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Frauenbundfasching in der Mehrzweckhalle

Sketch-Feuerwerk: Schweinsbraten spricht mit Köchin

Der Otterfinger Frauenbund hat sich mal wieder selbst übertroffen. Vier kurzweilige Stunden lang begeisterten die spielfreudigen Frauen in der Mehrzweckhalle mit skurrilen Dialogen, fetzigen Sketchen - und manchen   Seitenhieb auf die Lokalpolitik.

Otterfing – Unter dem Motto „Frauen an die Macht“ reihten sich 20 Sketche aneinander, verbunden durch launige Überleitungen. Da wurde eine Verhandlung des königlichen Amtsgerichts nach einer Wirtshaus-Rauferei ebenso auf die Bühne verlegt wie ein mitreißendes Gastspiel Freddie Mercurys oder der Kampf um Aldi-Schnäppchen, für den sich Musikant Josef Parriger sicherheitshalber einen Radlhelm aufsetzte.

Ein ungewöhnlich wandlungsfähiges Tier philosophierte über seine Berufsaussichten. Zunächst habe es sich als Kreuzotter beworben, um eine Erklärung zu liefern, warum es mit dem Radlweg nach Holzkirchen so lange dauert. Kuh wollte es lieber keine sein, weil es dann keine Glocke tragen dürfe und obendrein lebensgefährliche Fliegen fürchten müsse. Schließlich wurde das Tier eine Biene und freute sich nicht nur über Anerkennung, sondern über gute Chancen, sogar im wohnungsmäßig leer gefegten Otterfing eine exklusive Bleibe mit Bergblick zu finden.

Manchmal mussten die Schauspielerinnen selber lachen, wie beim inbrünstig vorgetragenen „Liebeslied“, das mit Zugaberufen quittiert wurde, oder wenn die Sau mit der Köchin plauderte, während sie so fulminant mit Bier mariniert wurde, dass es bis ins Publikum spritzte. Eine Sauerei, die mit einem Seitenhieb des panierten Schweindls auf die Räumlichkeiten quittiert wurde: „Und das bei den kalten Duschen.“

Ins lokalpolitische Detail gingen die frische, von einer Schaum-Haube gekrönte Halbe Bier und die Weißwurst, deren Pelle bei jedem „Ich weiß, ist mir wurscht“ auf dem Kopf zappelte. Es ging bei diesem Zwiegespräch um die Sanierung der Straße nach Steingau, vorzeitig verplante Steuereinnahmen und Drogenkonsum am Skaterplatz. Die Halbe Bier verglich den Gemeinderat mit Pippi Langstrumpf, beide machten sich die Welt, wie es ihnen gefällt. Um das leidige Turnhallenproblem zu lösen, empfahl das Bier, den Skaterplatz zu überbauen – und darauf auch noch die Holzkirchner Eishalle unterzubringen, damit die Nachbarn auch etwas davon haben.

„Und was machen wir jetzt am Sonntagabend?“, spielten die Frauen nach einem „Hoch auf alle Männer“ und alle helfenden Hände auf die vielen Probentermine im Vorfeld an. Zunächst animierten sie das Publikum zum Mitfeiern, als sie sich bei ihrem „einfach horrormäßig himmlischen“ Schluss des offiziellen Programms des „Crazy Freidog“ unter die Zuschauer mischten.

Ein besonderer Dank galt an diesem Abend Agnes Wimmer, die nach 30 Jahren ihr Amt als rührige Tombola-Chefin in jüngere Hände legte.

Heidi Siefert

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