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Der Bauplatz: Nördlich des markanten Sport-Scheck-Gebäudes wird der neue Firmensitz entstehen.

Im Otterfinger Gewerbegebiet

Bergzeit baut sich großes Basislager

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Otterfing - Bergzeit erklimmt immer höhere Gipfel. Die Umsätze des Sportartikel-Händlers klettern rasant. Höchste Zeit, ein geräumiges Basislager aufzuschlagen: Das Unternehmen, das vor allem im Online-Handel erfolgreich ist, baut im Otterfinger Gewerbegebiet einen neuen Firmensitz samt Logistikzentrum. Das Grundstück dafür liefert die Gemeinde.

Die Outdoor-Branche boomt. Bergzeit-Gründer Klaus Lehner hatte zur Jahrtausend-Wende einen Nerv der Zeit getroffen, als er mit seinem Start-Up durchstartete. Als Zugpferd erwies sich der Online-Handel, für den Lehner im Otterfinger Gewerbegebiet Räumlichkeiten im Sport-Scheck-Gebäude anmietete. Auf 6200 Quadratmetern kümmern sich derzeit 50 Mitarbeiter um Einlagerung, Auftragsannahme und Versand. Weitere 50 Kollegen steuern von benachbarten Büros aus Marketing und Buchhaltung. Auch die Geschäftsleitung sitzt in Otterfing. 

80 Prozent des Geschäfts läuft übers Internet. „Wir wachsen dynamisch“, sagt der neue Geschäftsführer Maximilian Hofbauer. Die Umsätze steigen Jahr für Jahr zweistellig. „Aber uns geht der Platz aus“, sagt Hofbauer, „wir müssen diese Bremse lösen.“ Ein repräsentativer und mächtiger Neubau nördlich des Scheck-Geländes soll den Weg in die Zukunft ebnen. „Wir müssen den nächsten Schritt gehen“, sagt Hofbauer. Deutlich über zehn Millionen Euro investiert Bergzeit in das künftige Hauptquartier.

Die Gemeinde trennt sich dafür von ihrem letzten großen Grundstück im Gewerbegebiet und dürfte dafür über zwei Millionen Euro erlösen. 14 000 Quadratmeter stehen Bergzeit zur Verfügung. Die Pläne sind im Rathaus hochwillkommen. „Die Gewerbesteuer ist schon jetzt beachtlich“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), „und es entstehen Arbeitsplätze.“ Etwa 100 sind es aktuell, laut Hofbauer werden im Neubau bis zu 160 Menschen Arbeit finden. 

Der Neubau – als Bauherr tritt eine „Peak GmbH“ auf – hat beachtliche Ausmaße. Die Logistik-Halle fällt mit 89 mal 84 Metern fast quadratisch aus, bleibt aber bei der Höhe unter zehn Metern. „Damit wird es deutlich niedriger als das Scheck-Gebäude“, sagt der Bürgermeister. Um keinen Lagerplatz zu verschenken, weicht die Halle in die Tiefe aus: Der Boden liegt 2,20 Meter unter der Erdgleiche. In den Regalen sollen bis zu 100 000 Artikel auf Bestellungen warten. „Wir peilen an, dass täglich bis zu 7000 Pakete rausgehen können“, sagt Hofbauer. Derzeit schaffe man im Regelbetrieb etwa 1000 Sendungen. 

Während die Halle ein Flachdach bekommt, ist auf dem dreigeschossigen Verwaltungsgebäude ein Satteldach vorgesehen. Auch dieser Bau geizt nicht mit Größe – er wird elf Meter breit, 85 Meter lang und über zwölf Meter hoch. Beide Gebäude bieten insgesamt 11 000 Quadratmeter Nutzfläche. Sollte das nicht reichen, kann Bergzeit auf dem Areal erweitern. „Dann wird eine Tiefgarage nötig“, sagte Eglseder.

Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung keine Einwände gegen die Pläne. Auf Nachfrage von Ulrike Stockmeier (FWG) wies der Rathauschef allerdings darauf hin, dass ein Nachbar die Pläne nicht unterschrieben habe.

Ein weiterer Nachbar im Norden, der ebenfalls die Unterschrift verweigerte, kritisiert die Vorgehensweise des Bürgermeisters. Wie er in einem Brief an die Gemeinderäte ausführt, habe ihm Eglseder zugesagt, sich für eine Einhausung der Lieferzone stark zu machen, da der Paketausstoß beachtlich sei. Passiert sei aber nichts. 

Sehr wohl habe er das Landratsamt auf den Wunsch des Nachbarn hingewiesen, kontert Eglseder. Denkbar sei eine Lärmschutzwand. Wie Bauamtsleiter Heinz Hirz erklärt, orientiere sich die Gemeinde bei der Erstellung des Bebauungsplans an den Empfehlungen der Immissionsschutzbehörde im Landratsamt. Ein Schallschutz-Gutachten belege, dass keine Lärmprobleme zu erwarten seien, sagte Eglseder: „Wir befinden uns da ja in einem Gewerbegebiet.“

Bergzeit drückt aufs Tempo. „Wir müssen heuer mit dem Bau beginnen“, sagt Hofbauer. Der Zeitplan sieht vor, die Neubauten im Herbst 2017 in Betrieb zu nehmen. (avh)

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