Hölzerner Hammer auf Richterbank
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Der Richter stellte das Verfahren ein. (Symbolbild)

Amtsgericht Miesbach

Schlag mit Regenschirm: Keine Strafe für Angeklagten

Er soll einen anderen Mann mit einem Regenschirm geschlagen haben: Weil sich die beiden Streithähne aus Otterfing aber wieder vertragen haben, kam ein 37-Jähriger ohne Strafe davon.

Otterfing – Bei einem harmlosen Streit zwischen zwei Asylbewerbern in der Unterkunft am Otterfinger Pitzarweg hatte ein 37-jähriger Pakistani Anfang November 2019 einen Landsmann mit einem Schirm gegen das Schienbein geschlagen. Nun musste er sich wegen des Vorfalls vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern auch wegen Sachbeschädigung – der Regenschirm im Wert von zehn Euro zerbrach bei dem Streit.

Dieser Version widersprach der Angeklagte. Er sei in das Zimmer eines Freundes gegangen. Dort wohnte auch das Opfer, dem es wohl nicht gefallen hatte, dass der Angeklagte dort aufkreuzte. „Er war gleich wütend, beleidigte mich und sagte, dass ich das Zimmer verlassen soll.“

Als er dieser Aufforderung nicht nachkam, habe sein Gegenüber den Schirm in die Hand genommen, wodurch der Angeklagte sich bedroht gefühlt habe. „Ich hatte Angst, dass er mir damit in die Augen stechen will“, erinnerte er sich. Er habe seinem Kontrahenten daraufhin lediglich den Schirm entzogen. Bei dieser Rangelei sei sein Landsmann gestürzt. „Wir haben uns am nächsten Tag wieder vertragen“, versicherte er. Letzteres bestätigte das vermeintliche Opfer (55): „Wir sind wieder befreundet.“

Unterschiedliche Angaben zum Tathergang

Der 55-Jährige bestätigte aber weder die Schilderung des Angeklagten noch die Angaben im Strafbefehl. „Ich wollte an dem Tag nicht, dass er in meinem Zimmer ist, was ich ihm auch gesagt habe.“ Als der 37-Jährige nicht gehen wollte, „haben wir uns gegenseitig angefasst, er nahm meinen Schirm und schlug ihn mir auf mein Knie“. Sein Schienbein sei unversehrt geblieben.

Die Frage, wer die Wahrheit gesagt hat, blieb unbeantwortet. Da die zwei Streithähne die Sache bereits untereinander geklärt haben, und der 37-Jährige noch keine Einträge im Bundeszentralregister hat, stellte Richter Walter Leitner das Verfahren in Absprache mit der Staatsanwaltschaft ohne Auflagen ein. 

Philip Hamm

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