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Reicht der Platz? Auf dem Otterfinger Skatergelände soll eine „Ballsporthalle mit multifunktionalen Nebenräumen“ entstehen.   

Sportvereine sollen überarbeitete Bedarfsliste vorlegen 

Neue Turnhalle auf dem Skaterplatz: Erste Schritte eines langen Wegs

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Allmählich gewinnt das neue Otterfinger Sportkonzept klarere Strukturen. Den geplanten Neubau auf dem Skaterplatz sollen die Sportvereine selbst anpacken, allen voran der TSV. Die Gemeinde tritt „nur“ als Geldgeber auf. Doch was passiert mit dem Altstandort?

Otterfing – Eine feste Marschroute für die bauliche Ausgestaltung ihres dreiteiligen Sportkonzepts hatte der Otterfinger Gemeinderat bei Planer Michael Zach in Auftrag gegeben – und der lieferte in der Sitzung am Dienstag. Mit heißer Nadel hatte Zach sogar aktuelle Hinweise aufgenommen, die eine Otterfinger Delegation am Wochenende von der Fachmesse für Sportstättenbau in Ingolstadt, ausgerichtet vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV), mitgebracht hatte.

Kernstück des Konzepts ist der Bau einer Turnhalle auf dem Skaterplatz-Gelände. Wie Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) berichtete, raten BLSV-Experten nicht zu einer 2,5- oder 3-fach-Halle, die eher am Schulsport ausgerichtet ist. „Was wir brauchen, nennen die Experten eine ,Ballsporthalle mit multifunktionalen Nebenräumen’“, sagte Eglseder. „Würde die auf das Skatergrundstück passen?“, wollte Andreas Eichhorn (SPD) wissen. „Wir gehen davon aus, dass es reicht“, antwortete Eglseder.

Zach soll zusammen mit dem TSV und anderen Vereinen, die als Nutzer in Frage kommen, den Raumbedarf überarbeiten. „Entscheidend ist, ob Breitensport oder auch Wettkampfsport geplant ist“, sagte Hubert Baldauf (Grüne), der in Ingolstadt dabei war. Der BLSV habe zudem deutlich gemacht, betonte Eglseder, dass man bei der Planung perspektivisch denken und von steigenden Nutzerzahlen ausgehen müsse. „Ein Neubau erhöht die Attraktivität.“ Bei der Bürgerversammlung am 11. April hat jeder Otterfinger die Chance, eigene Ideen einzubringen. „Wäre schön, wenn viele Vorschläge kommen“, wünscht sich Zach. Möglichst im Mai soll der Gemeinderat die Bedarfsliste beschließen, um zügig das Planungsverfahren starten zu können. Einstimmig segnete der Gemeinderat diese nächsten Schritte ab. Läuft alles nach Plan, könnte die Halle im Jahr 2024 nutzbar sein – theoretisch.

Eine weitere Botschaft des BLSV: Es gibt rund zehn Prozent Zuschuss auf die Bausumme (zuzüglich eines zinsverbilligten Darlehens von noch mal zehn Prozent), wenn die Vereine als Bauherr auftreten, am besten in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). „Da kommen wir nicht drumrum“, stellte TSV-Vorsitzender Erwin Eigenstetter fest, der die Sitzung verfolgte.

Die BLSV-Experten sollen den Hallenbau schon jetzt fachlich begleiten, Zach fungiert als eine Art Projektsteuerer. Ob er die Halle auch plant, ist ungewiss: Der Auftrag muss europaweit ausgeschrieben werden. „Unter fünf Millionen Euro wird die Halle nicht zu haben sein“, glaubt Gerhard Heimerer (CSU), der ebenfalls in Ingolstadt dabei war.

Für heuer sind 70 000 Euro Planungskosten vorgesehen. Im Finanzplan für 2020 und 2021 hat die Gemeinde acht Millionen Euro für Sportstättenbau festgesetzt. Dafür müsste das Rathaus wohl Kredite aufnehmen.

Ob der zweite Teil des Sportkonzepts, ein zusätzliches Sanitärgebäude am Altstandort (rund 800 000 Euro), noch finanzierbar ist, soll sich zeigen, wenn die Kosten für die Halle am Skaterplatz absehbar sind. Bleibt der dritte Teil des Konzepts: Der Erhalt der alten Halle am Nordring, der sich auf das Nötigste beschränken soll. 30 000 Euro jährlich sind eingeplant. Ob eine aufwendigere Sanierung angepackt wird, steht nicht fest. „Der Gemeinderat entscheidet, ob und wie lange man die Gebäude über Wasser hält“, sagte Eglseder.

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