Gleichgeschaltet: Alle 424 Straßenlampen der Gemeinde Otterfing werden 2021 auf LED-Technik umgerüstet. Unser Bild entstand in der Dietramszeller Straße.
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Gleichgeschaltet: Alle 424 Straßenlampen der Gemeinde werden 2021 auf LED-Technik umgerüstet. Unser Bild entstand in der Dietramszeller Straße.

Gemeinde investiert 150 000 Euro

Alles wird LED: Neue Straßenlampen für die ganze Gemeinde

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Straßenlampen sichern Verkehrswege, brauchen aber viel Strom. Die Gemeinde Otterfing fackelte nicht lange, als das Bayernwerk jetzt mit einem hübsch verpackten Angebot lockte: 2021 wird die komplette Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Das ist nicht ganz billig, ermöglicht aber auch, die „Lichtverschmutzung“ zu reduzieren.

Otterfing – „Eine sehr gute Sache.“ Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) freute sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass der letzte Beschluss des Jahres einstimmig fiel und der Gemeinde einen kleinen technischen Vorsprung beschert: Das Bayernwerk wird bis spätestens Juni 2021 alle Straßenlampen der Gemeinde mit moderner LED-Technik nachrüsten. 30 Prozent übernimmt das Unternehmen, 70 Prozent zahlt das Rathaus. Knapp 150 000 Euro wird die Umrüstung die Gemeinde voraussichtlich kosten.

Die Umstellung von Straßenlaternen auf stromsparende LED-Leuchten läuft in vielen Gemeinden seit Jahren, auch in Otterfing. Allerdings werden meist nur Chargen von wenigen Lampen ausgewechselt, „scheibchenweise“, wie es Robert Schüßlbauer (CSU) im Gemeinderat formulierte. In Otterfing dagegen steht nächstes Jahr das große Leuchten an: Wie Falkenhahn erklärte, habe das Bayernwerk angeboten, alle 424 „Brennstellen“ mit insgesamt 643 Leuchtmitteln in einem Guss auf LED-Technik umzustellen. „Wir sind damit wohl so eine Art Pilotprojekt“, sagte der Bürgermeister.

Umrüstung spart jedes Jahr 67 000 Kilowattstunden oder rund 15 000 Euro

Die Vorteile lassen sich in Zahlen fassen: Bei 10-Watt-LEDs ergibt sich laut Falkenhahn eine jährliche Stromeinsparung von 67 000 Kilowattstunden oder rund 15 000 Euro. „Nach etwa zehn Jahren hätte sich unsere Investition also in etwa amortisiert“, rechnete der Rathauschef vor. Ob es für die Umrüstung staatliche Zuschüsse gibt, sei noch abzuklären. Auch ohne Förderung sei die Investition in seinen Augen aber erschwinglich – zumal die Gemeinde damit eine jährliche CO2-Reduzierung von 34 Tonnen erreicht.

Neben der Strom- und CO2-Ersparnis birgt die Umrüstung den Vorteil, in den Otterfinger Straßen künftig ein punktgenaues Lichtmanagement betreiben zu können. „Das System ist steuerbar“, erklärte Falkenhahn, „wir könnten also in späteren Nachtstunden auch absenken.“ Sollten Bund oder Freistaat eine strengere Lichtschutz-Verordnung erlassen, habe Otterfing diese Hausaufgabe bereits erledigt.

Neue LED-Lichter können gedimmt oder ganz ausgeschaltet werden

„Ich bin kein Freund davon, erst eine Lampe aufzustellen und sie dann für längere Zeit abzuschalten“, sagte Gerhard Heimerer (CSU). Thomas Hogger (Grüne) dagegen lobte nicht nur die „gewaltige Energie-Einsparung“, sondern auch die neuen Möglichkeiten, die wachsende „Lichtverschmutzung“ in Nachtstunden einzudämmen. „Wie geleuchtet wird, können wir künftig entscheiden“, betonte Falkenhahn. Um dem Insektenschutz Rechnung zu tragen, ist für die Straßenlampen-LEDs eine eher „warmweiße“ Lichtfarbe (3000 Kelvin) vorgesehen.

Bayernwerk habe zugesagt, die Umstellung in der ganzen Gemeinde innerhalb nur weniger Wochen durchzuziehen, sagte der Bürgermeister. Ende Juni soll überall nur noch LED leuchten. Andreas Eichhorn (SPD) regte an, für bisher unzureichend ausgeleuchtete Straßenabschnitte gleich zusätzliche Laternenmasten zu bestellen.

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