+
Die Gründungsmitglieder der neuen FWG Otterfing (stehend v. l.): Johann Georg Moser, Annerose Floßmann, Elisabeth Krause (Schriftführerin) und Andreas Schlosser (Schatzmeister) sowie (sitzend v. l.) Stefan Walter (Zweiter Vorsitzender), Vorsitzender Josef Killer und Alexander Kienzle.

Neuer Verein hat sich gegründet

Freie Wähler Otterfing: Konkurrenz aus den eigenen Reihen

  • schließen

Die Spaltung der Freien Wähler hat sich jetzt auch in Otterfing vollzogen. Josef Killer (64) steht an der Spitze der erst vor wenigen Tagen gegründeten „Freien Wählergemeinschaft Otterfing“, die sich als Teil des FW-Landesverbands versteht. Die Gruppe wird wohl mit einer eigenen Liste bei der Wahl im März antreten – und mit einem Bürgermeisterkandidaten.

Otterfing – Die „alten“ Freien Wähler (FW) in Otterfing bekommen Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Nachdem sich der alte Ortsverband, der mit Ulrike Stockmeier derzeit die Zweite Bürgermeisterin stellt, im Vorfeld der Kommunalwahl gegen einen Beitritt zum parteiähnlich organisierten FW-Landesverband positioniert hatte, sah Josef Killer Handlungsbedarf. Dass es im Landkreis keine gemeinsame FW-Liste gebe, hätten seitens der Otterfinger Stockmeier und Gemeinderat Stefan Burgmayr so verkündet. „Das ist deren persönliche Meinung, wir Mitglieder wurden nicht gefragt“, sagt der 64-Jährige; er halte das für undemokratisch.

Ebenso sei nicht offen mit der Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten umgegangen worden, sagt Killer; er selbst sei im März vorgeschlagen worden, dann aber bearbeitet worden, doch bitte nicht anzutreten. Speziell Stockmeier habe ihn abgelehnt. Killer kann sich, anders als viele Freie Wähler im Landkreis, gut mit den FW auf Landesebene identifizieren, „mir behagt deren Arbeit“.

Und so schritt der 64-Jährige zur Tat, organisierte sechs Gleichgesinnte und gründete kurzfristig die „Freie Wählergemeinschaft Otterfing e.V.“, gliederte den Ortsverein sofort in den Landesverband ein – und rüstet für die Kommunalwahl. „Das Namensrecht liegt bei uns“, stellt er klar. Nur wer Mitglied des Landesverbands sei, dürfe mit dieser geschützten Bezeichnung auftreten. Zudem beansprucht die Gruppe den dritten Platz auf dem Wahlzettel, der sich an den Ergebnissen der Landtagswahl 2018 orientiert.

Aufstellungsversammlung für Januar geplant

„Als Otterfinger Mitte wollen wir emotionslos und parteiübergreifend mit Sachverstand mitgestalten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Noch im Dezember ist ein Info-Abend geplant, die Aufstellungsversammlung soll im Januar folgen. Josef Killer gilt als designierter Bürgermeisterkandidat. „Ich hätte keine Bedenken, weder fachlich noch gesundheitlich“, sagt der 64-Jährige, der bereits bis 1996 lange Jahre im Gemeinderat saß und ehedem als Feuerwehr-Kommandant fungierte. Zuletzt nahm er 2015 als einer von drei Organisatoren des Bürgerentscheids zum Sportzentrum maßgeblich Anteil an der Gemeindepolitik.

Kommunalwahl 2020: Alle Kandidaten im Landkreis Miesbach im Überblick.

Das Manöver Killers „habe ich befürchtet und macht mich nicht glücklich“, sagt Ulrike Stockmeier. Anders als Killer stehe sie für eine völlige Unabhängigkeit der Freien Wähler von einem Landesverband. „Das ist unser Markenzeichen.“ Dafür wisse sie eine breite Zustimmung bei den „alten“ FW hinter sich. „Josef Killer wollte einen anderen Weg erzwingen.“

Neue Freie Wähler verdrängen die alten auf der Liste

Die alte Gruppe, an deren Spitze Josef Killers Neffe Johann Killer steht, hat ihre Nominierung bereits hinter sich. Stefan Burgmayr sollte Bürgermeisterkandidat werden, winkte aber aus beruflichen Gründen ab; jetzt tritt man nur mit einer Liste, aber ohne Spitzenkandidat an, muss den „neuen“ FW den dritten Platz auf der Wahlliste überlassen und mit dem letzten vorliebnehmen. „Warum ist Josef Killer nicht auf unserer Aufstellungsversammlung erschienen und hat sich beworben?“, fragt Stockmeier.

Freie Wähler im Landkreis: Andreas Hallmannsecker will Landrat werden.

Zwei konkurrierende Freie-Wähler-Gruppen im Otterfinger Wahlkampf, „das müssen wir jetzt durchstehen“, sagt Stockmeier. Es gelte, bei den Wahlveranstaltungen gut zu kommunizieren, wo der Unterschied liege. „Mal schauen, wer und wie viele auf der anderen Liste auftauchen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Otterfing führt Großraumzulage ein
Bis zu 270 Euro bekommen die gemeindlichen Beschäftigten in Otterfing künftig extra im Monat - dank der eingeführten Großraumzulage.
Otterfing führt Großraumzulage ein
Harry G. im Oberbräu: Hendl im Flieger – Bachblüten gegen Norovirus
Grantig, ehrlich und ohne Blatt vor dem Mund: Mit seinem neuen Programm „Hoam-Boy“ begeisterte Harry G. im Oberbräu-Festsaal in Holzkirchen.
Harry G. im Oberbräu: Hendl im Flieger – Bachblüten gegen Norovirus
Bürgermeisterwahl in Warngau: Obermüller fordert Thurnhuber heraus
Die CSU greift bei der Kommunalwahl 2020 in Warngau wieder an: Mit Leonhard Obermüller (42) fordert sie bei der Bürgermeisterwahl Amtsinhaber Klaus Thurnhuber (FWG) …
Bürgermeisterwahl in Warngau: Obermüller fordert Thurnhuber heraus
Marschaller Ortsschild zum zweiten Mal gestohlen
Zum zweiten Mal in nur einem Monat ist das Marschaller Ortsschild gestohlen worden. Das alte hängt dafür wieder.
Marschaller Ortsschild zum zweiten Mal gestohlen

Kommentare