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Treuen Mitgliedern dankten (hinten v.l.) Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Bürgermeister Jakob Eglseder und Vorsitzender Matthias Schneider: (vorne v.l.) Jean Strohecker (25 Jahre Mitglied), Hilde Schlickenrieder (40), Lorenz Rothbauer (50) und Georg Schlickenrieder (35).

CSU Otterfing

Sportzentrums-Debatte kostet Mitglieder

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Otterfing - Die Diskussionen waren hitzig, rutschten oft ins Persönliche ab und hinterließen manchen unversöhnlich: Im Vorfeld des Sportzentrum-Bürgerentscheids 2015 ist in Otterfing viel Porzellan zerbrochen. Auch der CSU-Ortsverband musste Federn lassen.

Wie Vorsitzender Matthias Schneider bei der Jahreshauptversammlung erklärte, gaben mehrere, auch langjährige Mitglieder ihre Parteibücher zurück, weil sie mit dem klaren Bekenntnis der CSU für den Standort Kreuzstraße haderten. 

„Die Austritte haben weh getan“, räumt Schneider ein. Acht Kündigungen wurden ausgesprochen, aktuell zählt der Ortsverband 109 Mitglieder. Man habe gewusst, dass nicht alle Mitglieder auf der Linie von CSU-Bürgermeister Jakob Eglseder liegen und ein neues Sportzentrum an der Kreuzstraße selbst ablehnen. „Letztlich haben wir aber unseren Bürgermeister unterstützt.“ Bereut der CSU-Ortsvorsitzende heute diese Nibelungentreue? „So bitter die Austritte auch sind: Ich persönlich würde es wieder so machen“, sagt Schneider. 

In Sachen Sportzentrum gebe es Argumente in die eine wie in die andere Richtung. „Jeder darf seine Meinung haben, aber man muss sich nicht bekriegen.“ Leider seien noch immer viele Unwahrheiten im Umlauf. Es sei unfair, Eglseder zu unterstellen, er wolle sich mit einem vermeintlich gigantischen Sportzentrum ein Denkmal setzen. „Ich habe eher das Gefühl, dass da persönliche Rechnungen beglichen werden.“ 

Ein Jahr nach dem Bürgerentscheid, bei dem sich eine deutliche Mehrheit für die Weiterentwicklung des Sportzentrums am Nordring aussprach, ist die Gemeinde kaum einen Schritt vorangekommen. Aktuelle Berechnungen ergaben, dass ein Ausbau des Altstandorts zu teuer käme (über 17 Millionen Euro) und aufgrund des Lärmschutzes mit aufwendigen Auflagen zu kämpfen hätte. „Wir drehen uns im Kreis“, seufzt Schneider, der nicht im Gemeinderat sitzt. 

Mittlerweile müsse man auch darüber nachdenken, womöglich komplett auf ein neues Sportzentrum zu verzichten und am Nordring weitere Einschränkungen in Kauf nehmen. „Ich kann einerseits die Argumente nachvollziehen, dass das alles viel zu teuer ist“, sagt Schneider, „andererseits weiß ich, dass der Sportverein gerade für die Jugend im Ort sehr viel leistet.“ Die CSU werde eine neue Sportzentrums-Strategie diskutieren. 

Schneider kündigte Diskussionsrunden an, um direkten Kontakt mit den Mitgliedern zu halten. Als weiteres wichtiges Thema im Ort sieht er ein Senioren-Wohnprojekt, das zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt war. Die CSU werde dazu demnächst einen Antrag formulieren. 

In der Versammlung, an der rund 30 Mitglieder teilnahmen, ging Bürgermeister Eglseder unter anderem darauf ein, dass der erste Haushaltsentwurf im Gemeinderat krachend gescheitert war (wir berichteten) – auch weil CSU-Gemeinderätin Susanne Weitl, die als Schriftführerin im Ortsverband fungiert, gegen den Entwurf stimmte. „Beide haben ihre Standpunkte“, sagt Schneider. Eglseder hätte sich gewünscht, Unklarheiten im Vorfeld der Sitzung auszuräumen. Weitl waren die vorgelegten Unterlagen zu dürftig gewesen. (avh)

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