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Um Firmen wie Rohrdorfer in die Schranken zu weisen, hat der Gemeinderat eine Konzentrationsfläche für Kiesabbau ausgewiesen. Diese befindet sich im Norden der Gemeinde, südöstlich der vorhandenen Gruben.

Gemeinderatsbeschluss

Konzentrationsfläche für Kiesabbau

Otterfing - Um das Heft in die Hand zu bekommen, will die Gemeinde Otterfing Konzentrationsflächen für den Kiesabbau ausweisen. Einen entsprechenden Planentwurf hat der Gemeinderat jetzt bewilligt – jedoch nicht ohne Widerspruch.

Über 2147 Hektar umfasst das gesamte Gemeindegebiet Otterfing. Davon eignen sich theoretisch etwa 300 Hektar für den Kiesabbau. Hier könnten weitere Abbauanträge gestellt werden und sie müssten genehmigt werden, da es sich um privilegierte Vorhaben handelt. Die Firmen Rohrdorfer und Fasching wollen ihre Gruben erweitern. Vorhaben wie diese sind nicht im Sinn der Gemeinde. Sie möchte das Heft in der Hand behalten. Das geht nur über die Änderung des Flächennutzungsplanes. In der jetzigen Sitzung billigte der Gemeinderat mit drei Gegenstimmen den vorgelegten Planentwurf.

Bereits in der Sitzung am 26. Januar hatte das Gremium beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern (wir berichteten). Ziel sollte es sein, eine Konzentrationsfläche für Kiesabbau auszuweisen. Nun legte der beauftragte Planer Bernd Munz das Ergebnis seiner Standortanalyse vor. Seine Empfehlung: Im Norden der Gemeinde, südöstlich der bereits vorhandenen Kiesgruben, biete sich eine 31 Hektar große Fläche an. Auf diese könne der Kiesabbau für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre beschränkt werden. 

Der Vorteil dieser Konzentrationsfläche sei, dass Anträge für Abbauflächen außerhalb dieses Gebietes nicht mehr genehmigt werden müssen. „Durch die Änderung des Flächennutzungsplanes wird dem Kiesabbau nicht Tür und Tor geöffnet“, sagte Munz. „Im Gegenteil. Er wird auf diese Fläche begrenzt.“ 

Allerdings gebe es noch ein zeitliches Fenster. Bis die Änderung genehmigt und rechtsgültig sei, könnten noch Anträge für andere Abbauflächen gestellt werden. „Doch da kann die Gemeinde mit Hinweis auf den im Verfahren befindlichen Flächennutzungsplan eine Veränderungssperre verhängen“, erklärte Munz. 

Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW) begrüßte das Vorgehen: „Das ist die einzige Möglichkeit, die die Gemeinde hat. Mit diesen Vorgaben grenzen wir das Abbaugebiet ein.“ Andreas Eichhorn (SPD) widersprach: „Ich finde das scheußlich, ausgerechnet entlang der S-Bahn diese Flächen auszuweisen“, meinte er. „Wer aus Richtung Sauerlach kommt, sieht dann in Zukunft von Otterfing als erstes Kiesgruben.“ Und: „Wir sollten uns überlegen, ob wir dieses Scheunentor öffnen sollten.“ Georg Schlickenrieder (CSU) warf ein: „Nicht überall in der Gemeinde ist der Kies in der notwendigen Qualität vorhanden. Ich halte den Flächennutzungsplan für rausgeschmissenes Geld, kann ihn aber nicht verhindern.“ Florian Rothbauer (CSU) nickte: „Der Plan geht mir gegen den Strich. Schade ist es aber, dass man nicht mit den Unternehmen sprechen kann.“ Er plädierte dafür, ein anderes Gebiet in Betracht zu ziehen, um den Verkehr besser zu verteilen und nicht nur den Norden des Ortes zu belasten. Schlickenrieder schlug vor: „Links und rechts der Kreuzstraße gibt es ebenfalls geeignete Flächen“, sagte er. „Wenn die Kieslaster ohnehin schon durch die Kreuzstraße fahren, sollten wir darüber nachdenken, dort abzubauen. Dann fahren die Laster nicht durch den gesamten Ort.“ 

Grundsätzlich sei das möglich, meinte Munz, aber: „Erst einmal sind in dem Bereich geologische Untersuchungen mit Bohrungen notwendig. Der Kies muss dieselbe Qualität haben wie der in dem jetzt vorgeschlagenen Bereich, sonst ist das rechtlich nicht haltbar.“ Und: „Wenn die Gemeinde nichts macht, kann sich jeder Unternehmer beliebig die Flächen herauspicken.“ 

Angesichts der zusätzlichen Kosten für Bodenuntersuchungen nahm der Gemeinderat Abstand von dem Vorschlag Schlickenrieders und billigte den vorgelegten Planentwurf, der jetzt ins Verfahren für die Änderung des Flächennutzungsplans geht.

Von Siegfried Niedergasäss

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