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Traumhafte Aussichten: Wenn der Winter mitspielt, wird die Loipe westlich von Otterfing professionell gespurt. Das Bild entstand im vergangenen Winter. foto: Gemeinde

Loipe in Otterfing

Langläufer bekommen acht Kilometer

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Langläufer aus Otterfing dürfen sich freuen: Die Gemeinde finanziert jetzt im Winter eine schöne Loipenrunde vom Sportzentrum bis Palnkam. Das Spuren übernimmt ein privater Unternehmer. Wer das Angebot zu schätzen weiß, der darf seinen Beitrag leisten – und die Spendenkästchen mit einem „Loipenzwickel“ füttern.

Otterfing Die Sportlichen skaten in flotten Schlittschuhschritten, die eher Gemütlichen rutschen in klassischer Diagonaltechnik durch die Loipe: Langlaufen boomt, auch weil es grundsätzlich vor der Haustür möglich ist. In Otterfing gab es 2014/15 erstmals eine professionell gespurte Loipe. „Es waren nur zwei Kilometer, ein erster Test“, sagt Franz Huber, Bauhofleiter der Gemeinde, der sich privat um die Organisation der Loipe kümmert. Das Angebot gefiel nicht nur den Naherholern, sondern eröffnete auch dem örtlichen Skiclub im TSV gute Trainingsmöglichkeiten. Die Sparte zählt rund 650 Mitglieder.

Im vergangenen Winter wuchs die Runde auf sechs Kilometer. „Fünf Wochen war die Loipe offen“, erinnert sich Huber. Zwei Wochen davon waren die Bedingungen gut. „Aber wenn es ging, waren die Strecken gut frequentiert“, berichtete Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zusammen mit Huber und dem Skiclub-Vorsitzenden Valentin Eder habe man deswegen im Rathaus ein Konzept erarbeitet, um das Angebot zu professionalisieren. Der Gemeinderat segnete dies einstimmig ab.

Das eigentliche Spuren überlässt die Gemeinde einem Fachmann: Josef Haltmaier aus Schaftlach bringt sein eigenes Spurgerät mit, das zwei klassische Loipen und eine Skaterpiste ziehen kann. 2850 Euro zahlt die Gemeinde als Pauschale dafür, 24 Einsatzstunden sind inbegriffen. Jede weitere Stunde wird separat abgerechnet (119 Euro). Im Rathaus hegt man die Hoffnung, dass sich die Investition teilweise refinanzieren lässt. Die Skiabteilung wird an den Einstiegen kleine Sammelbehälter als Kassen platzieren, wo der freiwillige „Loipenzwickel“ deponiert werden kann.

Die Testläufe in den vergangenen beiden Wintern zeigten ein Problem auf: Spaziergänger und Reiter beschädigen zuweilen die mühsam gezogene Loipe. Der Skiclub wird deswegen Holzschilder aufstellen und darauf um mehr Achtsamkeit werben. „Pferde haben auf einer Loipe ja nun wirklich nichts verloren“, stellte der Bürgermeister klar. Der Skiclub wird auch dafür Sorge tragen, dass die Hinweisschilder nach der Saison wieder im Depot verschwinden.

Um den Streckenverlauf kümmert sich Franz Huber: „Ich spreche das mit den Landwirten ab und schaue, wo man gemeindeeigene Wege nutzen kann.“ Die neue Schleife wird acht Kilometer lang sein. „Als Einstiegspunkt eignet sich am besten das Sportzentrum“, sagt Huber. Von dort führt die Spur über die Felder in Richtung Wettlkam, schwenkt dann nach Bergham, quert die Kreisstraße MB 5, erreicht Palnkam und kehrt an den Nordring (Sportzentrum) zurück. „Wir schauen mal, wie das funktioniert“, sagt Huber. Einsteigen kann man in die Otterfinger Loipe etwa auch in Bergham. Ein Anschluss an das mittlerweile sehr weit verzweigte Holzkirchner und Hartpenninger Loipennetz, das 55 Kilometer umfasst, ist derzeit nicht geplant.

All die schöne Organisation für die nördlichste Loipe im Landkreis bleibt freilich wirkungslos, wenn der Winter nicht mitspielt. Frau Holle muss ihr Kissen schon kräftig schütteln, ehe die Otterfinger loslegen können. „Es braucht mindestens 20 Zentimeter Schnee, sonst macht das keinen Sinn“, sagt Huber.

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