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Sonntags auf der Baustelle: Arbeiter müssen 1200 Euro zahlen

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Von: Andreas Höger

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Sonntags gewerblich arbeiten – das ist nicht nur verboten, sondern kann auch teuer werden. Die Polizei erwischte jetzt sechs Bauarbeiter, die in Otterfing am falschen Tag allzu fleißig waren.

Otterfing - Die Sonntagsruhe ist im Grundgesetz verankert. Der Sonntag soll demnach von gewerblicher Arbeit unbelastet bleiben und der „seelischen Erhebung“ dienen. Konkret heißt das, dass grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen keine Arbeitnehmer beschäftigt werden dürfen - es sei denn, es liegen Ausnahmen vor, die das entsprechende Gesetz auflistet (etwa Gastro, Rettungsdienst, Landwirtschaft).

Eine solche Ausnahme lag jedoch nicht vor, als sechs Bauarbeiter am vergangenen Sonntag (28. Juni) auf einer Baustelle in Otterfing in die Hände spuckten. Nach Angaben der Holzkirchner Polizei handelte sich um Mitarbeiter eines gewerblichen Unternehmens.

Hinweis aus der Bevölkerung

Auf einen Hinweis aus der Bevölkerung schaute eine Streife auf der Baustelle vorbei und ertappte die sechs Bauarbeiter, die fleißig am Werkeln waren. Für die Gruppe war sofort Feierabend, die Polizei scheuchte sie von der Baustelle.

Der sonntägliche Einsatz wird für die sechs Arbeiter und ihre Firma wohl weitere Konsequenzen haben. Nachdem die Polizei mit dem Landratsamt Miesbach Rücksprache gehalten hatte, mussten die Arbeiter eine Sicherheitsleistung für ein zu erwartendes Bußgeld in Höhe von insgesamt rund 1200 Euro bezahlen. Gegen sie wurde ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet wegen Verstoßes gegen das Arbeitsverbot an Sonn- und Feiertagen sowie gegen das Immissionsschutzgesetz.

Die Aufhebung oder Aufweichung des Arbeitsverbots an Sonn- und Feiertagen wird in Deutschland immer wieder diskutiert. Ein Großteil der Bevölkerung hätte kein Problem damit: Laut einer Umfrage von 2014 würde fast ein Drittel der Bevölkerung zumindest einer Aufhebung des Verkaufsverbots an Sonntagen zustimmen.   

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