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Breitband-Ausbau

Schnelles Internet ist freigeschaltet

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Ein Viertel aller Otterfinger Haushalte darf sich über eine digitale Bescherung freuen. Die Telekom vermeldete am Dienstag, dass 530 Haushalte ab sofort den Internet-Turbo zünden können.

Otterfing Das ganze Jahr über war im Straßenbild der Gemeinde abzulesen, dass am Ausbau der unterirdischen Datenautobahn gearbeitet wird. Ende September 2016 hatte die Telekom den Zuschlag für den Breitband-Ausbau erhalten, Staat und Gemeinde zahlen dafür rund 200 000 Euro.

„Wir haben rund 15 Kilometer Glasfaser verlegt und sechs Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet“, sagt Telekom-Pressesprecher Markus Jodl. Die mit rot-weißen Planken gesicherten Aufgrabungen an den Knotenpunkten prägten das Ortsbild in den vergangenen Monaten.

Im Sommer jedoch waren die Arbeiten ins Stocken geraten. Angesichts der Auftragsfülle im ganzen Land fehlte dem Branchenprimus Telekom offenbar das Fachpersonal, um die Glasfaserleitungen zu verspleißen. Die Hoffnungen, die neuen Leitungen schon im Herbst nutzen zu können, sie zerschlugen sich.

Viele Bürger schüttelten beim Anblick der verwaisten Aufgrabungen den Kopf. Auch Bürgermeister Jakob Eglseder riss der Geduldsfaden. „Man bekommt leider keine verbindliche Auskunft, wann sie fertig werden“, klagte er. Auf Nachfrage ließ die Telekom nur wissen, dass man die bei Baubeginn gegebene Zusage erfülle, die neuen Leitungen bis Ende des Jahres freizuschalten.

Das geschah offenbar in der vergangenen Woche. Etliche User spürten, dass das Internet-Surfen oder das Streamen von Filmen plötzlich besser funktioniert. Prompt schwärmten Werbe-Trupps der Telekom aus, um im Ort neue Verträge zu verkaufen – mit dem Hinweis, man komme schließlich irgendwie auch im Auftrag der Gemeinde. „Wir wussten davon aber nichts“, betont Eglseder (wir berichteten). Inzwischen stellte sich heraus, dass die Werber vergessen hatten, im Rathaus Bescheid zu geben.

„Wir sind froh, dass die Telekom jetzt endlich so weit ist“, sagt der Rathauschef und stellt fest, dass die vertraglich vereinbarte Frist (Ende Dezember) ja eingehalten worden sei. 

Allerdings ist das bestellte Gesamtpaket noch nicht komplett geliefert. Es fehlen etwa 160 Anschlüsse. Eglseder vermutet, dass es sich um die besonders leistungsstarken Anschlüsse (200 Mbit/s) handelt, auf die besonders Gewerbebetriebe dringend warten. Zudem sind noch nicht alle Breitband-Aufgrabungen im Ort wieder verschlossen.

Immerhin 530 Haushalte, mithin ein Viertel aller Otterfinger Haushalte, können im Internet jetzt durchstarten. Dazu gehören Quartiere östlich der Bahnlinie, Teile von Bergham und Palnkam sowie Wettlkam und Heigenkam. Die neuen Bandbreiten ermöglichen gleichzeitiges Telefonieren, Surfen und Fernsehen. „Das gilt auch für Musik- und Video-Streaming oder das Speichern in der Cloud“, sagt Norbert Kreier, Regionalmanager der Telekom. Banking funktioniert schneller, Flüge oder Urlaube lassen sich zügig buchen.

Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 50 MBit/s. „Auch für Arbeitnehmer mit Home Office und Selbstständige ist eine schnellere Anbindung ans Netz entscheidend“, weiß der Bürgermeister, „Breitband ist ein wichtiger Standortfaktor.“

Buchbar sind die schnelleren Internetanschlüsse über die Telekom. Grundsätzlich müssen die neuen Leitungen aber auch anderen Anbietern zur Verfügung stehen. Es empfiehlt sich, Angebote zu vergleichen und nicht nur auf Preise zu achten, sondern auch auf die jeweiligen Bandbreiten.

Noch gibt es in der Gemeinde „weiße Flecke“, die in Sachen Breitband unterversorgt sind. Für sie will die Gemeinde demnächst ein weiteres Ausbau-Paket schnüren.

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