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Neuer Wohnraum auf der Thomawiese: Die Gemeinde will zumindest einen Teil der Fläche überplanen, um darauf bezahlbaren Wohnrau m für Senioren und Familien zu ermöglichen. Offen ist, ob die Gemeinde selber baut. 

Gemeinderat steckt weiteres Vorgehen ab

Thomawiese wird überplant: Bauen in der grünen Mitte

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Bezahlbares Wohnen für Senioren und für Familien: Ein kommunales Mietwohnungs-Projekt will die Gemeinde Otterfing auf der Thomawiese anpacken. Bisher war angedacht, einen Partner auf Gemeindegrund bauen zu lassen. Doch warum nicht gleich selber bauen?

Otterfing – Der Beschluss fiel Anfang Juni: In seltener Einmütigkeit – was größere Projekte anbelangt – beschloss der Otterfinger Gemeinderat, auf der gemeindeeigenen Thomawiese ein Grundstück über Erbpacht zur Verfügung zu stellen, damit eine Genossenschaft oder Stiftung darauf ein Wohnprojekt für Senioren auf die Beine stellt.

Einen ausführlichen Bericht zu dieser Entscheidung lesen Sie hier  

Fünf Monate später zeichnen sich zwei Erkenntnisse ab: Nicht nur Senioren, auch Familien haben ihre liebe Not, in der Gemeinde bezahlbare Mietwohnungen zu finden. Zweite Erkenntnis: Die Fördertöpfe sind derzeit so gut gefüllt, dass die Gemeinde selber als Bauherr auftreten könnte, ohne dicke Kredite aufnehmen zu müssen.

„Es gab Gespräche mit möglichen Projektpartnern“, berichtet Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) auf Anfrage. Man sprach mit der „Maro-Genossenschaft“, die sich auf gemeinschaftliche Wohnformen spezialisiert hat, mit der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim, mit der Baugenossenschaft Wolfratshausen und mit der Organisation Sophia, die im Ort eine Demenz-WG betreut.

„Alles interessant“, sagt Eglseder. Er jedoch plädiere dafür, es ganz auf eigene Faust anzupacken. „Die Zeiten sind günstig.“ Der Staat verspreche Zuschüsse (bis zu 30 Prozent) und attraktive, auf 20 Jahre gestreckte zinslose Darlehen. Für ihn steht fest, dass ein reines Seniorenprojekt zu kurz gesprungen wäre. „Mehrgenerationen-Wohnen ist gefragt.“ Er wisse von acht Eltern, die Otterfing verlassen mussten, weil sie keine Wohnung mehr fanden. „Wohnraum bei uns wird knapper und teurer.“ 

Wer braucht Wohnraum? Fragebogen soll Bedarf ermitteln

In Zusammenarbeit mit dem AK Soziales soll demnächst über einen Fragebogen der aktuelle Wohnraumbedarf bei der Generation 55 plus und bei Familien abgefragt werden.

Der Bedarf ist unstrittig. Doch wie viel Thomawiese braucht es für ein kommunales Wohnprojekt? Was bleibt übrig von den 6000 Quadratmetern? Der Gemeinderat müsse die Richtung vorgeben, sagt Eglseder. Er selbst würde nur ein Drittel der Wiese überplanen. „Es wäre fatal, die ganze Wiese anzupacken, um vielleicht mit Verkaufserlösen neue Sportstätten zu finanzieren.“

Anwohner sorgen sich um „ihre“ Thomawiese

Solche Sorgen beschäftigen auch die Anwohner der Thomawiese. Florian Mündl aus dem Matheisweg schrieb einen offenen Brief an den Gemeinderat, in dem er davor warnte, kurz vor den Wahlen „Notlösungen durchzupeitschen“ und die „Multifunktionswiese“ in der Ortsmitte zuzubauen. Er frage sich, warum ein Seniorenwohnprojekt nicht auf der Penny-Wiese möglich sei. Und man solle dem neuen Gemeinderat die Chance geben, ein Sport- und Freizeitzentrum doch an der Kreuzstraße zu planen; das, so Mündl, ließe sich durch die Wohnraum-Vermarktung des alten Nordring-Geländes gegenfinanzieren – und verleite nicht dazu, die Thomawiese zu versilbern.

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