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Straße nach Wettlkam wird endlich gebaut: Fräsrecycling spart Zeit und Geld

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Von: Andreas Höger

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Die Tage der Schlaglochpiste sind gezählt: Im Sommer baut die Gemeinde eine neue Straße von Bergham nach Wettlkam (im Hintergrund). Angewandt wird wohl das günstige Fräsrecycling-Verfahren. Sperrzeit lässt sich auf etwa zwei Wochen verkürzen
Die Tage der Schlaglochpiste sind gezählt: Im Sommer baut die Gemeinde eine neue Straße von Bergham nach Wettlkam (im Hintergrund). Angewandt wird wohl das günstige Fräsrecycling-Verfahren. Sperrzeit lässt sich auf etwa zwei Wochen verkürzen © Thomas Plettenberg

Endlich hat die marode Gemeindestraße Bergham-Wettlkam ausgedient. Im Sommer will die Gemeinde eine neue, breitere Fahrbahn bauen. Dabei kommt eine im Landkreis erstmals angewandte Technik zum Einsatz: Das Fräsrecyling-Verfahren ist günstiger und verkürzt die Vollsperrungs-Phase auf zwei Wochen.

Otterfing – Am fehlenden Geld lag es zuletzt weniger. Vielmehr war es der Gemeinde viele Jahre nicht gelungen, die nötigen Grundstücksstreifen zum Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Bergham nach Wettlkam zu erwerben. Die Verhandlungen mit einem Landwirt hatten sich immer wieder festgelaufen. Erst im vergangenen Jahr gelang der Durchbruch. Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) sprach von einer „vernünftigen Lösung“. 30 Jahre nach den ersten Überlegungen im Rathaus, die Straße nach Wettlkam zu sanieren, wird jetzt also tatsächlich angepackt.

Bereits 2021 erledigte das Rathaus das Wasserproblem. Eine neue, dickere Leitung wurde nach Wettlkam auf einer weitgehend separaten Trasse verlegt (Kosten: 850 000 Euro) und sorgt jetzt dafür, dass die Wasserhähne in Wettlkam verlässlich sprudeln (wir berichteten). Jetzt folgt der zweite, aufwendigere Teil des Projekts Bergham-Wettlkam: die Straße.

Nach dem Durchbruch beim Grunderwerb hatte sich schon im Vorjahr angedeutet, dass das Fräsrecycling-Verfahren eine gute Option wäre. Unklar war zunächst, ob der Freistaat für das ungewöhnliche Verfahren die begehrten Straßenbau-Zuschüsse gewährt. „Die Förderung ist jetzt aber fest zugesagt“, verkündete Bürgermeister Falkenhahn in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Wie Bauamtsleiter Hubert Zellner auf Anfrage ergänzte, rechnet die Gemeinde mit einer bis zu 50-prozentigen Bezuschussung.

Baukosten werden auf 1,2 Millionen Euro geschätzt

Die Baukosten für die 1,66 Kilometer werden auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt – und wären um 400 000 Euro höher, wenn die Straße in herkömmlicher Technik erneuert würde. Den alten Belag abfräsen und entsorgen, eine neue Tragschicht einbringen – dieser aufwendige Bodenaustausch kostet Zeit und Geld, die man sich beim Fräsrecycling-Verfahren spart.

Bei dieser Technik wird zunächst ein Bindemittel (Zement) auf den alten Belag gestreut. Ein 700-PS-starkes Spezialfahrzeug fräst den alten Belag samt Bindemittel ab, reichert ihn mit Wasser und Nanopartikeln an und legt die homogenisierte Masse als Unterbau gleich wieder auf die Trasse. Relativ schnell kann dann der neue Asphalt aufgetragen werden.

„Wir haben uns die Technik in Tuntenhausen und Straßlach angeschaut“, sagt Zellner, „die Eindrücke waren ermutigend.“ Vor allem lässt sich die Sperrzeit auf zwei Wochen verkürzen. „Es geht schneller und ist günstiger“, stellte Falkenhahn fest. „Ich glaube, das ist der richtige Weg.“ Die Entscheidung, ob man mit dem Fräsrecycling in die Ausschreibung geht, fällt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. April. Ende Mai könnte laut Zellner die Vergabe stattfinden, Ende Juni würden die Arbeiten beginnen. „Wir werden die Baustelle auch auf Erntezeiten der Landwirtschaft abstimmen“, kündigt Zellner an.

Ehe die Fräse zum Einsatz kommt, sind die neuen Bankette anzulegen. Die Straße selber wird 4,75 Meter breit, der Verkehrsraum mit Banketten weitet sich künftig auf 5,50 Meter. Zwei breitere Ausweichstellen, die auf der übersichtlichen Strecke gut einsehbar sind, sollen ermöglichen, dass zwei Lkw aneinander vorbeikommen. Sollte sich das Fräsrecycling bewähren, ist laut Falkenhahn auch angedacht, die Zufahrt zum neuen Brunnen unweit des Teufelsgrabens auf diese Weise zu befestigen.

Mehr Infos zum Thema finden Sie hier.

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