr zum Unwillen von Rohrdorfer sind bestehende Gruben nicht Teil dieser Konzentrationszone. Die Brecheranlage also steht in einer Grube, deren weitere Nutzung die Konzentrationszone verhindern würde. Das Rathaus machte dem Unternehmen im Sommer klar: Die Anlage ist, siehe künftige Konzentrationszone, nach Ablauf der Genehmigung bis Jahresende zu demontieren.

Formal hatte der Gemeinderat die Behandlung des Rohrdorfer-Antrags zurückgestellt – was laut Hirz rechtlich möglich ist – um auf die Rechtskraft der Konzentrationszone zu warten. Damit war aus Sicht der Gemeinde die Gefahr gebannt, dass Rohrdorfer bei der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt, die Gemeinde juristisch aushebelt. „Das Landratsamt könnte sich nicht einfach über die zu erwartende Konzentrationszone hinwegsetzen“, sagte Hirz.

Rohrdorfer indes gab nicht klein bei. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Gemeinde den zwei benachbarten, kleineren Grubenbetreibern Fasching und Walter erst im Sommer eine dreijährige Verlängerung ihres Grubenbetriebs gewährt hatte (wir berichteten). Auch diese liegen nicht in der Konzentrationszone.

Um sich nicht dem Vorwurf einer Ungleichbehandlung auszusetzen, ließ der Gemeinderat dieses Argument der Rohrdorfer GmbH jetzt gelten – und erteilte einer befristeten Verlängerung sein Einvernehmen.

Wie schon bei der Verlängerung der kleineren Gruben betonte Bauamtsleiter Hirz aber, dass es sich um eine „allerletzte Frist“ handle, für maximal drei Jahre. „Ende 2020 muss dort endgültig Schluss sein“, betonte Hirz. Das schließe den Betrieb der Brecheranlage mit ein.

Der Gemeinderat stützte diese Haltung und legte in seinem Beschluss ausdrücklich fest, dass Ende 2020 nicht nur der Kiesabbau beendet, sondern die Grube bereits wieder verfüllt sein muss. „Und mit der Rekultivierung muss mindestens begonnen sein“, machte Hirz deutlich. Man bitte das Landratsamt, diese Hinweise als „zwingende Auflage in den Genehmigungsbescheid aufzunehmen“.

Vorsorglich machte der Gemeinderat nochmals deutlich, dass die bestehenden Gruben nicht in der Konzentrationsfläche Kiesabbau liegen. Einer weiteren Verlängerung über 2020 hinaus werde man sicher nicht zustimmen. „Auch gerichtlich werden wir mit dieser Haltung durchkommen“, glaubt Hirz.

Damit ist der Kiesabbau nach 2020 allerdings nicht grundsätzlich verhindert. Auf den besagten 32 Hektar der Konzentrationszone Kiesabbau muss die Gemeinde Abbauanträge hinnehmen. Ob neue Gruben entstehen, hängt maßgeblich von den jeweiligen Grundbesitzern ab.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Polizei zieht Betrunkenen aus dem Verkehr
Mit ordentlich Promille hat sich ein 75-jähriger Holzkirchner hinters Steuer gesetzt und wurde prompt von der Polizei erwischt. Nun droht ihm ein Fahrverbot.
Polizei zieht Betrunkenen aus dem Verkehr
Projekt Zeit zu Zweit: Ehrenamtliche berichtet von ihren Erfahrungen
Seit einem Jahr bringt das Projekt Zeit zu zweit Alleinstehende und Ehrenamtliche zusammen, um miteinander etwas zu unternehmen. Die Krux: Der Bedarf ist da, die …
Projekt Zeit zu Zweit: Ehrenamtliche berichtet von ihren Erfahrungen
Hund reagiert null auf Eindringling: Halter muss Polizei rufen - und verteidigt jetzt sein Tier
Diese Hündin reagierte auf einen fiesen kleinen Eindringling ins Büro eines Holzkirchner Informatikers so teilnahmslos, dass der erst die Polizei rufen musste. Der …
Hund reagiert null auf Eindringling: Halter muss Polizei rufen - und verteidigt jetzt sein Tier
Mann will in Ortsmitte Straße überqueren - und wird von Auto erfasst
Ein 88-jähriger Holzkirchner überquerte am Dienstag gegen 14 Uhr die Marienstraße in Holzkirchen. Als er auf halben Weg war, erfasste ihn ein Auto frontal.
Mann will in Ortsmitte Straße überqueren - und wird von Auto erfasst

Kommentare