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36 Reihen- und Doppelhäuser entstehen auf dem ehemaligen Preimesser-Gelände neben der Bahnlinie. Die Zu- und Abfahrt, auch in die Tiefgarage, erfolgt über den Pitzarweg (vorne). 

Vorkaufsrecht für Otterfinger

36 kleine Häuschen: Neues Wohnquartier am Bahnhof nimmt Gestalt an

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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So viel neuer Wohnraum auf so kleiner Fläche – das gab es in Otterfing noch nie: Das Unternehmen Baustolz will 36 Reihenhäuser auf das ehemalige Preimesser-Areal packen. Der Gemeinderat ist bereit, dafür einen maßgeschneiderten Bebauungsplan zu schaffen. Besonders im Fokus dabei: Stellplätze und Lärmschutz.

Otterfing – Im ganzen Landkreis wünscht man sich „bezahlbaren“ Wohnraum – und Otterfing bekommt ihn: Am Pitzarweg, nur einen Katzensprung vom Bahnhof entfernt, nimmt ein neues Wohnquartier planerische Gestalt an.

Der im schwäbischen Ludwigsburg ansässige Bauträger Baustolz setzt auf dem verwinkelten, etwa 10 000 Quadratmeter großen ehemaligen Schrottplatz-Areal auf Verdichtung. Der ursprüngliche Bebauungsplan, erstellt vor 14 Jahren, sah nur 22 Wohneinheiten vor, vor einiger Zeit ließ sich der Gemeinderat 28 Einheiten abringen. Im April bekam Baustolz schließlich 36 Häuschen zugesichert.

Klein, aber bezahlbar: Einheiten verfügen über 100 bis 140 Quadratmeter

Im schmalen Streifen neben dem Bahngleis sind hintereinander zwei Doppelhaus-Einheiten vorgesehen, im sich südlich aufweitenden Grundstück gruppieren sich Drei- und Vierspänner. Wie Unternehmens-Sprecherin Kristina Stelzig mitteilte, verfügen die Einheiten über 100 bis 140 Quadratmeter Wohnfläche.

Zu- und Abfahrt erfolgt über den Pitzarweg. „Von der Kreuzstraße wird es nur eine Zufahrt geben“, erklärte Andreas Jurina von der Planungsgruppe Strasser, der die Bebauungsplan-Änderung fachlich betreut, am Dienstag im Gemeinderat. Alle Häuser bekommen einen Tiefgaragen- und einen Außenstellplatz. Dazu sind 70 überdachte Fahrradplätze geplant. Wie hoch die begrünte Lärmschutzwand werden muss, die das Quartier von der Bahnlinie abschirmt, wird laut Planer Jurina ein aktuelles Lärmschutzgutachten festlegen.

Verdichtungs-Potenzial wird ausgereizt

Die Verdichtung liege hier sicher an der Obergrenze des Möglichen, räumte Jurina ein. „Aber wer im Innenbereich viel unterbringt, kann Außenflächen schonen.“ Roberto Sottanelli (SPD) war es trotzdem zu viel. Er fürchtet vor allem, dass die Tiefgarage nicht genutzt wird und die Autos auf den Straßen stehen. Im Areal sei das Sache der Wohngemeinschaft, sagte Jurina, denn die Erschließungsstraße durchs Gelände bleibe im Privatbesitz. Sottanelli überzeugte das nicht, er stimmte gegen den Planvorentwurf.

Die zweite Gegenstimme kam von Josef Killer (FWG), der ebenfalls auf die Parkplätze abhob: „Nur vier Parkplätze für Besucher – das ist etwas wenig.“ Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) sagte zu, die Stellplatz-Situation zu überprüfen.

Mehr Stellplätze oder mehr Grünflächen?

SteMax Ruf (SPD) indes weigerte sich, Grünflächen für weitere Stellplätze zu opfern. So sah das auch Thomas Hogger (Grüne), der die Verdichtung und die Reduzierung der Wohnungsgrößen begrüßte. „Wollen wir nicht alle bezahlbaren Wohnraum?“ Baustolz kündigte an, für Otterfinger Sonderkonditionen anzubieten. Vier bis sechs Wochen vor offiziellen Verkaufsstart sollen Gemeindebürger die Chance haben, die Häuser günstiger zu erwerben.

Maria Dießl (CSU) wünschte sich, dass der Bauträger nicht nur, wie geplant, einen Spielplatz baut, sondern auch einen eingruppigen Kindergarten. Josef Killer pflichtete bei: „Wir müssen im Auge behalten, was dieses enorme Wachstum an Nachfolgelasten verursacht.“

80 Bäume wurden beschädigt

Zudem verwies Killer darauf, dass beim Auskoffern des Areals etwa 80 Bäume an der Grundstücksgrenze kaputt gingen. „Da werden wir Ersatz fordern“, sagte Falkenhahn. Auf dem Areal selber sollen 30 Bäume gepflanzt werden.

Laut Falkenhahn habe Baustolz bei der Ausgestaltung des Quartiers viel Entgegenkommen signalisiert. „Wäre schön“, sagte Stefan Burgmayr (FWO), „denn das wird das größte Baugebiet in Otterfing seit 30 Jahren.“

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