+
Betonsteine zerbröseln: Reifen und Salz haben den Feuerwehr-Stellplätzen an der Schulstraße arg zugesetzt.

Gemeinde will Anwohner befragen

Otterfing: Wie viel Straßenbau lässt Corona zu?

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
    schließen

Zwei Straßenbauprojekte hat sich Otterfing für 2020 vorgenommen: Die Schulstraße zwischen Rathaus und Feuerwehr und die Nordsiedlung. Beide Projekte wären trotz Corona finanzierbar. 

Otterfing – Die Pandemie mag ihre größten Schrecken verloren haben. Die Rathäuser indes wissen noch nicht, wie groß der Einschlag sein wird auf der Habenseite. So stellte Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) in der jüngsten Sitzung zur Debatte, ob die anvisierten Straßenbau-Vorhaben in der Schulstraße und in der Nordsiedlung durchgezogen werden sollen. Und wenn ja: Nur als Standardausführung oder unter Umständen gefälliger, aber auch teurer.

Deutlich wurde in der Sitzung, dass es die Räte nicht eilig haben. Ehe sie Maßnahmen beschließen, soll die Verwaltung die Dringlichkeit und Kosten aller für 2020 geplanten Projekte auflisten, um angesichts von Corona neu priorisieren zu können. Ohne Eindruck blieb der Hinweis von Planer Attila Kárpáty, dass es eine baldige Entscheidung braucht, wenn heuer gebaut werden soll.

In der Schulstraße geht es um den Bereich zwischen Einfahrt Staatsstraße und der Schule. Besonders die Betonsteine der Feuerwehr-Parkplätze zerbröseln. „Es gibt Setzungen, die Straße ist in schlechtem Zustand“, stellte Kárpáty fest. Eingedenk der prominenten Lage zwischen Rathaus, Schule und Feuerwehr schlägt er eine optische Verschlankung und Aufwertung vor: In der Mitte ein 3,50 Meter breiter Fahrkanal, flankiert von je 1,25 Meter breiten, befahrbaren Seitenstreifen. Für die Parkplätze würde wasserdurchlässiger Drain-Beton verbaut; die Auffahrt zum Rathaus wird etwas verengt, was insgesamt zehn Stellplätze ermögliche.

Etwa 235 000 Euro würde es laut Kárpáty kosten, den Straßenbereich komplett mit Granit zu pflastern. Um 30 000 Euro günstiger käme die Variante, die Hauptspur in der Mitte zu asphaltieren. „Ich würde alles asphaltieren“, sagte Robert Schüßlbauer (CSU). „Vielleicht kann man die Seitenstreifen optisch irgendwie absetzen“, ergänzte Andreas Eichhorn (SPD). Eine Kombination aus Asphalt und Granit könnte sich Stefan Burgmayr (FWO) vorstellen. Max Ruf (SPD) dagegen gefiel die Idee gut, den Bereich optisch aufzuwerten: „Teeren wäre etwas einfach.“

Unangetastet bleibt der Feuerwehr-Innenhof. Auf Nachfrage von Schüßlbauer erklärte Kárpáty, dass dort, wie auch in der Straße, Verankerungen für die Dorffest-Nutzung vorgesehen sind. Johann Thoma (CSU) regte an, den Bereich gegenüber der Parkplätze (vor dem Feuerwehrhaus) ebenfalls zu befestigen. Kárpáty schätzt die Zusatzkosten auf 5000 Euro.

Im Haushalt reservierte der alte Gemeinderat 250 000 Euro für das Vorhaben. „Ich will erst eine Kostenaufstellung aller geplanten Projekte“, sagte Josef Killer (FWG), „Schnelligkeit ist jetzt nicht gefragt.“ Ähnlich sahen das Georg Schlickenrieder (CSU) und Max Ruf, der sich eine Prioritätenliste noch vor der Sommerpause wünscht.

Neue Erkenntnisse gebe es bis Juli nicht, betonte der Bürgermeister. Im Landkreis, so habe er erfahren, sei coronabedingt mit einem 20- bis 25-prozentigen Einbruch der Gewerbesteuer zu rechnen, insgesamt mit bis zu zehn Prozent weniger Einnahmen für Gemeinden. „Heißt für uns: Beide Straßenbau-Projekte wären finanziell umsetzbar.“

Auch für die Anliegerstraße Nordsiedlung legte Kárpáty zwei Varianten vor. Ein etwas verbreiteter Bürgersteig (1,80 Meter) würde der Straße 5,50 Meter lassen. Kosten: 290 000 Euro. Alternativ könnte der Gehweg komplett wegfallen, auf der Ostseite würde ein Grünstreifen die Entwässerung übernehmen. Kosten: 210 00 Euro. Trotz der vielen Zufahrten seien für beide Lösungen Baumpflanzungen und Parkmöglichkeiten vorgesehen.

Die Anlieger würden sich möglichst viele Parkplätze auf der Straße wünschen, glaubt Burgmayr. „Was stellen sich die denn vor? Wurden die gefragt?“, wollte Gerhard Heimerer (CSU) wissen. Der Bürgermeister sagte zu, dass man Meinungen einholen werde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ampeln bleiben aus
Die Ampeln an der Münchner Straße in Holzkirchen bleiben auch künftig nachts ausgeschalten. Auch, weil die meisten Autofahrer sich an die Regeln halten.
Ampeln bleiben aus
Die Feuerwehr-Fee will feiern
Die Vorfreude währte lange – und stürzte jäh ab: Mit großen „Wumms“ und vielen Gästen hätte die Holzkirchner Feuerwehr an diesem Wochenende gerne ihr 150-jähriges …
Die Feuerwehr-Fee will feiern
Anwohner nimmt „undefinierbaren Geruch“ wahr - und ruft Feuerwehr: Die kann sich das Lachen nicht verkneifen
Ein „aufmerksamer“ Holzkirchner nahm einen - ihm offenbar unbekannten - Geruch wahr - und rief die Feuerwehr. Die rückte auch mit einem Großaufgebot an - und dann gleich …
Anwohner nimmt „undefinierbaren Geruch“ wahr - und ruft Feuerwehr: Die kann sich das Lachen nicht verkneifen
Ausreißer (3) im Kinderhubschrauber bespaßt
Ein dreijähriger Ausreißer hat am Freitagvormittag die Polizei auf den Plan gerufen. Die Suche endete glücklich - am Kinderhubschrauber.
Ausreißer (3) im Kinderhubschrauber bespaßt

Kommentare