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Bau eingestellt: Ein Doppelhaus im Kirchwinkel wurde widerrechtlich als Mehrparteienhaus mit fünf Einheiten hochgezogen. Um die Entwicklungen im ganzen Wohngebiet besser im Griff zu haben, schärft der Gemeinderat derzeit den Bebauungsplan nach – sehr zum Ärger vieler Anwohner.

Bauprojekt in Otterfing

Kirchwinkel: Abfuhr für Anwohner und Bauwerber

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Otterfing überplant das Areal am Kirchwinkel. Anwohner protestieren gegen einen Geh- und Radweg auf ihrem Grundstück. Die Gemeinde bleibt hart.

Otterfing – Der Widerstand hält an, doch die Gemeinde geht unbeirrt ihren Weg: Bei der Überplanung des Bebauungsplans „Im Kirchwinkel“ sieht sich die Gemeinde weiter massiven Protesten gegenüber. Der Vorwurf: ein enteignungsgleicher Eingriff.

Wie berichtet plant die Gemeinde im Zuge der Bebauungsplanänderung nordöstlich des gemeindeeigenen „Sparkassen-Grundstücks“ einen Dreiecksplatz als Ort der Begegnung. Dafür soll ein Weg den Maibaumplatz mit der Marsstraße verbinden – über Privatgrund. In der ersten Auslegungsrunde im Sommer hatten die Anwohner bereits protestiert – vergeblich. Auch jetzt in der zweiten Runde gab das Gremium nicht nach.

Doppelhaus genehmigt, Mehrfamilienhaus gebaut

Die Schaffung einer autofreien Mitte sei bereits seit 1990 Planungsziel der Gemeinde, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde, die der Gemeinderat jetzt verabschiedete. Eine Geh- und Radverbindung, die auf dem gemischt genutzten Sparkassen-Areal nicht möglich sei, werde weiter über die privaten Grundstücke geplant. Gleiches gelte für den Dreiecksplatz.

Eine Abfuhr kassierte auch der Bauträger, der das Verfahren ausgelöst hatte. Ihm war ein Doppelhaus östlich des geplanten Dreiecksplatz genehmigt worden, das ohne Genehmigung mit fünf Wohneinheiten hochgezogen wurde. Der Bau ruht. Die Gemeinde ist nicht bereit, die intensivere Nutzung durchzuwinken. Da der Bauwerber nicht genug Stellplätze nachweisen kann, darf sich die Gemeinde hier juristisch sicher fühlen.

Drei statt zwei Vollgeschossen

Ernüchternd waren die Ausführungen der Gemeinde auch für einen Bauwerber im südöstlichen Bereich des Areals. Er hatte ebenfalls eine relativ hohe Nutzung im Auge. Bei dem „mit Abstand größtem Grundstück im Umgriff“ gebe es keine städtebaulichen Gründe für eine höhere Versiegelung, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde. Immerhin ein kleiner Erfolg gelang diesem Grundbesitzer: Die östliche Einfahrt der Tiefgarage wird nach Süden verlegt, damit beidseitig Parkplätze möglich sind. Allerdings darf er die geplanten Carports nicht durch Garagen ersetzen.

Auch wenn der Gemeinderat vielen Grundbesitzern das Einverständnis für die von ihnen gewünschten Vorhaben verweigerte, könnten bei der Nachverdichtung „Im Kirchwinkel“ mehr Wohnungen entstehen als bisher geplant. Wie der beauftragte Planer Till Fischer erklärte, steht Im Kirchwinkel 23 bereits ein Haus mit drei Vollgeschossen, im neuen Bebauungsplan seien maximal zwei zulässig. Dies korrigierte der Gemeinderat: Gebäude, die mindestens elf Meter Baukörpertiefe, 7,10 Meter Wandhöhe und eine Dachneigung von 28 Grad vorweisen, dürfen das Dachgeschoss ebenfalls als Vollgeschoss ausweisen. „Das ändert aber nichts an der äußeren Erscheinung der Gebäude“, betonte Fischer.

Zeitnaher Abschluss des Verfahrens unwahrscheinlich

Da die Gemeinde das Areal nicht mehr als Dorfgebiet, sondern künftig als Mischgebiet widmet, wird der Bebauungsplanentwurf erneut ausgelegt. Dann können Behörden und Privatleute erneut ihre Einwände vorbringen.

Angesichts der anhaltenden Proteste gilt ein baldiger Abschluss des Verfahrens als unwahrscheinlich. Einige Anwohner kündigten an, vor Gericht zu ziehen, wenn ihren Einwänden nicht vollumfänglich entsprochen werde.

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