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Otterfing hofft, künftig stärker von ÖPNV-Ausbau zu profitieren

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Von: Andreas Höger

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Die Gemeinde Otterfing hofft auf Profit durch den ÖPNV-Ausbau (Symbolfoto).
Die Gemeinde Otterfing hofft auf Profit durch den ÖPNV-Ausbau (Symbolfoto). © Andreas Leder/Archiv

Der Regionalplan der Region Oberland mutet an wie ein Papiertiger, der aus weiter Ferne nur sehr leise brüllt. Und doch skizziert das Planwerk die großen Leitplanken.

Otterfing - Die Skizze, die sich an der Entwicklung der Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau orientiert – verbunden durchaus mit verbindlichen Vorgaben. Derzeit ist der Planungsverband dabei, angesichts des wachsenden Siedlungsdrucks der Metropolregion München „Hauptorte“ für verstärkte Siedlungsentwicklung festzulegen. Alle Gemeinden der Region werden dazu angefragt, jetzt kam auch die Antwort aus Otterfing. Als „Hauptorte“ meldete der Gemeinderat die Ortsteile Otterfing, Bergham und Holzham. Will heißen: Wenn neuer Wohnraum entstehen soll, dann vordringlich dort.

Die Region Oberland ist Zuzugsgebiet, die Anziehungskraft nimmt stetig zu. Wie Otterfings Bauamtsleiter Hubert Zellner im Gemeinderat erklärte, dokumentiert ein vom Planungsverband bestelltes Strukturgutachten, dass die Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um fast sechs Prozent anwuchs. „Dem Verband geht es jetzt darum, den Rahmen für weiteres Wachstum aufzuzeigen und Eckpunkte für Siedlungsentwicklung festzulegen“, erläuterte Zellner. Dafür definiert das Planwerk regionale Entwicklungsschwerpunkte, im Umgriff Otterfings sind dies Holzkirchen, Miesbach, Hausham und Bad Tölz.

Otterfing als „optionale Bereiche mit ergänzender Entlastungs- und Entwicklungsfunktion“

Eine Stufe darunter rangieren „optionale Bereiche mit ergänzender Entlastungs- und Entwicklungsfunktion“. In diese Kategorie fällt Otterfing. „Von uns will der Planungsverband jetzt wissen, wo wir in der Gemeinde Entwicklungspotenzial sehen“, erklärte Zellner. Unter Hinweis auf das gültige Ortsentwicklungskonzept teile man dem Verband mit, dass Otterfing, Bergham und Holzham den Hauptort ausmachen: „In den anderen Ortsteilen soll keine Siedlungsentwicklung stattfinden.“ Der Verband sei nicht an einer parzellengenauen Darstellung interessiert. „Da passiert planungsrechtlich nichts Neues“, betonte Zellner. Wie Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) ergänzte, bleibe jegliche Planungshoheit bei der Gemeinde.

Otterfing meldet Siedlungsschwerpunkte

Josef Killer (FWG) empfand die Anfrage trotzdem als „groteske Sache“. Otterfing verfüge über ein eigenes Entwicklungskonzept und kämpfe gegen den Siedlungsdruck aus München: „Auf was wollen die denn hinaus?“, fragte er. Es gehe um überregionale Planungslinien, erklärte der Bürgermeister und warnte davor, sich hier zu verschließen oder unnötig kleiner zu machen. Der ÖPNV-Ausbau etwa orientiere sich am Regionalplan. „Es geht unter anderem darum, wie die Region Verkehrsströme lenken muss.“ Otterfing hoffe ja auf eine Verdichtung des S-Bahn-Takts und eine bessere Einbindung ins Netz der Bayerischen Regiobahn (BRB). Und von der Einstufung im Regionalplan hänge letztlich ab, ob eine Gemeinde von Förderprogrammen profitieren könne. Gegen die Stimme Killers erklärte sich der Gemeinderat grundsätzlich einverstanden mit der Fortschreibung des Regionalplans in Sachen Siedlungsentwicklung. Aufgenommen in den Beschluss wurde der Hinweis, dass Einheimischenprojekte weiter möglich sein sollen.

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