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Bergzeit darf ohne Tiefgarage bauen

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Von: Andreas Höger

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Halle ohne Tiefgarage: Östlich des bestehenden Firmensitzes plant Bergzeit ein automatisiertes Hochregal-Lager. © Thomas Plettenberg

Das Outdoor-Unternehmen Bergzeit darf auch ohne Tiefgarage erweitern. Die Gemeinde Otterfing hat aber vorsorglich einen Anwalt eingeschaltet.

Otterfing Outdoor ist angesagt, der Markt brummt. Der Otterfinger Online-Händler Bergzeit gehört zu den „Big Playern“ in Europa mit 500 000 Kunden in 23 Ländern. Erst vor drei Jahren entstand im Otterfinger Gewerbegebiet das neue Hauptquartier – und schon will das Unternehmen die Platz-Reserve ziehen: In einer neuen Halle soll ein automatisiertes Hochregal-Lager entstehen.

Die Gemeinde kommt dem Unternehmen dabei entgegen und ändert den Bebauungsplan „Hienlohestraße Nord“. Entscheidend dabei ist, dass Bergzeit keine Tiefgarage mehr bauen muss, obwohl das bei der Planung des Firmensitzes so abgesprochen war: Baut der Online-Händler die zusätzliche Halle im Osten, fallen Parkplätze weg, die unterirdisch unterzubringen sind.

SPD und Grüne dagegen

Bergzeit verweist jedoch auf die schweren Maschinen, die in der Halle geplant sind und die eine darunter liegende Tiefgarage statisch gefährden könnten. Das Unternehmen bat darum, die Stellplätze (75 für Mitarbeiter) im Freibereich nachweisen zu dürfen. Die Halle selber wird etwa 40 Meter breit und 12,20 Meter hoch – und damit schmaler, aber auch um zwei Meter höher als in der Ursprungsplanung. In einem ersten Beschluss im Dezember hatte der Gemeinderat sein Einverständnis signalisiert, wenn auch nur mehrheitlich. Und auch in der jüngsten Sitzung, als der Planvorentwurf zu billigen war, gab es vier Gegenstimmen aus den Fraktionen von SPD und Grünen.

Wie Bauamtsleiter Heinz Hirz erläuterte, habe die Verwaltung zusammen mit Planer Hans Hagleitner alle Optionen für den Bau einer Tiefgarage an anderer Stelle abgeklopft. „Wir bräuchten eine 35 Meter lange Rampe“, erklärte Hagleitner, „die wäre schwierig unterzubringen.“ Die erforderlichen Stellplätze dagegen könnten oberirdisch nachgewiesen werden, führte Hagleitner aus. Die Ausmaße der Halle blieben im Bereich des Möglichen. „Die Firsthöhe des westlichen Verwaltungsbaus wird unterschritten.“

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Mögliche Klagen: Gemeinde hat bereits Anwalt eingeschaltet

Gerade die neue Höhe war bei der ersten Behandlung im Gemeinderat auf Kritik gestoßen. Zudem sah etwa Max Ruf (SPD) eine bevorzugte Behandlung des Großunternehmens gegenüber kleinerer Firmen. Andere Räte hatten deutlich gemacht, dass man dem großen Gewerbesteuer-Zahler keine Steine in den Weg legen wolle. In der jüngsten Sitzung gab es keine Wortmeldungen.

Hirz wies darauf hin, dass die Gemeinde vorsorglich einen Anwalt eingeschaltet hat, um gegen mögliche Klagen gewappnet zu sein. Dies kommt nicht von ungefähr: Während der Genehmigungsphase 2015/2016 hatte Nachbar Stefan Weitl lange gegen den Bau protestiert; er befürchtete vor allem Lärmbelästigungen. Als Bergzeit damals zusagte, eine – planerisch nicht zwingend nötige – Lärmschutzwand zu bauen, lenkte Weitl ein. Laut Bauamtsleiter Hirz werde jetzt geprüft, ob der Wegfall der Tiefgarage zusätzlichen Lärmschutz erfordert.  

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