Drei junge Linden setzte der Bauhof am Parkplatz östlich des Ortseingangs-Kreisels. Unser Bild zeigt (v. l.) Karl Einwanger (Baumschutz-Beauftragter der Gemeinde), Bürgermeister Michael Falkenhahn und Bauhof-Leiter Franz Huber.
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Drei junge Linden setzte der Bauhof am Parkplatz östlich des Ortseingangs-Kreisels. Unser Bild zeigt (v. l.) Karl Einwanger (Baumschutz-Beauftragter der Gemeinde), Bürgermeister Michael Falkenhahn und Bauhof-Leiter Franz Huber.

Pflanzaktion der Gemeinde

Dem Klimawandel gewachsen: 24 neue Bäume für Otterfing

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Sie machen Otterfing grüner und sind dem Klimawandel gewachsen: 24 Bäume pflanzte der Bauhof in den vergangenen Tagen. Sie ersetzen Bäume, die gefällt werden mussten.

Otterfing – Bäume wirken robust und stabil, doch zuweilen trügt der Schein. „Nicht jeder Baum wird 100 Jahre alt“, sagt Karl Einwanger – und er muss es wissen. Einwanger arbeitet hauptamtlich als Förster und wurde vom Gemeinderat im Vorjahr zum „Beauftragten für Baumschutz“ ernannt. In dieser Funktion koordinierte der langjährige Gemeinderat (2002 bis 2020) jetzt zusammen mit dem gemeindlichen Bauhof eine Nachpflanz-Aktion. 24 Jungbäume wurden im Ortsgebiet Otterfing neu gepflanzt – als Ersatz und Nachfolger für alte und kranke Bäume, die gefällt werden mussten.

Ehe die Motorsäge angeworfen wird und ein Baum aus dem öffentlichen Raum verschwindet, schauen Einwanger und Bauhofleiter Franz Huber ganz genau hin. „Bei der letzten Baumkontrolle haben wir nicht nur ältere Bäume auf Verkehrssicherheit geprüft“, berichtet Einwanger. Ein besonderes Augenmerk galt diesmal den Neupflanzungen der vergangenen Jahrzehnte. Tatsächlich stellte der Fachmann fest, dass auch einige jüngere Bäume nicht mehr zu retten sind. „Das passiert“, sagt Einwanger. Krankheiten, Stürme oder Anfahrschäden setzen den Pflanzen zu. „Dann folgen nicht selten Pilzbefall und schwere Stammschäden“, sagt Einwanger, „das sind irreversible Schäden, solche Bäume können sich nicht mehr selber helfen.“

Kranke Bäume können zur Gefahr werden

Da solche schwer kranken und instabilen Bäume aber oft schon eine stattliche Höhe erreicht haben, stellen sie im öffentlichen Raum ein Risiko dar: Sie könnten auf Straßen, Häuser oder Gehwege stürzen. „Neben öffentlichen Verkehrseinrichtungen sind solche Bäume eine Gefährdung“, stellt Einwanger fest. Die Gemeinde reagierte: 24 Bäume mussten im Laufe der vergangenen zwei Jahre aufgrund von Pilzbefall, Anfahrschäden und Krankheiten gefällt werden.

Wo etwas weg ist, hat Neues Platz: Für insgesamt 5000 Euro kaufte das Rathaus jetzt im Frühjahr Nachwuchs-Bäume ein. „Wir setzen dabei auf klimatolerantere Baumarten“, sagt Einwanger. Eiche, Spitzahorn, Sommerlinde und Traubenkirsche kommen mit Wärme und Trockenheit besser zurecht. Die Ersatzpflanzungen packte das Bauhof-Team in dieser Woche an.

Auf der Thomawiese etwa wurde die kranke und absterbende rotblühende Kastanie erlöst und durch eine vitalere, weißblühenden Kastanie ersetzt, flankiert von einer jungen Eiche. Der Montessori-Spielplatz wurde ebenfalls mit zwei Kastanien bestückt, „die dienen künftig hoffentlich auch als Schattenspender“, sagt Einwanger. Am Parkplatz östlich des Kreisverkehrs am Ortseingang wurden neue Linden gepflanzt.

Den neu gesetzten Traubenkirschen traut man nicht nur zu, im einsetzenden Klimawandel gut zurecht zu kommen. Die Bäume werden im Ortsbild künftig den Frühling sichtbar machen. „Traubenkirschen blühen sehr früh, meist schon Ende April“, sagt Einwanger. Ihre Früchte indes sind für Menschen kaum genießbar.

Um den Jungbäumen das An- und Aufwachsen zu erleichtern, umgab sie der Bauhof mit Stützkonstruktionen und umwickelte die Stämme mit Schutzband. „Die Rinde junger Bäume ist noch nicht so dick und anfällig zum Beispiel für Sonnenbrand“, erklärt Einwanger. Er hofft, dass die jetzt im Frühjahr 2021 gepflanzten Bäume auch künftige Generationen von Otterfingern erfreuen: „Ein Alter von 100 Jahren ist grundsätzlich all diesen Bäumen zuzutrauen.“ Eichen und Linden schaffen sogar 1000 Jahre und mehr.

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