1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Otterfing

Landkramerplatz: Einbahnstraße soll neue Kurve entschärfen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Höger

Kommentare

Erweiterung in Richtung Apotheke: Der neue Landkramerplatz erlöst die Luitpoldlinde (l.) von ihrem Schicksal als Fahrbahnteiler. Angedacht ist, einen Fahrbahnstreifen zu entsiegeln und in den Platz zu integrieren. Der Landkramerweg soll gepflastert und damit zu einer verkehrsberuhigten Zone werden.
Erweiterung in Richtung Apotheke: Der neue Landkramerplatz erlöst die Luitpoldlinde (l.) von ihrem Schicksal als Fahrbahnteiler. Angedacht ist, einen Fahrbahnstreifen zu entsiegeln und in den Platz zu integrieren. Der Landkramerweg soll gepflastert und damit zu einer verkehrsberuhigten Zone werden. © Thomas Plettenberg

Bei der Neugestaltung des Landkramerplatzes visiert die Gemeinde jetzt einen etwas größeren Wurf an. Die Fahrbahn des Landkramerwegs und idealerweise auch der Apotheken-Vorplatz sollen ins Konzept integriert werden. Zudem zeichnet sich eine Einbahn-Regelung ab. Bei den Parkplätzen gibt es einen Kompromiss.

Otterfing – Es soll zwei mal drei Parkplätze geben, einen verschwenkten Gehweg und einen verkehrsberuhigten Landkramerweg, der sogar zur Einbahnstraße werden könnte: Bei der Neugestaltung des Landkramerplatzes legte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darauf fest, die Planung räumlich weiter zu fassen. Insbesondere Fragen der Verkehrsführung beschäftigten das Gremium, als es galt, die Eckpunkte für die nächste, dann schon konkrete Planung festzuzurren. Umstritten waren die Zahl der Parkplätze und die Gestaltung der Kurve an der Luitpold-Linde.

Die „Erweiterung“ des Platzes in Richtung Apotheke hatte sich schon im vorberatenden Bauausschuss angedeutet. Wie Bauamtsleiter Hubert Zellner erläuterte, solle durch Pflasterung des Landkramerwegs und möglicherweise der Einbindung des Apotheken-Vorplatzes eine Verkehrsberuhigung erreicht werden: „Auf der Mischfläche wären Fußgänger, Radler und Autos gleichberechtigt.“

Neue Kurve könnte gefährlich werden

Das erste Konzept von Planer Stefan Goller (U-Plan) sieht vor, die historische Luitpold-Linde am Eck Bahnhofstraße/Landkramerweg nicht mehr als Straßenteiler zu nutzen, sondern die westliche Fahrbahn zu entsiegeln und dem Platz zuzuschlagen. Welche enge Kurve ein Autofahrer dann von der Bahnhofstraße nehmen müsste, zeigte Roberto Sottanelli (SPD) anhand eines Selbstversuch-Videos. „Im Abbiegebereich entsteht eine Gefahrenzone, besonders für Kunden der Apotheke.“

Zellner indes verwies darauf, dass schon die Pflasterung den Autofahrer zu erhöhter Vorsicht anhalte. Und gerade die scharfe Kurve zwinge ihn, langsamer zu fahren. Sottanelli schlug trotzdem vor, alternativ zu prüfen, den westlichen statt des östlichen Teils der Weggabel offen zu halten. Auflösen könnte die Problematik, wie Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) anregte, den Landkramerweg gleich zur Einbahnstraße zu machen: „Dann fährt man aus dem Eck nur noch raus, nicht mehr rein.“

Ein Tauziehen gab es um die am Landkramerweg angedachten fünf Senkrecht-Parker als Teil der Platzgestaltung. „Am liebsten wäre mir, da gäb’s gar keine“, fand Ulrike Stockmeier (FLO). „Das soll dort ja eine Begegnungsstätte für Menschen werden, nicht für Autos“, ergänzte Thomas Hogger (Grüne). Zwei Längsparker würden reichen.

Diskussion um die Zahl der Parkplätze

Unbedingt fünf Parkplätze dagegen forderten CSU-Räte. „Als Gemeinde verschärfen wir die Stellplatz-Satzung und bauen dann selber zu wenig“, sagte Gerhard Heimerer, „so machen wir uns unglaubwürdig.“ Maria Dießl betonte, dass etliche Apotheken-Kunden auf das Auto angewiesen seien. Dringend seien dort Parkplätze nötig, sagte Georg Schlickenrieder: „Wo sollen denn die Autos hin, die bisher drauf stehen?“

70 Prozent der Autos auf der alten Fläche seien Dauerparker, sagte der Bürgermeister, „vermutlich Anwohner.“ Zudem wies er darauf hin, dass sowohl Apotheke als auch die benachbarte Gaststätte genug eigene Parkplätze ausgewiesen hätten: „Die nutzt derzeit nur keiner.“

Als Kompromiss soll der Planer drei Schrägparker vorsehen, die damit die Einbahnstraße vorwegnehmen. Bei den drei Längsparkern an der Bahnhofstraße bleibt es vorerst; an ihnen störte sich nur Josef Killer (FWG), dem besser gefallen würde, stattdessen den Gehweg weiter entlang der Straße zu führen und nicht auf den neuen Platz zu verschwenken. Geplant ist, auf dieser Seite den bestehenden Grünzug durch drei Bäume zu ersetzen. „Der Platz soll offen und einsehbar werden“, erklärte Zellner.

Gemeinde könnte Gastro-Bereich verpachten

Das neue Areal wird gepflastert, bekommt aber auch fünf grüne Sitzinseln. Den Mittelpunkt soll ein Brunnen markieren. Nach Süden hin, in Richtung Gaststätte, fängt eine erhöhte Ebene das Gefälle ab; dort könnte die Gemeinde Gastro-Bereiche verpachten, sagte Zellner. „Dort sollte sich jeder hinsetzen können, ohne was in der Gaststätte konsumieren zu müssen“, war Susanne Weitl (CSU) wichtig. Man könne dort etwa auch an einen Food-Truck denken, schlug der Bürgermeister vor.

Der Planer soll jetzt einen konkreten Plan für den Landkramerplatz mit neuer Kostenschätzung ausarbeiten. Die Gesamtkosten dürften sich auf rund 300 000 Euro belaufen. „Endlich geht da was vorwärts“, stellte Georg Schlickenrieder fest, „ich freue mich, wenn ich auf dem neuen Platz mein erstes Eis genieße.“

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

Auch interessant

Kommentare