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Der Holzkirchner Ortsbus streckt seine Fühler zu den Nachbarn aus. Valley ist schon eingestiegen, auch Otterfing denkt über eine Beteiligung nach. 

Busverbindung zwischen zwei S-Bahnhöfen im Gespräch

Kommt der Pendlerexpress zwischen Otterfing und Kreuzstraße?

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Valley ist schon eingestiegen. Jetzt überlegt Otterfing, sich den Holzkirchner Ortsbus in die Gemeinde zu holen. Die Option wäre dann nicht nur für viele Pendler interessant.

Otterfing Den Münchner Süden plagt ein historisches Versäumnis. Alle Verkehrsstrahlen führen auf Nord-Süd-Achsen in die Landeshauptstadt hinein, es fehlen schnelle Ost-West-Querverbindungen – erst recht beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Wer etwa zwischen Otterfing und dem Raum Bruckmühl-Rosenheim pendelt, könnte ab oder bis Kreuzstraße (Gemeinde Valley) den schnellen Meridian nutzen – wenn es denn eine akzeptable Buslinie von oder bis Otterfing gäbe.

Genau diese Lücke könnte der Holzkirchner Ortsbus füllen. „Einen Versuch wäre es sicher wert“, findet Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Er weiß von etlichen Arbeitnehmern, die aus dem Mangfalltal nach Otterfing einpendeln und umgekehrt. Falls einige davon in den Bus umsteigen, „könnte es gelingen, Individualverkehr aus dem Ort herauszubringen“, hofft Eglseder. Als Haltestellen bieten sich der Otterfinger Bahnhof und das Gewerbegebiet an. Erste Rechenspiele ergaben, dass ein Ortsbus-Express zwischen den Bahnhöfen Kreuzstraße und Otterfing nur acht Minuten unterwegs wäre. Vormittags, mittags und abends könnte dieser Express in beide Richtungen rollen.

Noch fehlt ein detailliertes Konzept. Um abzuklären, ob die Nachfrage überhaupt eine solche Linie rechtfertigt, denkt Eglseder an eine Bürgerbefragung. Nach einem Gespräch mit dem RVO, der zusammen mit dem Holzkirchner Busunternehmen Kriege den Holzkirchner Ortsbus betreibt, will der Rathauschef das Projekt im Gemeinderat vorstellen. Spätestens dann wird es auch um Kosten gehen. Denn klar ist: Es soll ein einfacher und möglichst attraktiver Tarif werden, die Gemeinde müsste das Defizit tragen.

Den Holzkirchner Ortsbus mit seinen diversen Linien lässt sich die Marktgemeinde jährlich rund 140 000 Euro kosten, wie Holzkirchens Kämmerer auf Anfrage mitteilte. Viele Jahre beschränkte sich das Angebot auf Gemeindegebiet, jetzt aber streckt man die Fühler zu den Nachbarn aus. Die Gemeinde Valley hat bereits angebissen: Von Juni bis Oktober läuft ein Testbetrieb, der die Ortsteile Kreuzstraße und Grub einbindet (wir berichteten). Kosten für die Gemeinde Valley: bis zu 5000 Euro, je nach Nachfrage.

Die Vernetzung des Holzkirchner Ortsbusses mit umliegenden Gemeinden bedeutet eine räumliche Aufweitung, die unter Umständen sogar aus staatlichen ÖPNV-Töpfen bezuschusst werden könnte. Wie der Holzkirchner Kämmerer mitteilt, gibt es dazu bereits Gespräche im Landratsamt. Der Marktgemeinde könnte dieser „Ortsbus plus“ helfen, das eigene Defizit zu schmälern.

Für Otterfing wäre der Busexpress nach Kreuzstraße, wo Meridian und S-Bahn halten, eine schnell umsetzbare Option, den ÖPNV aufzurüsten. Das jahrelange Bemühen, im Ort einen festen BOB-Haltepunkt zu bekommen, verlief immer wieder im Sande. „Wir bleiben da aber dran“, verspricht der Bürgermeister.

avh

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