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Gemeinderat plant Klausursitzung  

Das Sportzentrum neu andenken

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Otterfing - In Sachen Sportzentrum verordnet sich der Otterfinger Gemeinderat eine Denkpause. Erst im Oktober will sich das Gremium zu einer Klausur treffen, bei der hinter verschlossenen Türen das bisher Geschehene analysiert und das weitere Vorgehen abgesprochen wird.

Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat am Dienstag. Spätestens nach den ernüchternden Erkenntnissen der Sondersitzung Ende April ist klar, dass ein Ausbau des Altstandorts am Nordring zu teuer kommt (über 17 Millionen Euro) und gravierende Lärmschutz-Probleme aufwirft (wir berichteten).

Diesen Weg mit allen Mitteln zu versuchen, hat dem Gemeinderat ein Bürgerentscheid im März 2015 aufgegeben: Eine deutliche Mehrheit der Otterfinger hatte sich damals für den Ausbau des Altstandorts in „finanzierbarer und angemessener Form“ ausgesprochen – anstatt ein Sportzentrum an die Kreuzstraße auszusiedeln, wie von Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) vorgeschlagen. 

Die Sondersitzung offenbarte, dass man offenbar in eine Sackgasse geraten ist. Es stehe nicht dafür, jetzt noch einen teuren Architekten-Wettbewerb anzugehen, stellte Michael Falkenhahn (SPD) in der Sitzung am Dienstag fest. Er hatte im Februar die Lärmschutz-Machbarkeitsberechnungen für verschiedene Ausbau-Optionen beantragt. Allen müsse jetzt klar, betonte Robert Schüßlbauer (CSU), „dass ein Sportzentrum da unten nicht mehr möglich ist“. Die Konsequenz könne nur sein, alle weiteren Planungen „für ein komplettes Sportzentrum an diesem Standort einzustellen“. 

Einen solchen Satz hatte die Verwaltung als Beschlussvorlage auch formuliert, was einigen Räten allerdings schon wieder zu weit ging. „Wir brauchen eine ergebnisoffenen Neuanfang“, sagte etwa Ulrike Stockmeier (FWG). Auch für Andreas Eichhorn (SPD) klang „Planungen einstellen“ zu negativ: „Eventuell brauchen wir den Standort ja doch noch in irgendeiner Form.“ Max Ruf (SPD) warnte davor, Ergebnisse der Klausursitzung vorwegzunehmen. Für die Formulierung „Planung vorerst einstellen“ plädierten Gerhard Heimerer und Susanne Weitl (beide CSU). So trage man dem Bürgerentscheid Rechnung, „und wir tun etwas für den Dorffrieden“, sagte Weitl. Schließlich verschwand der ganze Satz aus dem Beschluss, was Schüßlbauer zur einzigen Gegenstimme veranlasste.

Verwaltung und Gemeinderäte vereinbarten, bis zur Klausursitzung die Füße still zu halten und auf jegliche Sportzentrums-Anträge zu verzichten. Max Ruf hätte sich gewünscht, die Klausur noch vor der Sommerpause anzusetzen: „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.“ Die Mehrheit indes wollte sich mehr Zeit nehmen, um das brisante Thema neu anzudenken. Bürgermeister Eglseder empfahl, jede Gelegenheit zu nutzen und sich etwa im Urlaub Sportzentren aller Art näher anzuschauen. 

Hinter den Kulissen zeichnet sich ab, dass man wohl von einem großen Sportzentrum, das in einem Guss entsteht, langsam abrückt. Unter Umständen könnten etwa in einem ersten Schritt die Fußballplätze umziehen (an die Kreuzstraße?), ohne den Otterfinger Hof und die Mehrzweckhalle am Altstandort gleich aufzugeben. (avh)

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