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Das Münchner Mundharmonika-Orchester und die Combo RaRaTui.

Münchner Mundharmonika-Orchester bei Kulturwoche

Flotter Abend mit Mundharmonika

Otterfing – Musik hält jung: Das bewiesen jetzt zwölf Musiker bei der Otterfinger Kulturwoche. Auf der Bühne standen das Münchner Mundharmonika-Orchesters sowie die Combo RaRaTui.

„Unser Durchschnittsalter liegt bei 78 Jahren, vier von uns sind schon über 80 Jahre alt“, sagte Mitglied Eberhard Dürr. Zu spüren war davon nichts. Im Gegenteil. Doch nicht das Alter der Seniorenformation war an diesem Abend das Besondere, sondern das Instrument auf dem sie spielten: die Mundharmonika. Jahrzehnte so verbreitet wie kaum ein Instrument, ist es inzwischen zur Rarität geworden. „Dabei lässt sich damit alles spielen, was es an Kompositionen gibt“, erklärte Dürr. „Es gibt Instrumente mit einem Umfang von fünf Oktaven. Das gibt es sonst kaum noch.“ Gespielt wurde dieses Meisterstück von Manfred Reimer. Dürr und Hertha Böhner, der Kulturwoche-Chefin, ist es zu verdanken, dass dieses Konzert möglich wurde. Sie hatte die Idee, überzeugte den Otterfinger Dürr zu der Premiere vor heimischer Kulisse.

Dürr und seine Mitspieler mussten es nicht bereuen. Knapp 200 Zuhörer feierten die Münchner Mundharmoniker mit Reimer, Paul Schade, Wolfgang Bürkler, Heiner Sigl, Walter Schultze, Gerhard Bayer, Ludger „im Winkel“ und Jutta Baier. Hinzu kam die Combo RaRaTui, ebenfalls mit Dürr an der Spitze und seinen Freunden Heinz Kotthaus, Peter Moeltken, Ludger „im Winkel“ und Hans Paul Thienel, der als Solist glänzte und mit ungewöhnlichen Instrumenten überraschte. So spielte er bei „Little Lady“ auf der wohl kleinsten Mundharmonika, die wie eine Zahnbürste aussieht. Dann griff er zur Harponette, die 1909 erstmals gebaut wurde und heute nur noch als Sammlerstück zu finden ist. Musikalisch spannten Dürr und seine Freunde einen weiten Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Evergreens wie „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Bei mir bist du schön“, das Chanson „Manja’s Dance“ oder Pop-Klassiker wie „I will follow him“ rissen die Zuhörer mit. Viele sangen mit.

Jazz- und Bluesklänge gab es von RaRaTui mit Titeln wie „On the sunny side of he street“, „Creole love call“ oder „Misty“, bei dem als Solisten Moeltken, Ludger und Dürr ihr ganzes Improvisationstalent von der Leine ließen. Nach über zwei Stunden soll eigentlich Schluss sein. Doch ohne Zugaben kamen Dürr und seine Freunde nicht von der Bühne.

Von Siegfried Niedergesäss

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