Festnahme im Mordfall Peggy

Festnahme im Mordfall Peggy

Kripo Miesbach ermittelt 

Nach Tod eines Babys: Mutter weiter in U-Haft - Polizei nimmt Bekannten ins Visier 

Eine Otterfingerin (28) soll verantwortlich sein für den Tod ihres Babys. Sie sitzt weiter in Untersuchungshaft, während die Polizei Beweise sammelt - und einen ihrer Bekannten genauer unter die Lupe nimmt.

Update vom 26. Oktober 2018:

Die Tat schreckte nicht nur viele Otterfinger auf: Eine 28-jährige Mutter soll am frühen Morgen des 27. September in einer Otterfinger Wohnung ihr drei Monate altes Baby getötet haben (siehe unten). „Die Kripo Miesbach arbeitet unter Hochdruck an den Ermittlungen“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Rosenheim. Ob es neue Erkenntnisse gibt, wollte der Sprecher nicht verraten. 

Das Drama hatte sich in einem Wohnhaus im Otterfinger Ortszentrum abgespielt, in dem die gebürtige Nigerianerin untergebracht war. Das kleine, erst drei Monate alte Mädchen starb unter mysteriösen Umständen. Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter verantwortlich ist für den Tod des Babys. „Wir halten die Frau nach wie vor für dringend tatverdächtig“, betont Sonntag. Die 28-Jährige, deren Asylantrag abgelehnt worden war, wurde einen Tag nach dem Tod des Mädchens unter dem Vorwurf des Totschlags festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. 

Ein Geständnis legte die Mutter nicht ab, wie Sonntag auf Nachfrage erklärt. „Die Ermittler müssen jetzt Beweise sammeln, um unseren Verdacht zu erhärten“, sagt der Sprecher. 

Immer noch unklar ist die Rolle eines 28-jährigen „Bekannten“ der Kindsmutter, der ebenfalls aus Nigeria stammt und in einer anderen Unterkunft im Landkreis Miesbach lebt. War er an der Tat beteiligt? Ist er sogar der Vater des Kindes? Die Ermittler hüllen sich diesbezüglich in Schweigen. „Der Mann ist im Blickfeld der Kripo“, sagt Sonntag. 

Die Befragungen und Ermittlungen gestalten sich sehr schwierig, sagt der Polizeisprecher. Einige Wochen werde man sicher noch brauchen, ehe die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden können. Die Staatsanwaltschaft hat dann zu entscheiden, ob die von der Kripo gesammelten Beweise für eine Anklage wegen Totschlags reichen.

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Der vorherige Bericht vom 9. Oktober:

Otterfing -  Was genau in der Otterfinger Wohnung geschah am frühen Morgen des 27. Septembers, versuchen die Beamten der Kripo Miesbach seit Tagen zu rekonstruieren. „Aus ermittlungstaktischen Gründen wollten wir nicht früher an die Öffentlichkeit gehen“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Fest steht, dass die Rettungsleitstelle am 27. September gegen 4.30 Uhr ein Notruf erreichte. Wer die Retter alarmierte, wissen die Ermittler, wollen aber auch diese Information nicht preisgeben. Das Wohnhaus, in dem laut Polizei einige Asylbewerber untergebracht sind, befindet sich dem Vernehmen nach im Ortszentrum. 

Der Notarzt war schnell vor Ort und versuchte, das Baby zu reanimieren – vergeblich. Eine Stunde später musste er den Tod des kleinen Mädchens feststellen. „Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine konkreten Hinweise auf eine mögliche Straftat“, betont der Polizeisprecher.

Das änderte sich noch am selben Tag, als Ärzte des rechtsmedizinischen Instituts in München, im Beisein von Ermittlern der Kripo Miesbach, den Leichnam des Kindes obduzierten. Eine Maßnahme, die von der zuständigen Staatsanwaltschaft München II angeordnet worden war. „Die Untersuchungen ergaben eindeutige Hinweise, dass dem Opfer durch Gewalteinwirkung schwere Verletzungen beigebracht wurden, die zum Tod führten“, sagt Sonntag. 

Wurde das Baby heftig geschüttelt? Stürzte es zu Boden? „Dazu machen wir derzeit keine Angaben“, sagt Sonntag.

Die Hinweise auf einen gewaltsamen Tod waren jedenfalls so eindeutig, dass die Ermittlungen schnell Fahrt aufnahmen. Bereits einen Tag später, am 28. September, verhafteten Polizisten die 28-jährige Kindsmutter. Laut Polizei leistete sie keinen Widerstand. „Sie gilt als dringend tatverdächtig“, sagt Sonntag. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde sie unter dem Vorwurf des Totschlags dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ.

Die Nigerianerin, deren Asylantrag nach Angaben der Polizei abgelehnt wurde, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ein Geständnis legte sie nicht ab. Die Kriminalpolizei befragte inzwischen Mitbewohner und Nachbarn. Ob sich daraus weitere Erkenntnisse zum Tod des kleinen Mädchens ergeben, will die Polizei nicht verraten; das betrifft auch die Frage, ob die verhaftete Frau weitere Kinder hat. 

Der Verdacht von Polizei und Staatsanwaltschaft richtet sich zwar vornehmlich gegen die Kindsmutter. Ermittelt wird aber mittlerweile auch gegen einen „Bekannten“ der Frau; der Mann ist 28 Jahre alt und stammt wie die Hauptverdächtige aus Nigeria. Untergebracht ist der 28-Jährige in einer anderen Wohnung im Landkreis Miesbach. „Wir prüfen eine mögliche Tatbeteiligung“, sagt Polizeisprecher Sonntag.

Unklar ist noch, ob der Mann nur ein „Bekannter“ der Frau ist oder ihr Lebenspartner. Möglich ist sogar, dass es sich um den Vater des getöteten Kindes handelt. „Es sind insgesamt sehr schwierige und aufwendige Ermittlungen“, betonte der Sprecher.

Rubriklistenbild: © dpa / Nicolas Armer

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